Science Busters: Über esoterischen Schmarrn und unendlich lange Abende

Science Busters: Über esoterischen Schmarrn und unendlich lange Abende

Martin  Grob Martin Grob, Tips Redaktion, 10.02.2018 15:00 Uhr

Mautern. Die „Science Busters“, um den Zeremonienmeister Martin Puntigam, den gebürtigen Kremser Astronomen und Science-Blogger Florian Freistetter und den Molekularbiologen Helmut Jungwirth, kommen am 17. Februar in die Römerhalle. Tips hat das Trio zum Interview gebeten. Karten für den Abend gibt es auf der Website www.bestmanagement.at.

Tips: Am 17. Februar treten Sie mit Ihrer Show „Warum landen Asteroiden immer in Kratern“ in der Römerhalle auf. Was dürfen sich die Besucher erwarten?

Martin Puntigam: Zahllose Witze und die Beantwortung einiger der wichtigsten Fragen der Welt: Kann man in einem Schwarzen Loch zu spät kommen? Ist der Leib Christi glutenfrei? Außerdem gibt es am Ende ein außerordentlich köstliches Dessert für alle, gratis zum Kosten. Und es wird eng getanzt. Da sollte für alle was dabei sein.

Tips: Seit über zehn Jahren heißt es nun schon „Wer nichts weiß, muss alles glauben“. Wie viel Spaß macht es Ihnen noch, die Menschen zu unterhalten und gleichzeitig weiterzubilden?

Puntigam: Wer sich, so wie wir, gerne in Gesellschaft wichtig macht, der kann die Freude am Angeben mit aufklärerischem Anspruch gar nie verlieren. Außerdem lernen wir dabei immer wieder Menschen kennen, die auf ihrem Gebiet mehr wissen als wir, etwa beim Büchertisch nach der Show. Es lohnt sich für uns also immer.

Tips: Herr Freistetter, Sie sind gebürtiger Kremser und mittlerweile einer der bekanntesten deutschsprachigen Science-Blogger. Wie sehr freuen Sie sich, am 17. Februar „nach Hause“ zu kommen?

Florian Freistetter: Ich freue mich natürlich, wenn ich wieder mal zurück in meine alte Heimat kommen kann. Krems hat für mich deutlich an Attraktivität gewonnen, seit ich in Deutschland lebe und ist definitiv die schönste Stadt Österreichs (was ich jetzt natürlich nur sage, um irgendwann einmal Ehrenbürger der Stadt zu werden).

Tips: Sie haben sich schon häufiger mit der Welt der Esoterik und des Aberglaubens auseinandergesetzt. In Österreich gibt es in der Gesellschaft einen großen Platz für Pseudowissenschaft. Inwieweit möchten Sie hier auch als Aufklärer fungieren?

Puntigam: Die Gesellschaft muss gar nicht breit sein, also betrunken, um esoterischen Schmarrn zu glauben. Die Science ­­Busters haben immer eine atheistische Ausrichtung gehabt und wollen in einer säkularen Welt leben, die naturwissenschaftlich geprägt ist. Da ist für Esoterik wie Homöopathie, Pendeln, Wasserbeleben und dergleichen nur im Märchenbuch Platz.

Freistetter: Die Aufklärung über esoterischen Unsinn und Pseudowissenschaft sollte eigentlich zum Standard-Repertoire aller Wissenschaftsvermittler gehören. Das ist leider nicht immer der Fall, weil solche Themen viel zu oft immer noch als „Pfui“-Themen empfunden werden, mit denen sich „seriöse“ Wissenschaftler nicht beschäftigen. Wenn man allerdings vernünftig Wissenschaft vermitteln will, muss man sich zwangsläufig auch immer mit dem beschäftigen, was so tut als wäre es Wissenschaft, aber keine ist.

Tips: Herr Jungwirth, Sie sind österreichweit der erste Universitätsprofessor für Wissenschaftskommunikation. Wie sehr sind die „Science Busters“ für Sie ein Sprachrohr der Wissenschaft?

Helmut Jungwirth: Die Science Busters sind für mich das beste Beispiel, dass man Wissenschaft sehr wohl einfach und verständlich vermitteln kann, und noch dazu so, dass es auch Spaß machen kann.

Tips: In Ihrem aktuellen Programm „Warum landen Asteroiden immer in Kratern?“ möchten Sie allen Fragen nachgehen, die seit der Erdentstehung vor 4,5 Milliarden Jahren noch offen sind. Wie lange dauert der Abend?

Puntigam: Wenn wir könnten, wie wir wollten, natürlich unendlich lange. Und dann geht es in einem Paralleluniversum gleich weiter. Aber vielleicht machen wir irgendwann einmal eine lange Nacht der Science Busters oder gleich einen Tag rund um die Uhr. In Mautern werden wir es aber nach rund zweieinhalb Stunden gut sein lassen. Damit alle die letzte U-Bahn erwischen …

Freistetter: Der Kollege Puntigam hat als Exil-Steirer in Wien natürlich keine Ahnung von der harten Realität in der Wachau. Hier gibt es nicht nur keine U-Bahn, sondern auch quasi keinen öffentlichen Personennahverkehr nach Einbruch der Dunkelheit. Von der Römerhalle muss man aber nur kurz über die Donau, an Stein vorbei und ist dann schon am Bahnhof von Krems, wo eventuell noch ein Zug nach irgendwohin fährt.

 

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