Selbstbewusst den eigenen Standpunkt vertreten

Christina-Anna Stenz, Leserartikel, 27.08.2012 18:00 Uhr

In vielen Unternehmen ist es wichtig, seinen eigenen Standpunkt zu vertreten und in Gesprächen und Diskussionen souverän zu wirken. Ulrike Koller berät seit mehr als 20 Jahren Führungskräfte bei der Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationsstrategien und weiß, worauf man achten muss.

Tips: Worauf muss man bei einem Gespräch achten? Koller: In einem Gespräch muss ein Geben und ein Nehmen stattfinden. Das geschieht nur, wenn ich mein Gegenüber wertschätzend wahrnehme, wenn ich Blickkontakt halte und meine Worte in einem Bogen zu ihm sende, sodass sie gezielt ankommen. Unabdingbar ist dafür die aufrechte Haltung, sei es im Sitzen oder Stehen, Aussprechen lassen, beim respektvollen Nachfragen oder im Eingehen auf die vorhergehende Aussage. Tips: Welche Rolle spielt dabei das Zuhören? Koller: Wir reden viel, hören aber nicht mehr zu. Das Zuhören ist die am meisten unterschätzte Kulturaktivität, das Nicht-Zuhören ist ein Problem unserer Zeit geworden. Wer sein Gegenüber nicht als Partner akzeptiert, sondern nur eigene Informationen loswerden will, kann nie effizient kommunizieren. Soziale Einsamkeit ist die Folge. Sprechen Sie mit der Einstellung: Ich bin neugierig auf das, was Sie sagen. Wenden Sie sich dem Gesprächspartner zu und nicken Sie hin und wieder mit dem Kopf. Stellen Sie kurze Verständnisfragen. Ein achtsamer Zuhörer erlaubt dem Sprecher zu sagen, was er denkt und fühlt. Er hat das Ziel, eine Verbindung zu den Mitmenschen und den gesprochenen Informationen herzustellen. Das ist gelebte Wertschätzung.Tips: Mit welchen rhetorischen Mitteln kann ich überzeugen? Koller: Kurze, klare Sätze, feste Stimme, gezielter Blickkontakt, Standfestigkeit, gespannte Muskulatur, Raum nehmen und sich groß machen, einladende Gestik. Bei einem Meeting sollte man den roten Faden durchziehen, „Vielschwätzer“ höflich unterbrechen und wieder das Gespräch zum Ausgangspunkt zurückführen.Tips: Wie kann man seinen Standpunkt deutlich machen? Koller: Sie zeigen Rückgrat indem Sie aufrecht, gut verwurzelt sitzen und stehen, das bringt das nötige Volumen in Ihre Stimme. Sie stellen Blickkontakt her, das signalisiert Sicherheit, Sie bewegen ihre Arme frei und locker und bestärken Ihre Aussagen durch Gestik. Sie sprechen klar und mühelos verständlich, variieren Ihr Sprechtempo und halten Pausen, so schaffen Sie Atmosphäre und ermöglichen es, dass Ihr Gesprächspartner Ihren Standpunkt verinnerlicht. Tips: Was bedeutet männliche, was weibliche Kommunikation? Koller: Ich lehne mich gerne an einen Spruch Tucholskys an „So wie einer spricht, so ist er“. Also eine starke Frau präsentiert sich stark, eine ängstliche Frau präsentiert sich ängstlich. Frauen sprechen oft unklar und kommen schwer zum Punkt. Meist muss man erraten, was sie wirklich wollen. Viele Frauen reduzieren sich in ihrem sprachlichen Ausdruck wie: „Ich möchte Sie zum heutigen Meeting begrüßen“ statt „ich begrüße Sie zum heutigen Meeting“. Frauen wollen Harmonie, sie lassen sich häufiger unterbrechen und stellen zu oft Fragen. Männer machen Vorschläge, sie sprechen über ihre Erfolge. Erfolgreiche Frauen mit hoher sozialer Kompetenz können besser zuhören, stellen bessere Fragen, haben ein offenes Ohr. Kontaktwww.ein-klang.atoffice@ein-klang.at
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