Dreifaltigkeitssäule wird für Generalsanierung eingerüstet

Dreifaltigkeitssäule wird für Generalsanierung eingerüstet

Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 15.05.2019 16:38 Uhr

LINZ. Ab Juni startet die Generalsanierung der Linzer Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz. Für rund ein halbes Jahr verschwindet das Wahrzeichen dann hinter einem Gerüst.

Bereits im August 2016 wurde eine Musterrestaurierung eines kleinen Teils der Säule durchgeführt. Seither erstrahlt der Hl. Florian wieder in neuem Glanz. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse waren Grundlage für die fundierte Ausschreibung und für die Kostenschätzung der Gesamtrestaurierung.

Genaue Bestandserhebung

Im März heurigen Jahres dokumentierten zwei Fachexperten – ein Steinrestaurator und ein Experte für vergoldete Metallskulpturen – den aktuellen Stand. Die Säule wurde dabei im Detail abfotografiert und die Beschädigungen als Basis für die Sanierung so exakt erfasst. Die Sanierung selbst wird nun im Juni beginnen: „Wir werden im Juni mit der Einrüstung der Säule beginnen. Das Gerüst wird 20 Meter hoch“, kündigt Bürgermeister Klaus Luger.

Entfernen von Taubenkot und Schmutz

Nach dem Aufbau des Gerüsts, wird der Strahlenkranz für eine gründliche Renovierung abgenommen. Zudem starten die Sanierungsarbeiten am Stein. Dabei werden die Taubenkot-, Staub- und Schmutzablagerungen mittels Feinstrahltechnik entfernt. Andererseits sind Restaurierungsmaßnahmen bei allen Teilbereichen notwendig – wie etwa die Neuanfertigung von fehlenden Teilen (Finger, Flügel, Hände), die Anbringung von Nirosta-Armierungen, das Verschließen von Rissen, die Erneuerung der Inschriften und das Imprägnieren der gesamten Kalksteinoberfläche.

Gerüst steht bis November

„Im November wird das Gerüst weggenommen“, so Erwin Wellisch vom Planungsbüro Wellisch. „Je nach Witterung wird nächstes Jahr die Basis in Angriff genommen.“ Der Strahlenkranz wird gegen Ende der Sanierungsarbeiten voraussichtlich mit Hilfe eines mobilen Krans wieder montiert. Mitte 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Kosten von 350.000 Euro

Die Kosten für die Generalsanierung sind dabei mit rund 350.000 Euro angesetzt. Rund 100.000 Euro davon übernimmt als Sponsor die Sparkasse Oberösterreich, die wie bei der letzten Sanierung wieder mit an Bord ist. Den Rest der Kosten trägt die Stadt Linz. Eine Förderung durch das Bundesdenkmalamt OÖ ist bereits zugesagt, ein Förder-Ansuchen an das Land OÖ gestellt, so Julius Stieber, Direktor der Magistratsabteilung Kultur und Bildung.

Bisher acht Renovierungen

Insgesamt wurde die Säule während ihres gut 300-jährigen Bestehens bereits acht Mal renoviert. Das erste Mal knapp 60 Jahre nach ihrer Errichtung in den Jahren 1778 bis 1780. Die letzte Generalsanierung wurde 1983/84 durchgeführt. Dabei wurde auch das Fundament erneuert.

Die Zahl „Drei“ als durchgängiges Motiv

Im Jahr 1713 gelobten die Stadt Linz und ihre Einwohner die Errichtung einer großen steinernen Säule zu Ehren der Dreifaltigkeit und der unbefleckten Jungfrau Maria aus Dankbarkeit für die Befreiung von der Pest, der Errettung vor Kriegsgefahren sowie der Bewahrung vor einem Großbrand. Dem entsprechend sind auch die drei Heiligenfigur auf dem Sockel der Säule gewählt: der Pestheilige Sebastian, der Feuerpatron Florian und Erzbischof Karl Borromäus, ebenfalls Pestheiliger und außerdem Namenspatron des damals herrschenden Kaisers. Die Zahl „Drei“ ist zusätzlich das überragend formgebende Prinzip der Säule: Auf einer dreieckigen Basis mit drei Inschriften und Wappen – von Stadt, Land und Kaiser – befinden sich die drei Heiligen. Die Wolkensäule ist mit rund 30 jubilierenden Putten und einer Marienfigur geschmückt. Darauf thront die heilige Dreifaltigkeit – Gottvater, Gottsohn und die Taube als Heiliger Geist.

Pranger musste der Säule weichen

Für die Errichtung der Dreifaltigkeitssäule musste auf dem Hauptplatz erst Platz geschaffen werden. Bis 1716 befand sich hier der Pranger, der dem neuen Denkmal weichen musste und auf den Taubenmarkt verlegt wurde. Die fast 20 Meter hohe Säule aus Salzburger Marmor (= Untersberger Marmor) wurde nach einem Entwurf von Antonio Beduzzi zwischen 1717 und 1723 erbaut.

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