Aschermittwoch: Wissenswertes rund um die Fastenzeit

Aschermittwoch: Wissenswertes rund um die Fastenzeit

Sebastian Wallner Sebastian Wallner, Tips Redaktion, 14.02.2018 06:30 Uhr

Warum fasten Christen und woher kommt der Brauch des Fastens überhaupt? Und warum behaupten alle, dass die Fastenzeit 40 Tage dauert, obwohl es von Aschermittwoch bis zur Osternacht doch 46 Tage sind? 

Fastenzeiten gibt es nicht nur im Christentum, sondern auch in allen anderen Weltreligionen. Während der Fastenzeiten sollen sich die Gläubigen auf das Wesentliche beschränken und ihre Beziehung zu Gott intensivieren. Vorbilder dafür finden sich in vielen heiligen Schriften: Jesus fastete 40 Tage in der Wüste, bevor er sein öffentliches Wirken begann, Mohammed fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde und Moses fastete 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg Sinai, bevor ihm Gott die zehn Gebote anvertraute.

Fasten in der Antike

Fasten als Nahrungsverzicht ist aber schon seit der Antike bekannt. Hippokrates von Kos schreibt im vierten Jahrhundert vor Christus: „Wer stark, gesund und jung bleiben und seine Lebenszeit verlängern will, der sei mäßig in allem, atme reine Luft, treibe tägliche Hautpflege und Körperübung, halte den Kopf kalt, die Füße warm und heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei.“

Warum beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch?

Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 legte als Ostertermin den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fest. Dem sollte ein 40-tägiges Fasten vorangehen - die Zeit die Jesus in der Wüste verbrachte. Wer nachrechnet wird allerdings feststellen, dass vom Aschermittwoch bis zur Osternacht 46 Tage vergehen. Das liegt daran, dass die Sonntage nicht als Fastentage gezählt werden.

Was hat es mit dem Aschenkreuz auf sich?

Das Aschenkreuz gilt als Symbol der Reinigung, gleichzeitig aber auch als Mahnmal der Vergänglichkeit. Mit den Worten „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ zeichnet der Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn. Gewonnen wird die Asche aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres.

Fasten heute

Selbst von vielen Christen, die ihren Glauben nicht mehr praktizieren, werden die strengen Fasttage Aschermittwoch und Karfreitag nach wie vor eingehalten. Das betrifft vor allem den Verzicht auf Fleisch. Während der christliche Hintergrund der Fastenzeit nichtsdestotrotz immer mehr in den Hintergrund rückt, liegt das Fasten im Sinne einer Zeit des Verzichts im Trend. In Österreich geben laut einer Umfrage von meinungsraum.at  40 Prozent der Befragten an, in der Fastenzeit auf etwas verzichten zu wollen.

Ganz vorne liegen dabei der Verzicht auf Süßes, Alkohol, Fleisch und Wurst. Auch der Verzicht auf soziale Medien, das Internet insgesamt oder das Mobiltelefon wird immer beliebter. Neben einigen glaubensbezogenen Angeboten gibt es selbst in der katholischen Kirche Initiativen wie das Autofasten, welche unabhängig von der Religion zu einem bewussteren Leben einladen sollen.

Bayrisches Tanzverbot

Wie bereits erwähnt rückt der christliche Hintergrund der Fastenzeit immer mehr in den Hintergrund. Von dieser Entwicklung unbeeindruckt gilt in Bayern am Aschermittwoch von zwei Uhr bis Mitternacht ein Tanzverbot. Nicht nur Tanz-, sondern auch andere öffentliche Veranstaltungen, die über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen, sind ab diesem Zeitpunkt untersagt. Am Karfreitag und Karsamstag ist das Tanzverbot sogar den ganzen Tag über aufrecht. Das Tanzverbot gibt es auch in allen anderen Bundesländern Deutschland in verschiedenen Ausprägungen.

 

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