Simon Vitecek erkundet in Zukunft die Insektenfauna in der Region

Simon Vitecek erkundet in Zukunft die Insektenfauna in der Region

Sandra Tonner, Leserartikel, 23.08.2018 06:00 Uhr

LUNZ/SEE. Das Forschungszentrum Wasser Cluster Lunz (WCL) hat seit August eine neue Arbeitsgruppe. Diese fünfte Arbeitsgruppe namens „QUIVER“ wird sich mit regionalen und globalen Mustern von Insektenbiodiversität unter Verwendung klassisch taxonomischer und molekularer Methoden befassen.

„Das Interesse an kleinen Lebewesen beginnt damit, dass man auf sie aufmerksam wird“, so Simon Vitecek. Er konnte sich in einem Auswahlverfahren durchsetzen und wird in Zukunft am Wasser Cluster Lunz (WCL) mit der Insektenfauna der Region um Lunz sowie international beschäftigen, und molekularbiologische Methoden mit klassisch taxonomischen Ansätzen kombinieren. der sich unter anderem mit der Artenvielfalt und den Verwandtschaftsverhältnissen aquatischer Insekten beschäftigt.

Im Laufe seiner Dissertation, die er 2015 an der Universität Wien abschloss, vertiefte er sich in die faszinierende, jahrhundertealte Tradition der Entomologie, der Insektenkunde. Aktuell beforscht Simon Vitecek, in enger Kooperation mit herausragenden Forschern am Senckenberg Forschungsinstitut, dem Naturmuseum Frankfurt und der Brigham Young University, die Seide der Köcherfliegen. Daher sammelt er Köcherfliegenpuppen am Lunzer Untersee, um aderen Erbgut zu analysieren.

Doch die neue Arbeitsgruppe am WasserCluster Lunz hat auch ein Auge für das große Ganze. So wird die Entstehung von Artenvielfalt und Trennung verschiedener Insektengruppen im Zusammenhang mit geologischen Ereignissen wie Plattentektonik durch computer-intensive Analysen in Beziehung gesetzt. Zusätzlich wird die vor Jahrzehnten in Lunz begonnene Forschungsarbeit fortgesetzt: In einem weltweit einzigartigen Ansatz wurden hier ökologische Studien an Wasserinsekten vorgenommen - diese Daten können Aufschluss darüber geben, wie sich die Artenvielfalt und Masse von Wasserinsekten unter dem Einfluss des Menschen verändert haben. „Das Problem ist nämlich, dass wir meistens nicht wahrnehmen, was wir vernichten. Auch wenn wir darauf angewiesen sind und es uns erst dann auffällt, wenn das, was wir als selbstverständlich betrachten. nicht mehr funktioniert. Wie die Bestäubung von Obstbäumen, die durch das regionale Aussterben von Bienen in China, nun von Menschen besorgt werden muss“, bringt Simon Vitecek unsere Abhängigkeit von Insekten im Allgemeinen auf den Punkt. Wasserinsekten haben in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle, da diese Tiere für die Umverteilung von Nährstoffen aus dem Wasser hinaus in die umgebenden Ökosysteme sorgen.

Mit der neuen Arbeitsgruppe „Quiver“ werden dem WCL neue Kooperationen erschlossen, und die Forschung zu Veränderung der Artenvielfalt vor Ort verstärkt. Damit kann der Wasser Cluster Lunz in seinem elften Jahr sein wissenschaftliches Wachstum fortsetzen und sich Schritt für Schritt als wichtiger Player auf der europäischen Forschungslandkarte positionieren.

Weitere Informationen zum Projekt unter http://www.wasserkluster-lunz.ac.at

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