Mühlviertel 110kv: Offener Brief an Landesrat Achleitner

„Mühlviertel 110kv“: Offener Brief an Landesrat Achleitner

Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 07.03.2019 12:00 Uhr

MÜHLVIERTEL. Nachdem Landesrat Markus Achleitner vergangene Woche eine Stellungnahme zur „Erdkabel statt Freileitung“-Demonstration veröffentlichte, reagierten die Vertreter von „Mühlviertel 110kv“ mit einem offenen Brief. 

In dem offenen Brief der Initiative „Mühlviertel 110v“ - verfasst von Manfred Fischerlehner - wird scharfe Kritik an der Stellungnahme von Landesrat Markus Achleitner geübt, die am selben Tag der Demonstration an die Medien ausgesandt wurde. Er hätte den Demonstranten seine Meinung auch direkt bei der Veranstaltung mitteilen können, heißt es in dem Brief. Dem Landesrat werde außerdem aufgrund dieser Vorgehensweise „Geringschätzung gegen über der Bevölkerung“ vorgeworfen. Weiters werde klar gestellt, dass es nicht darum gehe, sich gegen eine sichere Stromversorgung aufzulehnen sondern gegen das „Wie“. 

Der vollständige Inhalt des Briefes: 

„Sehr geehrter Herr Landesrat,

Wenn Sie so schnell eine Stellungnahme parat haben, hätten Sie diese auch direkt den Anwesenden vorm Landhaus mitteilen können. Hier spiegelt sich Ihre offensichtliche Geringschätzung gegenüber der Bevölkerung. Waren Sie aber aus Termingründen gar nicht anwesend, liegt es nahe, dass der Medienbericht bereits vorgeschrieben war, was erst recht eine Geringschätzung der Menschen des Landes nahelegt.

Zum Inhalt Ihres Berichtes möchte ich sagen, dass niemand im Land gegen eine sichere Stromversorgung ist, sondern es geht um das WIE. Das haben jene, die sich am Donnerstag vorm Landhaus versammelt haben, zum Ausdruck gebracht. Wenn man die große Zahl der anwesenden Menschen betrachtet, waren es nicht nur ein paar betroffene Grundeigentümer, sondern auch viele, die mit dem Raubbau an unserer schönen Heimat nicht mehr einverstanden sind.

Das sollte Ihnen als Verantwortungsträger für dieses Land bewusst sein. Wenn Sie  behaupten, ein Betrieb hätte sich auf Grund der schlechten Strominfrastruktur im Innviertel nicht ansiedeln können, so erklären Sie mir, auf Grund welcher Basis Sie diese Äußerung getätigt haben? Das Projekt Stromversorgung Pramtal steht schon seit über 20 Jahren im Raum. In dieser Zeit stieg der Stromverbrauch in der  Region sicher mehr, als dieser eine Betrieb je benötigt hätte. Ist es jetzt in einigen Häusern dunkel?

Selbst wenn das Stromnetz im Innviertel so am Limit wäre, ist diese Situation nicht Schuld der besorgten Menschen, sondern erst recht das Versäumnis der Politik. Haben  doch 100% der Grundeigentümer  schriftlich erklärt, ihren Grund und Boden für eine Erdkabelvariante zur Verfügung zu stellen. Hätte man sich also vor 20 Jahren für eine zukunftsorientierte Erdkabelvariante entschieden, könnte  bereits 20 Jahre Strom transportiert und somit Geld verdient werden.

So wird einerseits die heimische Wirtschaft gestärkt, andererseits profitieren alle Bewohner des Landes. Auch Ihr angesprochener Betrieb hätte sich längst ansiedeln können.

Jene Menschen die Tag für Tag mit ihrer Händearbeit die Wirtschaft des Landes aufrecht erhalten, auf so billige Art und Weise mit Aussagen zu verunsichern, ist eines Wirtschaftslandesrates nicht würdig.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Fischerlehner

Vater von vier wunderbaren Kindern, deren Zukunft und die vieler anderer möglicherweise im wahrsten Sinne des Wortes verbaut wird.“

Landesrat Achleitner wird nicht reagieren

Von Seiten des Landesrates heißt es indes, dass dieser nicht auf den Offenen Brief reagieren werde. Er habe seine Position zum Thema 110kv-Leitungsprojekt Mühlviertel und zur Demo ja bereits in seiner Presseaussendung vom Donnerstag dargelegt. 

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Kommentare

  1. Rudolf N. 08.03.2019 13:48 Uhr

    - Die "Nichtstellungnahme" sagt schon alles, Überheblichkeit hat einen Namen - ......... Nur zum "lächeln" brauchen wir eigentlich keinen LR.

    0   0 Antworten
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