Ein Michaelnbacher Original erzählt: „Traktorfahren tue ich noch am liebsten“

Ein Michaelnbacher Original erzählt: „Traktorfahren tue ich noch am liebsten“

Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 09.11.2018 15:55 Uhr

MICHAELNBACH. Zu den echten Michaelnbacher Urgesteinen zählt Josef Enzlberger vulgo „Lauber“ aus Schölmlahn. Mit drei Pferdestärken im Stall seines 278 Jahre alten Erbhofs ist der 91-Jährige noch topfit und freut sich im Frühjahr schon wieder auf den Besuch der Pferdemärkte.

 „Ich war schon immer ein Pferdenarr“, erzählt Josef Enzlberger, der seit den 1950er Jahren fast jeden Pferdemarkt in der Region besucht. Wie oft er dabei mit seinen Pferdestärken ausgerückt ist, kann er heute nicht mehr beziffern. An einer Hand kann man das jedenfalls nicht mehr abzählen, auch wenn es der Michaelnbacher versucht. „Sicher 600 bis 700 Mal“, meint Enzlberger. Bei dieser Anzahl wird es nicht bleiben, denn im Frühjahr stehen die nächsten Pferdemärkte an. „Da bin ich dann wieder dabei“, freut sich der 91-Jährige.

 

Die Inder staunten nicht schlecht

Aber nicht nur in der Region ist der Michaelnbacher bekannt. Mit seinen Pferden hatte er in der Vergangenheit einige Auslandsexporte getätigt – unter anderem nach Pakistan, Indien, Schweiz und Deutschland. Beim Indien-Export kamen die indischen Fachleute und ein Tierarzt persönlich vorbei und staunten nicht schlecht, als der damals 85-Jährige den Fuß des Pferdes noch selbst gehoben hat. Sie fragten, wie man in Österreich so fit bleiben kann? „In der Früh eine Schüssel Milch, zur Jause Most und Fleisch, da wirst so alt und bleibst gesund“, klärte Josef Enzlberger die Inder auf. Bis 80 Jahre war der Michaelnbacher bei keinem Doktor und auch nicht im Krankenhaus. „Ich bin nicht einmal im Krankenhaus geboren“, meint der 91-Jährige. „Früher hat man es sich einfach nicht leisten können, deshalb wurde auch viel mit Hausmitteln gearbeitet. Da sind oft ganze Häuser draufgegangen, wenn man in der Familie einen Arzt brauchte.“

 

Pflichttermin: Stammtisch

Was ihn so fit hält, ist für den „Lauber“ klar: „Kälber füttern, Most trinken und Fleisch essen, jeden Tag, das darf auch ruhig fett sein. Da bekommt man Kraft“, sagt der Michaelnbacher schmunzelnd. Und ins Wirtshaus gehe er auch noch gerne, zwei Mal in der Woche, ein Mal in Michaelnbach und dann in Spaching, natürlich um Neuigkeiten zu erfahren. Aber das Wichtigste sei dabei: „Am Stammtisch wird noch ehrlich geredet, sonst wird eh schon so viel gelogen.“ Und natürlich hält ihn auch der Stammtisch fit, meint Enzlberger. Bis zu 20 Leute kommen da jede Woche beim Wirt zusammen. Der „Lauber“ ist mit Abstand der älteste. „Die anderen sind um die 70. Die glauben mir nicht alles was ich erzähle, weil sie noch so jung sind“, meint der 91-jährige.

 

Täglich im Stall

Den Hof führt Tochter Margit weiter. Für den 91-Jährigen ist es dennoch wichtig, täglich zwei Mal im Stall mitzuhelfen, „So kann man den Tagesablauf noch mitmachen und dabei sein.“ Am liebsten steigt der 91-Jährige noch auf sein Gefährt, das ihn schon seit Ende der 40er Jahre begleitet. „Traktorfahren tue ich noch am liebsten“, meint Enzlberger und erinnert sich noch an die Zeit früher, als 18 Hektar alleine mit zwei Pferden bewirtschaftet wurden und an die vielen schönen Zeiten, denn „das Schlechte vergisst man eh.“

 

 

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