Fridays for Future gegen den Klimawandel: Rund 1.000 Schüler streiken am Linzer Hauptplatz

„Fridays for Future“ gegen den Klimawandel: Rund 1.000 Schüler streiken am Linzer Hauptplatz

Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 13.03.2019 17:55 Uhr

LINZ. Schüler gehen freitags während der Schulzeit auf die Straße – ihr Anliegen ist ein großes und gleichzeitig überlebensnotwendiges: Der Klimaschutz und die Zukunft des Planeten. Am Freitag, 15. März, ruft „Fridays for Future“ weltweit zum Klimastreik auf, in rund 1.400 Städten gibt es Demonstrationen – auch am Linzer Hauptplatz. Über 1.000 Teilnehmer werden dazu erwartet.

Als als Teil von „Fridays for Future“ demonstrieren junge Menschen, Schüler und Studenten jeden Freitag für den Klimaschutz. „Fridays for Future“ ist ein friedvoller Protest nach dem Vorbild der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament streikt, statt in die Schule zu gehen.

Wie Ida Berschl, eine der Initiatoren der Kundgebung in Linz erläutert, fordern die jungen Aktivisten fordern unter anderem, dass das 1,5 Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen eingehalten wird, eine klare Kommunikation mit der Bevölkerung darüber, wie dringen die Lage der Klimakrise ist, einen Plan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine ökosoziale Steuerreform.

Großer weltweiter Protest am Freitag, 15. März

Im Jänner haben die jungen Aktivisten zu acht vor dem Linzer Landhaus mit dem freitäglichen Protest begonnen, am Freitag, 15. März, werden am Linzer Hauptplatz über 1.000 Teilnehmer erwartet. „Mittlerweile gibt es Gruppen wie 'Parents for Future', 'Grandparents for Future' und 'Scientists for Future', freut sich Berschl. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Hauptplatz, nach Ansprachen folgt um 12 Uhr ein großer Demozug.

Fehlstunden in Schule: Anschober fordert bundesweite Lösung

Gestreikt wird immer freitags während der Schulzeit. Man wolle eigentlich gar nicht während der Schulzeit streiken. “Wir müssen aber, weil wir sonst keine Aufmerksamkeit bekommen würden. So erreichen wir die Leute und sie müssen sich damit beschäftigen„, so Aktivist Bjarne Kirchmair, Schüler am Georg von Peuerbach-Gymnasium Linz. Fehlstunden seien das kleinere Problem angesichts dessen, dass es um die Zukunft des Planeten gehe. Man habe das große, ganze im Auge.

In Oberösterreich wird von den Schulen autonom geregelt, wie mit den freitags streikenden Schülern umgegangen wird. Landesrat Rudi Anschober empfiehlt allen Teilnehmern eine einvernehmliche Vorgehensweise mit den Schuldirektionen. Auch appelliert Anschober an Bildungsminister Heinz Faßmann, eine bundesweit einheitliche Lösung zu schaffen, die Schülern die Teilnahme an den Demos ohne Sanktionen ermöglicht. “Wenn Jugendliche sich politisch für ihre Zukunft und die Zukunftssicherung unseres Planeten engagieren, dann dürfen sie nicht dafür bestraft werden, dann muss dieses Engagement unterstützt werden.„

“Es geht einfach um die Zukunft unseres Planeten„

“Seit 1990 gibt es seitens der Wissenschaft klare Prognosen die sagen, dass wir drastisch C02 reduzieren müssen, weil die Auswirkungen sonst sehr schwerwiegend sind. Wir sind bereits mittendrin„, so Landesrat Anschober. “Die Politik hat bisher herzlich wenig getan und die Trendwende bisher nicht umgesetzt. Das ist ein schweres Versäumnis, weil es ganz einfach um die Zukunft unseres Planeten geht. Mit dem Hitzesommer 2018 haben wir in Oberösterreich gemerkt, was kommen wird.„ 

Er sei froh, dass es immer mehr werden, die wollen, dass heute Politik für morgen gemacht werde und freut sich auch, dass Oberösterreichs Klimaschutzbewegung weiter wächst. Mittlerweile gibt es in Oberösterreich auch bereits 291 Klimagemeinden, 719 klimafreundliche Betriebe, 2010 Schulen sind Teil des Klimabündnisses und auch 32 Pfarren, wobei hier heuer weitere zehn dazukommen.

 Mehr Infos zur Bewegung “Fridays for Future„ gibt's unter www.fridaysforfuture.at

 

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Kommentare

  1. Hartlieb Wild 18.03.2019 11:02 Uhr

    Chapeau und Respekt der engagierten Jugend! - Für Kritiker wegen „Schulschwänzens“: Non scolae, sed vitae discimus ..:! ;-) Dazu zwei wichtige Hinweise: Schaut Euch die Studie von ADELPHY, Berlin, an, welche Politiker und Parteien den Klimawandel als eine Art natürliches Phänomen kleinreden und laufend gegen das Erreichen der Klimaziele stimmen. ? Link: https://www.adelphi.de/de/publikation/convenient-truths („Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe“) – zB die Seiten17 und 27 Und: GEHT ZUR EP–WAHL und erteilt diesem schädlichen Popolismus eine klare Absage!

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