Verkehrsbelastung durch Bahn-Einstellung

Verkehrsbelastung durch Bahn-Einstellung

Online Redaktion, 19.04.2018 12:27 Uhr

BEZIRK. Die Einstellung der Donauuferbahn nimmt immer groteskere Züge an: Während der Abschnitt von Emmersdorf bis Weitenegg wieder für Bauzüge befahrbar gemacht wurde, müssen tausende Tonnen Gleisschotter per LKW durch die Ortszentren von Persenbeug und Ybbs gebracht werden.

Die NÖVOG sanierte seit Februar einige Gleisabschnitte der touristischen Wachaubahn zwischen Spitz und Emmersdorf. Für die Transporte von altem Gleisschotter und Altschwellen wurden die vier Kilometer zwischen Emmersdorf und Weitenegg wieder befahrbar gemacht. Nun ist von der fast 110 Kilometer langen Donauuferbahn, die einst Krems mit St. Valentin verbunden hatte, nur mehr der Streckenabschnitt von Weitenegg bis Weins nicht befahrbar. Dieser eingestellte Streckenabschnitt, wegen dem die durchgehende Verbindung zwischen Linz und Wien nun zerstört wird, ist also nur mehr 21 Kilometer lang.

LKW durch Ortszentren und 120 Kilometer Umweg

Für die Baustelle in der Wachau bestellte die NÖVOG 5200 Tonnen neuen Gleisschotter bei der Loja in Gottsdorf. Umständlicherweise konnte das Gestein nicht über den direkten, 30 Kilometer kurzen Weg nach Schwallenbach gebracht werden, weil das Mittelstück eingestellt ist. Daher musste der Schotter mit fast 450 LKW-Fahrten durch die Zentren von Persenbeug und Ybbs zum Bahnhof Kemmelbach gebracht werden, von wo aus die Schotterzüge über St. Pölten und Tulln Richtung Wachau fuhren – ein mehr als 120 Kilometer langer Umweg. „Für das große Schotterwerk konnten konkrete positive Pläne zum Rückkehr zum Bahntransport bis dato nicht verwirklicht werden, weil das Land auf dem lebensfremden Standpunkt steht, dass das Unternehmen oder die Gemeinden die Verkehrsinfrastruktur selbst zahlen sollten. Daher donnern nach wie vor etwa 75 LKW täglich über Persenbeug, was für die Anwohner nicht lustig ist, Straßen ruiniert und auch nicht der immer wieder beschworenen Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene entspricht“, ärgert sich Josef Baum von der Initiative Verkehrswende NÖ. Auch eine geplante Materialseilbahn über die Donau zur Westbahn scheint unrealistisch.

Maßnahmen und die offizielle Linie

Trotz dieser Umstände begannen am Montag in Krummnußbaum die Abrissarbeiten der Gleise bei den Bahnübergängen. Von offizieller Seite hörte man in Mobilitätsfragen unlängst: „So wie Niederösterreich schon in Fragen der erneuerbaren Energie einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leistet, werden wir das auch in Fragen der Mobilität tun. Wir werden uns aktiv in die Diskussion einbringen und dort Schritte setzen, wo wir selbst zuständig sind“, so der neue Mobilitäts-Landesrat für Niederösterreich, Ludwig Schleritzko (ÖVP). Die durchgehende Erhaltung und Ertüchtigung der Donauuferbahn für weniger als 20 Millionen Euro wäre ein kleiner Beitrag dazu. Vor allem wenn man bedenkt, dass für Straßenprojekte hunderte Millionen ausgegeben werden. Allein die Umfahrung Zwettl kostete 155 Millionen Euro.

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Kommentare

  1. Gastuser 22.05.2018 09:38 Uhr

    Wird sich das Blatt doch noch wenden? - Hallo liebe Eisenbahnfreunde! Dieser Artikel zeigt einmal ein anderes Bild, während die meisten Berichte entweder darüber informieren, dass der Abbau wiedermal gestoppt wurde, oder wieder geschrieben wird das es nun endgültig vorbei ist, ließt man hier andere Sachen heraus. Es ist die Rede das die NÖVOG extra für Bauzüge den Abschnitt emmersdorf-weitenegg wieder einigermaßen befahrbar gemacht haben. ABER WARUM? Weiters wurden jetzt neulich auch die Bahnübergänge erneuert und das nicht nur in Dürnstein sondern an der ganzen Bahnstrecke.... Für diese Arbeiten braucht man sicher keine Bauzüge oder Schüttgutwagen, welcher eher für einen neuen Gleischotter sprechen. (siehe Bild) Ich glaube da kann sich einiges ändern. Vielleicht wird der Streckenabsnitt bis Weitenegg schon bald auch für die Tourismus-Züge befahrbar sein. Unterschreibt bitte bei der Petition!!! -> https://donauuferbahn.aktivist.in/ Hoffentlich wendet sich das Blatt. Maximilian Münzberg

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