„Passion und Perfektion sind für mich immer an oberster Stelle“

Christina-Anna Stenz, Leserartikel, 28.06.2012 07:00 Uhr

LINZ. Christoph Stoebich ist Sportmediziner, Notarzt sowie Aikido- und Iaido-Trainer. Wenn er gerade nicht als Arzt tätig ist, verbringt er seine Freizeit mit Training, Unterrichtsstunden oder Studienaufenthalten in Japan. Im Sommer wird er das Alpine Weltcupteam des Österreichischen Skiverbandes für einen Monat nach Argentinien begleiten und den Skiläufern auch im Winter bei den Weltcuprennen zur Seite stehen.

„Ich versuche seit über 20 Jahren Worte zu finden, die Aikido treffend beschreiben, es ist unmöglich“, sagt der Linzer. Es ist eine Synthese der traditionellen japanischen Kampfkünste des Budo und gilt als wirksames System der Selbstverteidigung. Aus der japanischen Tradition hat sich Aikido den defensiven Aspekt bewahrt. „Eine der Besonderheiten liegt darin, dass es sich aus der Sphäre des Wettstreites gelöst hat und zu einer dynamischen Form der Persönlichkeitsbildung für Erwachsene und Kinder geworden ist.“ Laut Stoebich wird durch regelmäßiges Training die Harmonie zwischen Körper und Geist gefördert, Geschmeidigkeit, Beobachtungsgabe, Kondition, Raum- und Zeitgefühl und Körperbeherrschung werden entwickelt. Iaido ist die Kunst, das Schwert zu führen und eine sehr kraftvolle Kunst. Geübt wird der Umgang mit dem Schwert in Form von verschiedenen festgelegten Bewegungsabläufen, die „Katas“ genannt werden. Die Bewegungen werden wiederholt und perfektioniert, wieder und wieder. „In der radikalen Reduktion steckt viel Weisheit, für uns im Westen oft nicht verständlich. Es ist so als spiele man von einem ganzen Musikstück für Wochen und Monate nur einen einzigen Ton“, erklärt Stoebich die Übungspraxis beim Iaido. Aikido ausprobieren Iaido und Aikido kann jeder ab 14 Jahren versuchen. Im Dojo, der Schule von Christoph Stoebich, sind alle Altersgruppen vertreten. Bei einer Probestunde kann man seine ersten Erfahrungen mit der japanischen Kampfsportart machen. Über seinen ersten Kontakt mit Aikido berichtet Christoph Stoebich: „Ich war als Jugendlicher Mitglied eines Unterstützungsvereins für die Kinderkrebshilfe, ein Freund zeigte mir nur eine einzige Technik, ich war so fasziniert und wusste, das ist mein Weg.“ Die Philosophie hat Stoebich von Anfang an begeistert. „Um echtes Budo zu finden, musste ich unglaubliche Strapazen auf mich nehmen, andere meines Alters hatten die typischen Interessen und ich reiste jedes zweite Wochenende quer durch Europa und lernte von den großen Meistern. Ich fuhr oft für zwei Tage Training bis zu 3000 Kilometer.“ Während der mehrmaligen Langzeitaufenthalte in Japan konnte er mit den Besten der Welt üben.   Aikido in Alltag und Beruf   Die japanischen Künste haben einen besonderen Geist. „Das Streben nach Perfektion kombiniert mit der Ethik der Edelkasten, den sieben Prinzipien der Samurai, verändern das Leben“, sagt Stoebich, „In unserer Zeit brauchen wir Mut, Ehre, Loyalität, Menschlichkeit, Höflichkeit und Aufrichtigkeit.“ Diese Philosophien gekoppelt mit einer aus medizinischer Sicht hervorragenden körperlichen Technik machen fit für jede Lebenslage.   Mit dem Ski-Weltcupteam um den Globus   Als Sportmediziner und Notarzt wurde Christoph Stoebich gefragt, ob er als Teamarzt das Österreichische Alpine Ski Nationaltam betreuen möchte. „Da die Hochleistungsabteilung des ÖSV zweifelsfrei die Königsklasse des Sports sowie der Sportmedizin ist, musste ich nicht lange überlegen und konnte Hans Pum zusagen.“ Seine Aufgaben dort sind vielfältig: „Während der Trainingsfahrten die notärztliche Bereitschaft, Leistungsdiagnostik auf der Piste, danach medizinische Beratung, Videoanalysen, Zeitmessungen, et cetera“, danach starten bald die großen Weltcuprennen bei denen er für die medizinische Betreuung des Teams verantwortlich ist. Perfektion und Passion stehen für Christoph Stoebich im Aikido, Iaido und in der Medizin schon immer an oberster Stelle: „Ich bin allergisch auf die Jammerei der Durchschnitts-Österreicher, unterstes Mittelmaß wird heute zur hohen Kunst erhoben, das ist einfach nicht zum Aushalten. Mich begeistert somit die positive sowie unglaublich kraftvolle Stimmung im ÖSV-Team und das Streben nach dem perfekten Lauf, sei es auf der Matte, auf der Piste oder im Leben. Und selbst wenn man ein Leben lang danach sucht, es am Ende nicht erreicht, so wäre es kein verschwendetes Leben.“   KONTAKT Traditionelles Dojo für Aikido&Iaidohttp://www.aikido.at/ oder 0699/12551061

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