Local Heroes werden vor den Vorhang geholt: Regionale Beiträge bereichern die Ars Electronica'18

Local Heroes werden vor den Vorhang geholt: Regionale Beiträge bereichern die Ars Electronica'18

Valerie Himmelbauer Online Redaktion, 05.09.2018 13:20 Uhr

Linz. Kunst, Technologie und Gesellschaft werden bei der Ars Electronia'18 zusammengedacht und neue Perspektiven auf zentrale Zukunftsfragen geboten. Weltweit vernetzt sind die Akteure, aber auch lokale Visionäre, Pioniere, Querdenker, Entscheider und Aktivisten aus Linz, die das heurige Festival mit ihrem leidenschaftlichen Engagement bereichern und die Zukunft aktiv und zum Besseren mitgestalten.

„Nicht zuletzt weil die Digitalisierung nun alle unsere Lebensbereiche erfasst hat, ist Ars Electronica in den letzten Jahren unglaublich gewachsen und hat sich verbreitert“, so Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter der Ars Electronica: „Gleichzeitig pflegt Ars Electronica aber weiterhin Nischen und ist heute mehr denn je Plattform für die unterschiedlichsten Communities und deren Fachdiskurse.“

„Made in Linz“

„Die Ars Electronica ist unser internationalstes Festival und gleichzeitig “made in Linz„. Authentisch ist das Festival durch die breite regionale Verankerung der unterschiedlichen Akteure, Institutionen und Locations. Die Ars Electronica lebt vor Ort das, was sie als internationales Festival auch darstellen will und das Publikum schätzt diese einzigartige Atmosphäre, die Linz fünf Tage lang zu einem Biotop für Kunst, Technik, Wissenschaft und Wirtschaft werden lassen“, so Doris Lang-Mayerhofer, Linzer Kulturstadträtin und Beiratsvorsitzende der Ars Electronica.

Mit Konferenzen, Ausstellungen, Vorträgen, Events und Performances wird das Festival auch von zahlreichen lokalen Größen bespielt, wie Silke Grabinger, Florian Voggeneder, Stefan Tiefengraber und Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer und vielen weiteren local heroes.

Get Inspired

Im Rahmen der Standortpartnerschaft von Wirtschaftskammer OÖ und Ars Electronica wird das Festival heuer erstmals mit einem hochkarätig besetzten Innovationsforum eröffnet, das sich an Wirtschaftstreibende aus der Region richtet. Auf dem Programm stehen Vorträge, Präsentationen, Workshops, thematische Schwerpunkt-Führungen, die dem Innovationspotential von Fehlern und zukunftsweisenden Fehlerkulturen nachspüren. Gemeinsam mit international renommierten Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie bringen dabei Experten von Greiner oder Birgit Wimmer Wurm von der Abteilung Forschungsservice und Wissenstransfer der JKU ihre Erfahrungen und Kompetenzen ein.

Perspektiven Politischer Bildung – Konferenz der Pädagogischen Hochschule OÖ

Do 6. September 2018, 10:00 - 16:45 / POSTCITY, Lecture Stage

Peer Education ist das Thema der diesjährigen Konferenz der Pädagogischen Hochschule OÖ. Das Symposium gibt sich „frech, mutig, fordernd“ und will Gesellschaftsmodelle und politisches Handeln aus der Perspektive der jungen Generation betrachten. Auf dem Programm stehen Vorträge, Diskussionen, Workshops und „Dialoge des Ungehorsams“. Kooperationspartner sind die Arbeiterkammer OÖ und Ars Electronica.

Interfaces in Motion bei Expanded Animation – die Konferenz der FH Hagenberg

Freitag 7. September 2018, 11:00 - 18:15 / Samstag 8. September 2018, 11:00 - 18:30 / CENTRAL

In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule OÖ - Campus Hagenberg, widmet sich das Expanded Animation Symposium nun bereits zum sechsten Mal animierten Bildwelten abseits der ausgetretenen Pfade. „Interfaces in Motion“ lautet das Motto des diesjährigen Symposiums, das nach zukünftigen Schnittstellen (Interfaces) zwischen Mensch, Computer und Interaktion in der Animation fragt.

Tag der Ermutigung – Konferenz der Anlaufstelle ZusammenHelfen in OÖ

Samstag 8. September 2018, 10:00 - 16:00 / POSTCITY, Conference Hall

Schon zum vierten Mal veranstaltet die Anlaufstelle „ZusammenHelfen in Oberösterreich“ im Rahmen der Arts Electronica eine große Konferenz für Engagierte, Interessierte und Betroffene im Bereich Flucht und Integration. Diesmal lautet das Motto „Tag der Ermutigung“, im Mittelpunkt stehen neue Perspektiven, inspirierende Best-Practice-Projekte sowie aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen.

Exhibitions

CyberArts 2018 – preisgekrönte Medienkunst im OÖ Kulturquartier

Donnerstag 6. September, Freitag 7. September, Sonntag 9. September 2018 und Montag 10. September 2018, 10:00 – 19:30 / Samstag 8. September 2018, 10:00 – 22:00 / OÖ Kulturquartier

Die CyberArts-Schau ist ein Highlight jeder Ars Electronica. Zum mittlerweile 21. Mal präsentiert die Ausstellung die weltbesten Medienkunstarbeiten im OÖ Kulturquartier und rückt diesmal Projekte der Kategorien Computer Animation, Digital Communities und Interactive Art + ins Zentrum. Die beeindruckende Präsentation bildet die Entwicklungen der digitalen Kunst, den aktuellen Diskurs und damit verbundene Fragestellungen ab. Die Ausstellung ist nach dem Festival noch bis zum 16. September 2018 zu sehen.

Anatol Bogendorfers (Hörstadt) „Tonfälle“ in der Error, Fake & Failure Exhibition

Donnerstag 6. September bis Sonntag 9. September 2018, 10:00 – 19:30 / Montag 10. September 2018, 10:00 – 18:00 / POSTCITY

„Error, Fake & Failure“ lautet der Titel einer von zwei Ausstellungen zum diesjährigen Festivalthema. Die Schau widmet sich der Phänomenologie des Errors aus einer wissenschaftlich-technologischen Perspektive. Teil der Ausstellung sind Anatol Bogendorfers „Tonfälle“, die sich mit der Gesprächs- und Streitkultur in Online-Foren, konkret mit dem hier herrschenden Tonfall, befassen. Am Beispiel von Hasspostings, die an österreichische JournalistInnen wie Armin Wolf (ZIB 2/ORF), Hanna Herbst (Vice Magazine) oder Rainer Nowak (Die Presse) adressiert wurden, forschen Anatol Bogendorfer und die Schauspielerin und Sprecherin Maria Fliri nach den Parallelen zwischen schriftlicher und oraler Affektsprache.

Florian Voggeneders (AT) „The Kepler Station“ in der „Space Art Exhibition“

Donnerstag 6. September bis Sonntag 9. September 2018, 10:00 – 19:30 / Montag 10. September 2018, 10:00 – 18:00 / POSTCITY

Eine Raumstation auf dem Mars ist das Habitat einer Gruppe Raumreisender, die fernab ihres Heimatplaneten völlig isoliert in einer lebensfeindlichen Umwelt leben. Außeneinsätze bis hinter die Hügelketten am Horizont bilden ihren Alltag. Florian Voggeneders Fotoserie „The Kepler Station“ zeigt szenenhafte Situationen einer realen Mars-Simulation, bei der Erkenntnisse für zukünftige Flüge zum Nachbarplaneten gewonnen werden sollten und dokumentiert unseren Versuch, einen fremden Planeten zu begreifen.

„DSD-08AS“ von Stefan Tiefengraber (AT) in den „Ars Electronica Gallery Spaces“

Donnerstag 6. September bis Samstag 8. September 2018, 10:00 – 19:30 / Sonntag 9. September und Montag 10. September 2018, 10:00 - 18:00 / POSTCITY Gallery Spaces Säulenhalle & Paketspeicher

Die im vergangenen Jahr gestarteten Ars Electronica - Gallery Spaces widmen sich dem Spannungsverhältnis zwischen Medienkunst und Kunstmarkt. Es geht um Herausforderungen wie die Wartung von Hard- und Software oder mangelndes Technikverständnis genauso wie um neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle am Online-Marktplatz oder digitale Strategien für Museen und Kunstsammlungen. Zu Gast sind Galerien aus aller Welt und die von ihnen vertretenen MedienkünstlerInnen, darunter Stefan Tiefengraber mit seiner elektromechanischen, kinetischen Klanginstallation „DSD-08AS“. 24 Module – jedes besteht aus zwei Magneten, einer Metallschiene und einer Metallkugel – bilden ein selbstauslösendes System, bei dem die Metallkugel als elektrischer Leiter zwischen der Schiene und den Magneten fungiert. Schließt die Kugel den Stromkreis, wird Strom über den Magneten geleitet, die Kugel wieder auf die andere Seite zurückgeschoben und sich dadurch vom Stromkreis abkoppelt. Ergebnis ist ein permanentes Wechselspiel zwischen den beiden Magneten und mehreren Schleifen mit unterschiedlichen Zeitverzögerungen.

Please Recharge – die Linzer Interface Cultures auf dem Ars Electronica-Campus

Donnerstag 6. September bis Sonntag 9. September 2018, 10:00 – 19:30 / Montag 10. September 2018, 10:00 – 18:00 / POSTCITY Campus

Die Ausstellung der Linzer Kunstuniversität ist ein Fixpunkt im Programm jeder Ars Electronica. Seit 2004 präsentiert der von Christa Sommerer geleitete Studiengang Interface Cultures stets einen Querschnitt aus den Arbeiten des jeweiligen Abschlussjahrgangs. Heuer verschreibt sich die Schau dem Motto „Please Recharge“ und thematisiert unsere Überforderung und Erschöpfung in Zeiten digitaler Reizüberflutung und Dauernetzwerkens in sozialen Medien.

Atelierhaus Salzamt – Campus-Präsentationen & Raum für Ars Electronica-Residencies

Dank einer Anfang 2018 beschlossenen Kooperation zwischen Ars Electronica und dem Atelierhaus Salzamt, können Künstler aus dem Netzwerk der Ars Electronica nun während der Sommermonate Juli, August und September im Atelierhaus Salzamt wohnen und arbeiten. Erstmals genutzt haben dies Robertina Šebjanič and Gjino Šutić im Rahmen ihrer diesjährigen Linz-Residency. Ergebnis ist das Projekt „aqua_forensic“, das im Rahmen der „ERROR in Progress-Exhibition“ in der POSTCITY zu sehen ist. Im Salzamt finden während des Festivals Präsentationen aus dem Campus-Programm von Hexagram statt.

Große Konzertnacht

Als besonderes Highlight jeder Ars Electronica wartet am 9. September die große Konzertnacht ab 18.30 Uhr in der Postcity Gleishalle. Dank der neu aufgelegten Kooperation mit dem Brucknerhaus Linz markiert das Konzert heuer zudem den Beginn des internationalen Brucknerfest 2018. Im Mittelpunkt des ersten Konzertteiles steht „The Berlioz Project“: Chefdirigent Markus Poschner und das Bruckner Orchester Linz zelebrieren mit der „Symphonie fantastique“ jenes rauschhafte Werk, das Hector Berlioz schrieb, nachdem er der englischen Schauspielerin Harriet Smithson leidenschaftlich verfallen war. Zur Musik tanzt ein inmitten des Orchesters verorteter, riesiger KUKA KR 600 Industrieroboter, der von Johannes Braumann vom Roboterlabor der Linzer Kunstuniversität programmiert wurde. Ebenfalls Teil der ekstatischen Aufführung ist das Linzer Tanzkollektiv rund um Silke Grabinger.

Im zweiten Teil der Konzertnacht versprechen dann wiederum Künstler aus Linz und OÖ eine einmalige Performance: Teammitglieder des Ars Electronica Futurelab sowie der Ars Electronica Solutions haben fünf elektrisch betriebene Vibrationsstampfer der Firma Wacker Neuson gehackt und werden als „The Vibrationeers“ die Gleishalle zum Beben bringen. Weitere hochkarätige Konzertdarbietungen wie von Maki Namekawa, Dennis Russell Davies und Cori OLan, oder der Mariendom, das OK als besondere Konzertveranstaltungsorte werden ebenfalls das Publikum begeistern.

Doris Lang-Mayerhofer, Linzer Kulturstadträtin und Beiratsvorsitzende der Ars Electronica schließt ab: „Das AEC regt dazu an über die Grenzen hinauszublicken und lädt uns alle dazu ein“.

Das gesamte Programm ist unter: https://ars.electronica.art/error/de/

 

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