Theaterfestival „Last Minute“ - für aktuelles Theater - erobert den Posthof

Valerie Himmelbauer Valerie Himmelbauer, Tips Redaktion, 26.09.2012

Zum ersten Mal findet das neue „Last Minute Festival“ für aktuelles Theater in den Posthof Einzug. Starke Themen, ungewöhnliche Blickwinkel und frische Spielformen präsentiert der brandneue Schwerpunkt im Posthof ab 3. Oktober. Alle zwei Jahre - in Abwechslung mit dem Black Humour-Festival wird das Projekt fixer Bestandteil des Programmes.

„Ein Theaterfestival in Linz, das sich ganz den zeitgenössischen, aktuellen Theaterformen widmet, wird nun endlich umgesetzt. In der Luft ist es ja schon lange gelegen“, freut sich Wilfried Steiner, der künstlerische Posthof-Leiter für Theater-, Tanz-, Comedy- und Literatur auf das neue Highlight. Internationale Spitzenproduktionen ebenso wie herausragende Arbeiten der österreichischen Theaterszene werden von 3. bis 24. Oktober gezeigt. „Mein Ziel war es, auf Ebene der eingeladenen Produktionen zu zeigen, wo Theater heute steht. Wir wollen inhaltlich relevantes, zeitgenössisches Theater, das auch formal innovativ sein sollte und reflektiert, zeigen. Avanciertes politisches Theater also, wobei die Ansätze vielfältig sind“, weckt Steiner das Interesse. Die Eröffnungsinszenierung ist „Mission“ vom Königlich Flämischen Theater Brüssel am 3. Oktober. Es erzählt die Geschichte eines Missionars, der im Kongo Dinge erlebt, die er lieber nicht gesehen hätte, eine Albtraumwelt, die symptomatisch ist für die Zustände der Gegenwart.Afrika-SchwerpunktEin Afrika-Schwerpunkt zeigt sich auch bei „Von Hollywood nach Uganda“. Die Schauspielerin Maria Fliri und die Regisseurin Barbara Herold folgen am 6. Oktober den Spuren der amerikanischen Journalistin Jane Bussmann, die 2003 aufbrach, um über Joseph Kony, einen der schlimmsten Kriegsverbrecher der Gegenwart, zu recherchieren. Dass das Stück dabei komische, sogar kabarettistische Elemente verwendet, scheint auf den ersten Blick ein waghalsiges Unterfangen. Doch Fliri und Herold beweisen, dass schwarzer Humor auch dem härtesten Stoff zusätzliche Dimensionen abzutrotzen vermag. 10 Prozent der Einnahmen gehen an die Original Jane Bussmann-Stiftung. Das britisch-deutsche Theaterkollektiv Gob Squad nähert sich am 11. und 12. Oktober auf verblüffende Weise dem Thema der Vergänglichkeit. Nicht Schauspieler, sondern eine Gruppe Acht- bis Vierzehnjähriger stehen auf der Bühne. Eine Stimme aus dem Off, gibt den Kindern, die hinter einer einseitig verspiegelten Glaswand „Erwachsenwerden“ spielen, Anweisungen. Die Zuschauer werden damit unwillkürlich in ihre eigene Kindheit versetzt. Mit unglaublichem Charme und Witz konfrontieren Gob Squads Kinder und Jugendliche mit ihren Träumen und Ängsten und verlorenen Wünschen. Das Stück wird in Übertiteln übersetzt.Stück „Am Spiegelgrund“Ungewöhnlich wird auch der letzte Abend des Festivals am 24. Oktober. Dem Wiener Schuberttheater gelang mit „F. Zawrel - Erbbiologisch und sozial minderwertig“ die aufsehenerregendste österreichische Off-Theaterproduktion des Jahres: Ein junger österreichischer Puppenspieler, ein begnadeter Regisseur und ein NS-Überlebender inszenieren die Kindermorde in der Wiener Euthanasieklinik „Am Spiegelgrund“ als beeindruckendes Puppentheater. Basierend auf den Lebenserinnerungen Friedrich Zawrels wird ein stück österreichische Geschichte schmerzhaft lebendig.

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