Aufruhr um neue LED-Beleuchtung: Anwohnern ist das Licht zu grell

Aufruhr um neue LED-Beleuchtung: Anwohnern ist das Licht zu grell

Susanne Egelseder, MA Susanne Egelseder, MA, Tips Redaktion, 27.04.2016 11:45 Uhr

MICHELDORF. Wie in vielen anderen Gemeinden auch wurden in Micheldorf bereits 480 Beleuchtungskörper durch neue energiesparende LED-Lampen ausgetauscht. Einigen Anwohnern ist das neue Licht der Straßenlaternen jedoch zu grell.

„Grundsätzlich ist es sehr energieeffizient, dass auf die LED-Beleuchtung umgestellt wird. Damit ist eine punktgenaue Ausleuchtung und die Dimmbarkeit der Lampen möglich“, erklärt Herbert Petter, Sprecher des Energienetzwerkes E-GEM (Energiespargemeinde) Micheldorf, der selbst betroffen ist. Doch in der Planung sei einiges schief gelaufen. So wurden, laut Petter, in der Siedlung „Am Steinfeld“ Zylinderlampen montiert, die rundherum strahlen, nicht nur auf die Straße. Weiters sei die Lichtfarbe „kaltweiß“ blendend. „Warmweiße Lampen, wie sie in Kremsmünster installiert wurden, würden nicht so blenden“, so Petter.

Keine Nachtabsenkung

Bisher wurde im betroffenen Siedlungsgebiet jede zweite Lampe ab 22.30 Uhr abgeschalten. Jetzt brennen alle die ganze Nacht lang. „Das stört den biologischen Rhythmus von Pflanzen, Tieren und Menschen“, ist Ursula Forster, eine direkt Betroffene, überzeugt und fügt hinzu, „nicht alle haben und wollen Rollläden.“ Die Micheldorferin ist aufgebracht: „Mein Grundstück ist nun ausgeleuchtet wie ein Kasernenhof. Das ist für Grundstücksbesitzer unzumutbar und ein Eingriff in die Privatsphäre, der einer Gemeinde nicht zusteht.“ Sie habe sich bei der Gemeinde beschwert und ist damit nicht die Einzige.

Licht zur Sicherheit

„Wir haben bereits 480 Beleuchtungskörper in Micheldorf ausgetauscht und seither erst sechs direkte Beschwerden erhalten“, nimmt Bürgermeister Ewald Lindinger (SPÖ) dazu Stellung, „uns und vielen Eltern geht es darum, mit dem Licht die Sicherheit zu erhöhen.“ Ursula Forster ist sich sicher: „Eine Straßenlaterne schützt nicht vor Einbrüchen. Sie sollte die Straße und nicht den Garten beleuchten. Viele haben ohnehin einen Bewegungsmelder, das ist jedoch Privatsache.“ Der Micheldorferin fehlt die Transparenz und Bürgerbeteiligung: „Weder die Bürger noch die E-GEM Micheldorf wurden im Vorhinein über das Vorhaben informiert.“

Einstimmiger Beschluss

Als Sprecher des Energienetzwerkes wäre Herbert Petter gerne in die Planung einbezogen worden denn, „die Gemeinderäte waren mit dem Thema entweder überfordert oder sie wurden falsch beraten. Sie haben wahrscheinlich nicht gedacht, dass etwas schiefgehen kann“. Bürgermeister Ewald Lindinger betont: „Ich akzeptiere andere Meinungen zur Beleuchtung, aber es ist alles ordnungsgemäß erfolgt. Experten und Projekteure, alles Profis, waren an der Entwicklung beteiligt. Die LED-Lampen waren im Vorhinein zu besichtigen und wurden im Gemeinderat einstimmig beschlossen.“ Ursula Forster und Herbert Petter sind sich einig, dass sie nicht informiert wurden, dass sie die Lampen vor dem Beschluss besichtigen hätten können. Die einzige Info an Bürger war, laut den beiden Anwohnern: „Es wurde eine Erneuerung der Straßenlaternen beschlossen.“ Ewald Lindiner habe unterdessen ein Gespräch mit einem Techniker geführt: „Dieser bestätigt, dass das Licht normgerecht und nicht gesundheitsgefährdend ist.“  Lindinger kündigt an, sich diese Bestätigung auch schriftlich zu holen.

Zu den nächsten Schritten meint der Bürgermeister: „Wir werden uns die betreffenden Einzelfälle ansehen und das persönliche Gespräch suchen. Wir haben schon einmal eine Lampe niedriger gesetzt. Außerdem könnte man eine Blende hinter die Laterne einbauen.“ Damit sind Ursula Forster und Herbert Petter nicht zufrieden. „Es sollen alle einen Lösungsvorschlag bekommen, nicht nur jene, die sich am lautesten beschweren. Viele Leute haben einen Respekt vor der Gemeinde und wollen sich nicht mit ihr anlegen. Ich kenne mindestens 30 Leute, die sich von der neuen Beleuchtung gestört fühlen“, so Herbert Petter, der von der Gemeinde eine Lösung fordert, die für alle Bürger gleich ist: „Es muss zu Änderungen und Nachbesserungen kommen.“

Treffen der Betroffenen

Bei einem Treffen mit allen Betroffenen am Mittwoch, 4. Mai, um 19 Uhr im Gasthaus Schwarzer Graf in Micheldorf werden Lösungen erarbeitet, eine Unterschriftenliste aufgelegt und anschließend die Forderungen gemeinsam an die Gemeinde herangetragen. „Alle, die sich von den Laternen gestört fühlen, sollen wissen, es gibt Alternativen“, so Herbert Petter. Weitere Infos sind in der Broschüre vom Land OÖ und vom OÖ Energiesparverband zu finden (online unter www.energiesparverband.at).

 

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