Großes Geburtstagskonzert von Josef Sabaini: Das Brucknerhaus ist mein musikalisches Wohnzimmer

Großes Geburtstagskonzert von Josef Sabaini: „Das Brucknerhaus ist mein musikalisches Wohnzimmer“

Valerie Himmelbauer Valerie Himmelbauer, Tips Redaktion, 24.04.2019 14:15 Uhr

Linz. Josef Sabaini ist in Linz längst eine lebende Legende: als Geiger, als ehemaliger Konzertmeister des Bruckner Orchester Linz, als Leiter der Philharmonices mundi und nicht zuletzt als Professor für Violine, dessen Ruf weit über Österreichs Grenzen hinaus ausstrahlt. Im Frühjahr feierte er seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass dirigiert er am 28. April im Brucknerhaus als Sonntagsmatinee ein ihm gewidmetes Geburtstagskonzert – mit von ihm selbst ausgewählter Musik der Wiener Klassiker: Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart sowie der russischen Komponisten Anton Arenski und Pjotr Iljitsch Tschaikowski, dessen beliebtes Streichsextett mit dem Titel Souvenir de Florence in einer Fassung für Streichorchester erklingt.

Mit 16 hat Sabaini die Schule abgebrochen, „weil ich einfach nur Geige spielen wollte“. 1955 ist der gebürtige Wiener Josef Sabaini nach Linz übersiedelt, hier wurde er zum Geiger ausgebildet, er hat am Brucknerkonservatorium studiert, mit 19 sein Diplom in Händen gehalten. Das Musikleben der Stadt prägt er seit einem halben Jahrhundert entscheidend mit. Sofort nach Erhalt seines Diploms nahm in das Bruckner Orchester auf, dessen Konzertmeister er schon 1971 wurde. Daneben studierte er weiter in Wien, in Bern und 1981 gab er seine Position als Konzertmeister sogar auf, um sich in den USA bei Jens Ellermann weiterzubilden. „Ich beschäftige mich seit 65 Jahren mit Geigenspielen und hab das auch noch lange vor“, beschreibt Sabaini seine Leidenschaft zur Musik.

Eng mit dem Brucknerhaus verbunden

Eng ist Jose Sabainis Leben mit dem Brucknerhaus verbunden. Schon bei der Grundsteinlegung 1969 war er als Substitut des Bruckner Orchesters mit dabei. „Das ist mein musikalisches Wohnzimmer. Im Brucknerhaus fühle ich mich wohl, das ist für mich Heimat“, blickt Sabaini zurück. Als Konzertmeister spielte er in jener Akustik-Probe mit, von der Herbert von Karajan seine Mitwirkung bei der Eröffnung 1974 abhängig gemacht hatte. „Das waren die schönsten 20 Minuten meines Lebens in einem Orchester. Ich war wie gelähmt nach der Probe mit Karajan, es war unglaublich, ein wahnsinnig großes Ereignis für mich“, erzählt Sabaini. 

Geburtstagskonzert

1986 haben Josef Sabaini und der damalige Brucknerhaus-Direktor Karl Gerbel das offizielle Brucknerhaus-Orchester „Harmonices mundi“ gegründet, das 1991 erstmals zu den Philharmonices mundi erweitert wurde. Mitglieder des Bruckner Orchesters, ehemalige Studenten Josef Sabainis, Kammermusikfreunde, Mitglieder renommierter ausländischer Orchester sitzen in dessen Reihen. Auch sein Geburtstagskonzert wird Sabaini vom Pult aus leiten. „Ich wehre mich gegen den Begriff des Dirigierens, ich nenne das viel lieber Leitung“, schmunzelt Sabaini und freut sich schon auf das Konzert. Er hat dafür ein Programm zusammengestellt, mit Stücken, die ihm besonders am Herzen liegen. 

Wunsch für die Zukunft

Das Alter würde man auch als Musiker spüren: „Es ist nicht so leicht das Niveau zu halten“, gibt Sabaini zu bedenken: „Ich wünsche mir, dass ich in Zukunft nur mehr einen Schüler habe, nämlich mich. Und dass ich Zeit zum Üben habe. Aber es ist gar nicht so einfach, ich bin immer noch sehr viel an der Uni und unterrichte. 

 

PROGRAMMJoseph Haydn (1732–1809)

Sinfonie Nr. 44 e-moll, Hob. I:44 (1770–71)

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)

Konzert für Violine und Orchester Nr. 4 D-Dur, KV 218 (1775)

 

- Pause -

 

Anton Arenski (1861–1906)

Variationen über ein Thema von Tschaikowski für Streichorchester e-moll, op. 35a (1894)

 

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893)

Streichsextett d-moll („Souvenir de Florence“) in der Fassung für Streichorchester, op. 70 (1890–92)BESETZUNGYoon-Hee Kim | Violine

Philharmonices mundi | Orchester des Brucknerhauses Linz

Josef Sabaini | Dirigent

 

Info: www.brucknerhaus.at

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