Silvester-Feuerwerk samt Folgen zieht Konsequenzen nach sich

Silvester-Feuerwerk samt Folgen zieht Konsequenzen nach sich

Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 07.01.2019 16:20 Uhr

LINZ. Neben diversen Sachschäden und Verletzungen belasten die Feuerwerke in der Silvesternacht auch die Linzer Luft massiv. Initiativen zur besseren Überwachung von pyrotechnischen Produkten werden daher von der Landesregierung diskutiert. Ein Expertengremium wird einberufen.

Mehrere – zum Teil – Schwerverletzte, Brände mit schweren Schäden in Linz und Oberösterreich sowie ein tragischer Todesfall im Innviertel – das ist die Bilanz der vergangenen Silvesternacht. Zudem wirken sich die Feuerwerkskörper auch auf die ohnehin stark belastete Linzer Luft aus: „Emissionen von Feinstaub durch Feuerwerkskörper haben einen wesentlichen Anteil an der Gesamtbelastung und machen laut Analysen der Umweltabteilung im langjährigen Schnitt rund ein Zehntel jener aus dem Straßenverkehr aus“, erklärt Landesrat Rudi Anschober.

Hohe Feinstaubkonzentration

Trotz guter Durchlüftung aufgrund relativ starken Windes lagen die Feinstaubkonzentrationen auch heuer in der Neujahrsnacht massiv über den üblichen Werten: So lag der Feinstaubwert bei der Messstelle Linz Neue Welt am Vormittag des 31. Dezember 2018 – bevor die meisten Raketen und Kracher gezündet wurden – zwischen acht und 15 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der höchste Halb-Stunden-Mittelwert lag bei 172 Mikrogramm pro Kubikmeter. Das ist das Zehnfache der normalen Werte. Auch der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde um ein Vielfaches überschritten.

Wartehütte gesprengt

Doch nicht nur die Luftqualität in Linz leidet unter dem Silvesterfeuerwerk. So wurde dieses Jahr unter anderem eine Wartehütte der Linz AG Linien gesprengt. Ein unbekannter Täter warf in der Ennsfeldstraße einen unbekannten pyrotechnischen Gegenstand in die Straßenbahnhaltestelle, wobei nach der Detonation die gesamte Verglasung zersprang und die Sitzbank aus Holz beschädigt wurde.

Probleme beim Vollzug des Gesetzes

Regelungen zum Besitz und Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen finden sich im Pyrotechnikgesetz 2010. Grundsätzlich dürfen nur Feuerwerkskörper bis zur Kategorie F2 an Personen ohne besonderen Sachkundenachweis abgegeben und von diesen verwendet werden. Die zum Jahreswechsel üblicherweise verwendeten pyrotechnischen Gegenstände fallen größtenteils in die Kategorie F2. „Wir haben in Oberösterreich ganz offensichtlich ein massives Problem beim Vollzug dieser Regelungen. Davon ist durch die vergleichsweise hohe Emission von Feinstaub die Umwelt betroffen, ganz offensichtlich aber auch die Sicherheit“, erklärt Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne).

Mehr Sicherheit gefordert

Dieser thematisierte die Problematik auch in der vergangenen Sitzung der Landesregierung. Dort wurde auch der Vorstoß für ein Expertengremium von Sicherheitslandesrat Podgorschek (FPÖ) aufgenommen. Dieser wird nun einen Arbeitsprozess unter Einbeziehung der Experten der Umweltrechtsabteilung starten. Das Ziel: der Vollzug des bestehenden Gesetzes.

Erste Schritte bereits gesetzt

„Erste Schritte wurden von meiner Umweltrechtsabteilung Mitte Dezember bereits unter Einbeziehung von LPD und Bezirkshauptmannschaften gesetzt. Darauf kann gut aufgebaut werden“, so Anschober. Auch im Büro von Landesrat Podgorschek ist man bereits auf der Suche nach geeigneten Experten.

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Kommentare

  1. Mag. Max Schramayr 17.01.2019 16:58 Uhr

    Silvesterfeuerwerk - Diese unnütze Lärmbelästigung als Brauchtum zu deklarieren ist purer Nonsens. Die Umweltbelastung und Lärmbeeinträchtigung von Mensch und Tier wird nicht einmal erwähnt.

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