Landestheater zieht Spielzeit-Bilanz: Nach Hype in der Normalität angekommen

Landestheater zieht Spielzeit-Bilanz: „Nach Hype in der Normalität angekommen“

Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 11.01.2019 15:32 Uhr

LINZ. Bilanz über die Spielzeit  2017/18 zogen Landestheater-Intendant Hermann Schneider und der scheidende Vorstandsdirektor Uwe Schmitz-Gielsdorf. Auch wenn die Besucherzahl und Auslastungsquote leicht zurückgegangen ist, bleibt das Ergebnis wirtschaftlich wie künstlerisch auf stabil hohem Niveau.

Die Spielzeit 2017/2018 unter dem Motto „Für immer jung“ war die zweite gemeinsame von Schneider und Schmitz-Gielsdorf und die erste gemeinsame mit Chefdirigent Markus Poschner. Für Schmitz-Giesldorf war es gleichzeitig die letzte, er wird mit 14. Jänner von Thomas Königstorfer abgelöst.

328.000 Besucher in den Landestheater-Häusern

In der Spielzeit 2017/18 wurden die Häuser des Landestheaters Linz von 328.100 Gästen besucht (Vorjahr 339.880), das ist die niedrigste Zahl seit Bestehen des Musiktheaters 2013/14. 15.734 Abonnenten werden gezählt (Vorjahr 16.361)

Die Auslastung erreichte 81,79 Prozent, nach 83,84 Prozent im Vorjahr.

„Nach Hype in der Normalität angekommen“

Intendant Herman Schneider führt den Rückgang darauf zurück, dass nicht die „Bock Buster“ gezeigt worden wären. „Ich sehe es aber als Auftrag, dem Publikum andere Stücke näher zu bringen.“ Er wolle den Weg weiter gehen, auch unbekanntere Werke zu zeigen und an seiner künstlerischen Ausrichtung nichts ändern, so Schneider. Ein zweiter Grund sei, dass der Hype um das neue Musiktheater am Anfang sehr groß war, „wir aber mittlerweile in der Normalität angekommen sind. Und hier stehen wir gut da.“

„Spielzeit finanziell unter Druck“

Trotz Kürzungen des öffentlichen Budgets konnte ein ausgeglichenes Jahresergebnis erwirtschaftet werden. „Die Spielzeit stand finanziell unter besonderem Druck mit einer relativ kurzfristigen Zuschusskürzung. Das hat die Spielzeit unter schwierige Vorzeichen gestellt, da das Haus langfristig plant“, so Schmitz-Gielsdorf. Um rund 1,4 Millionen Euro tatsächlich gezahlten Zuschuss bekam die OÖ Theater und Orchester GmbH weniger. Die Subvention betrug in der Spielzeit 2017/18 für Theater und Orchester etwas mehr als 38,01 Millionen Euro.

Kartenerlöse gestiegen

Das Weniger an Besuchern spiegelt sich allerdings nicht in den Kartenerlösen wieder: 9,87 Millionen Euro kamen durch Kartenverkauf herein, zum Vergleich: 9,55 Millionen waren es in der Spielzeit 2016/17. Der durchschnittliche Nettoerlös pro Karten betrug 30,09 Euro. Durch Kooperationen, Einnahmen aus Gastspielen oder Vermietungen wurden knapp über 12 Millionen Euro erwirtschaftet.

Bei Eigendeckungsgrad im Spitzenfeld

Mit einem Eigendeckungsgrad von 24,6 Prozent (im Vorjahr 25,2 Prozent) liegt die TOG weiterhin im Spitzenfeld und über den Zahlen vergleichbarer Mehr-Sparten-Häuser im deutschsprachigen Raum.

Zahlreiche Preise und Auszeichnungen

Neben der regen internationalen Präsenz etwa mit der erfolgreichen UK-Tour des Bruckner Orchesters regnete es mehrere Auszeichnungen, darunter für Mei Hong Lins Tanzstück „Die kleine Meerjungfrau“ und für die Musical-Produktionen „In 80 Tagen um die Welt“ und „Ghost – Nachricht von Sam“.

Zum künftigen Weg des Landestheaters meint Intendant Hermann Schneider, dass der Weg der Kooperationen mit Außenwirkung ein wichtiger sei, der aber einhergehen müsse mit einer Regionalisierung. So will das Landestheater noch stärker im Bundesland vor Ort präsent sein. Die Serie von Kooperationen – wie etwa mit Stage Entertainment (Musical „Ghost) sollen fortgeführt werden.

Durch die Kündigung des Theatervertrages durch die Stadt Linz sei die TOG in ihrer Planung sehr beeinträchtigt worden, mit der gesamten Planung sei man später dran, der Vorverkauf werde dadurch später starten. Mittlerweile habe man zwar Sicherheit für die Saison 2019/20, wie es dann weiter gehe, sei aber noch offen.

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