„Don’t smoke“-Volksbegehren: „Es geht um den tatsächlichen Schutz der Menschen“

„Don’t smoke“-Volksbegehren: „Es geht um den tatsächlichen Schutz der Menschen“

Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 20.02.2018 15:01 Uhr

LINZ/OÖ. Das „Don“t smoke„-Volksbegehren ist angelaufen und kann schon nach wenigen Tagen über 100.000 Unterschriften für sich verbuchen. Dennoch gibt es bei dem Thema Diskussionsstoff.

Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer OÖ, ist selbst Facharzt für Pathologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Das heißt, in seinem Arbeitsalltag untersucht er Gewebeproben wie zum Beispiel jene, die bei Verdacht auf Krebs entnommen werden. Manche Patienten „begleiten“ ihn dabei über einen längeren Zeitraum. So auch ein Patient mit Lungentumoren. „Heute habe ich ihn dann das erste Mal persönlich kennengelernt“, erzählt Niedermoser: „Leider war er tot. Ich habe ihn obduzieren müssen. Das macht einfach betroffen.“ „Wir wissen, wenn wir diese Menschen vor dem Rauch schützen, dass wir tatsächlich Krebsfälle und Todesfälle verhindern können“, fügt Ansgar Weltermann, Präsident der Krebshilfe OÖ, hinzu.

Arbeitnehmerschutz und Signalwirkung

Den Initiatoren geht es dabei vor allem auch um den Arbeitnehmerschutz. „Ich kann in ein Nichtraucher-Lokal gehen oder ich kann in ein Raucher-Lokal gehen, wenn ich will. Das ist meine freie Entscheidung. Es geht aber darum, dass wir die, die im Service arbeiten, die sich nicht davor schützen können, davor schützen“, so Niedermoser. Zudem gehe es auch um die Signalwirkung für Jugendliche. „Rauchen beginnt als Sozialverhalten“, erklärt Herwig Schinko, ehemaliger Leiter der Lungenheilkunde im Linzer AKH. „Gaststätten wie Bars und Beiseln sind Drehscheiben dieses ungesunden Sozialverhaltens. Das soll aufgebrochen werden.“ „Es geht nicht um Politik, es geht um den tatsächlichen Schutz der Menschen“, bekräftigt Weltermann.

Kritik von Seiten der FPÖ

Anders sah das FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch, die das Volksbegehren als „unseriös“ bezeichnete, weil der konkrete Gesetzestext nicht vorliege. Sie verortete eine Kampagne der SPÖ. „Wir können nicht beeinflussen, welche Organisationen oder Parteien das Volksbegehren ebenfalls befürworten – wir freuen uns aber über jeden Unterstützer“, stellt Niedermoser klar. „Wir möchten der Politik zeigen, wie direkte Demokratiefunktionieren kann.“ „Das Volksbegehren ist ein Instrument der Bürger, das ab einer gewissen Anzahl von Unterstützungserklärungen vom Parlament behandelt werden muss. Ein konkreter Gesetzestext ist dabei nicht verpflichtend“, fügt Peter Flink von der Krebshilfe OÖ hinzu.

Aufruf zum Unterschreiben

Für die Initiierung des Volksbegehrens sind 8401 Unterschriften erforderlich. Hat ein Volksbegehren über 100.000 Unterstützer, so muss die Thematik im Parlament behandelt werden. Diese Zahl wurde schon vergangenen Samstag geknackt. Dennoch hofft man von Seiten der Organisatoren weiterhin auf rege Unterstützung. Unterstützungserklärungen können via Handy-Signatur oder persönlich erfolgen. „Ich möchte alle Tips-Leser bitten, in den Magistraten und Gemeinden dieses Volksbegehren zu unterstützen. Die Unterschrift ist nicht verloren – sie wird dann beim großen Volksbegehren einfließen“, ruft Niedermoser auf.

  www.da.stinkts.net

„da.stinkts.net“Auf der Internetseite www.da.stinkts.net werden garantiert rauchfreie Lokale ausgewiesen. Lokale können sich selbst registrieren oder auch von Gästen vorgeschlagen werden. Für iOS gibt es auch die „da.stinkts.net“-App. Für Android wird noch an einer Lösung gearbeitet.

 

„Schäden lassen sich nicht umkehren“

Der Ansfeldner Allgemeinmediziner Daniel Kirchmeier beantwortet drei Fragen zum Thema Rauchen:

 Tips: Welche Risiken bestehen für (Passiv-)Raucher?

D.K.: Dazu zählen ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko sowie ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und eine sich verschlechternde Lungenfunktion. Rauchen beschleunigt den normalen Alterungsprozess der Lunge, somit kann ein Lungenfunktionsverlust zum limitierenden Faktor für das Überleben sein.

 Tips: Können bereits erlittene Schäden wieder verschwinden?

D.K.: Nein. Nach Jahren der Rauchabstinenz gleichen sich zwar die Risiken für ein kardiovaskuläres Ereignis bzw. ein mit dem Rauchen assoziiertes Malignom wieder den eines Nichtrauchers an, aber bereits entstandene Funktionseinschränkungen der Lunge werden lediglich in ihrer Progredienz gestoppt bzw. verlangsamt und lassen sich nicht mehr umkehren. Umso wichtiger ist daher ein frühzeitiger Rauchstopp, um eine bestmögliche Funktion der Lunge zu bewahren.

 Tips: Was halten Sie von dem Volksbegehren?

D.K.: Ich bin für eine konsequente Durchsetzung eines umfassenden Rauchverbots. Möglich ist dies nur, wenn es ein entsprechendes Gesetz gegen das Rauchen an öffentlichen Plätzen sowie am Arbeitsplatz gibt.

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Kommentare

  1. Gastuser 21.02.2018 07:16 Uhr

    Almosenempfänger - Viele in der Politik bleiben nur wegen der Almosen die sie von den Konzernen erhalten, wenn sie nach deren Pfeife tanzen. Deswegen wird auch TTIP und CETA von der Politik gegen den Willen der Gemeinschaft durch gesetzt. Das hat mit Freihandel nichts zu tun, sondern bemächtigt den Konzernen die totale Weltherrschaft. Menschen die den Lebenssinn nur in materiellen Wertigkeiten und Macht sehen, sind ängstliche armseelige Menschen durch Konditionierung und Indoktrination. So ein Verhalten hängt auch mit der Kindheit zusammen, daher sind solche Menschen nicht in ihrer Mitte und leben aus dem Verstand heraus ohne jegliches Bewusstsein gegenüber sich selbst zu allem Sein! Wir müssen unser Leben aus dem Herzen heraus leben, denn nur dieses kennt die Wahrheit (mitlerweile Wissenschaftlich bestätigt)! Liebe Grüße an Alle und auch an jene die noch nicht wissen weswegen sie auf die Welt gekommen sind, woher sie kommen und wohin sie danach wieder gehen werden.

    0   0 Antworten
  2. Gastuser 20.02.2018 19:56 Uhr

    Don`t Smoke Raucherbegehren - Die von der FPÖ proklamierte direkte Demokratie ist reine Augenauswischerei.Die Gesundheitssprecherin der FPÖ die das Rauchen befürwortet ist eine totale Falschbsetzung und untragbar. Hat diese Partei keine andere Aufgaben als bei Rot Rechtsabbiegen sowie 140 kmh auf der Autobahn zu befürworten. Viel intelligenter wäre es dieses Idioten(i)nen abzuschaffen. Sonst könnte es passieren dass unsere Kinder vor lauter Idioten i der schönen alten Deutschen Sprache nicht mehr fähig sind.

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