Tierpfleger für einen Tag

Wolfgang Schobesberger Wolfgang Schobesberger, Tips Redaktion, 08.08.2012 05:00 Uhr

LINZ. Im Zoo Linz hatten junge Menschen die Möglichkeit, den Traumberuf Tierpfleger kennenzulernen.

Einen Tag lang konnten sich die jungen Leute im Tiergarten Linz als Tierpfleger versuchen und so die Arbeit und viele der Aufgaben kennenlernen, indem sie die Tierpflegerin Manuela Stöllinger bei ihrer täglichen Arbeit begleiteten. Sie ist studierte Biologin und ließ sich im zweiten Bildungsweg zum Tierpfleger ausbilden. „Ich merkte schon während der Praktika für das Studium, dass die Arbeit als Tierpfleger das richtige für mich ist“, so Stöllinger. Für die beiden Schnupperlehrlinge heißt es von Anfang an ordentlich mit anzupacken, schließlich soll ja auch ein ordentlicher Eindruck des Arbeitsalltags vermittelt werden, und dieser ist durchaus anstrengend. Futter und Strohballen müssen in Handarbeit mit einer Scheibtruhe zu den einzelnen Gehegen gebracht werden. Viel Zeit des Arbeitstags muss für das Saubermachen aufgewendet werden. Alle Ställe müssen ausgemistet, die Wiesen von Dung befreit, Teiche und Fenster geputzt werden. Dem 16-jährigen Jakob Mirsch macht das nichts aus. Der Landwirtschaftsschüler hat schon Erfahrung im Umgang mit Tieren, und Ställe auszumisten gehört eben einfach dazu. Er will nach dem Schulabschluss unbedingt mit Tieren arbeiten. Ob mit Nutztieren oder in einem Zoo wird sich noch zeigen, schließlich ist er ja auch hier, um Erfahrung zu sammeln und so seine Berufswahl besser treffen zu können. Gefüttert werden müssen die Tiere natürlich auch. Im Gehege der Javaneraffen versteckt die Pflegerin gemeinsam mit Jakob und der 15-jährigen Valentina Driessler das Futter und Leckerbissen für die Tiere. Das Futter muss an unterschiedlichen Stellen versteckt werden, damit auch die rangniedrigeren Tiere Gelegenheit haben zu fressen, erklärt Stöllinger. Bei der Fütterung ergibt sich auch gleich die Möglichkeit, die Tiere auf Vollzähligkeit zu prüfen und nachzusehen, ob ein Tier krank oder verletzt ist. Die Hauptaufgabe eines Tierpflegers ist es schließlich, für das Wohlergehen der Tiere zu sorgen. Auf dem Weg zum Gehege der Hausesel ergibt sich ein kurzes Gespräch mit einigen Besuchern. Auch der freundliche Umgang mit den Besuchern und die Beantwortung von Fragen gehören natürlich zum Alltag eines Tierpflegers. Bei den Eseln steht neben dem üblichen Ausmisten und Füttern auch Fellpflege auf dem Programm. Dazu werden die Tiere angeleint und an den Zaun gebunden. Die Esel darf man nicht zu kräftig ziehen, immer wieder muss man das Seil etwas locker lassen, weil sie sonst bockig stehen bleiben, erfahren wir von Stöllinger. Dann werden die Tiere gestriegelt und auch bei der Hufpflege werden die Schnupperlehrlinge gleich eingeteilt. Der Hengst erlaubt sich bei der Hufpflege mit Jakob gleich ein Spielchen, er legt sein Gewicht auf den Burschen und versucht ihn so wegzudrücken. Kein Problem, den Huf noch mal ansetzen und noch mal anfangen, kommt sofort Beistand von der erfahrenen Pflegerin. Noch ein Mal protestiert der Hengst, beim dritten Mal läuft dann schon alles problemlos. Die Tierpflegerin ist mit der Leistung und dem Einsatz der beiden Schnupperlehrlinge sehr zufrieden und auch Valentina und Jakob sind mit dem Schnuppertag und den Aufgaben zufrieden. Was man für den Beruf des Pflegers mitbringen muss, will ich abschließend noch wissen. Tierliebe natürlich, ein Gefühl für die Tiere, eine gute Beobachtungsgabe und man muss es mögen draußen zu arbeiten – auch im Winter, erklärt Manuela Stöllinger.

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