Leserbrief: Wie der Natternbacher Kunstrasenplatz zur Glaubensfrage wird

Leserbrief: Wie der Natternbacher Kunstrasenplatz zur Glaubensfrage wird

Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 21.05.2019 12:48 Uhr

Leserbrief von den Grünen Natternbach

Betroffen waren wir schon, als man uns im Leserbrief vom FPÖ-Fraktionsobmann Ernst Chloupek „den Herrgott genommen“ hat. Hätte er besser recherchiert, hätte er herausgefunden, dass Grüne sehr wohl gläubig sind. Ist es nicht etwas veraltet, im 21. Jahrhundert Grüne als Häretiker (=Ungläubige) hinzustellen? Leben wir nicht in einem säkularisierten, aufgeklärten Europa? Aber lassen Sie uns zu den inhaltlichen Punkten kommen, die der Fraktionsobmann dargebracht hat: Er behauptet, ein Kunstrasenplatz sei „ökologisch nicht vertretbar“. Die Grünen Natternbach sehen das genauso. Wir freuen uns sehr, einen neuen Verbündeten in Sachen Umweltschutz gefunden zu haben. Bei unserer Veranstaltung „Muss alles Plastik sein“ und als Schwerpunkt unserer letzten Grünen-Zeitung haben wir uns diesem Thema gewidmet. In der Gemeinderatssitzung wurde über die Flächenumwidmung für einen Trainingsplatz abgestimmt. Weder Herr Chloupek, noch andere Mitglieder der FPÖ-Fraktion äußerten sich in dieser Sitzung zu den ökologischen Gefahren. Der FPÖ-Fraktionsobmann gibt in seinem Leserbrief an, dass die Grünen für einen Kunstrasenplatz seien, weil sie der Flächenwidmung zustimmten. Die Grünen stimmten der Widmung zwar zu, forderten aber die Errichtung eines Naturrasenplatzes. Zur Bekräftigung der ablehnenden Haltung bezüglich der Errichtung eines Kunstrasenplatzes wurde vom Gemeinderat Johann Schauer (Grüne) ein Zusatzantrag eingebracht: Der Gemeinderat möge die Ablehnung der Errichtung eines Kunstrasenplatzes beschließen. Der Grundsatzbeschluss lautet: Die Gemeinde Natternbach bekennt sich zur bestmöglichen Vermeidung von Umweltverschmutzung durch Mikroplastik. Die Errichtung von Sportplätzen in der Form von Kunstrasen wird von der Gemeinde abgelehnt. Die Gemeinde wird also keine Sportplätze in der Form von Kunstrasen errichten und die Errichtung von Kunstrasenplätzen im Gemeindegebiet weder unterstützen noch subventionieren, Mikroplastik stellt Umweltgift dar. Jeder Kunstrasenfußballplatz verliert im Jahr eine Tonne von diesem Granulat durch Ausschwemmen und Abtragen. Damit sind wesentliche negative Eigenschaften verbunden. Nur die zwei Grünen Gemeinderäte sprachen sich mit ihrer Stimme für den Antrag und damit gegen den Kunstrasenplatz aus. ÖVP und SPÖ stimmten geschlossen gegen den Zusatzantrag. Zwei FPÖ-Gemeinderäte enthielten sich der Stimme, der Rest der FPÖ-Fraktion (auch Herr Chloupek) stimmte dagegen. Es ist schade, dass es zur Alltagspolitik gehört, die „parteieigene Wahrheit“ zu verkünden. Keine Partei ist davor gefeit. Sie ringen um Wählerstimmen, um an Einfluss zu gewinnen. Unser Lesebrief versteht sich als Plädoyer dafür, dass Bürger Gemeinderatssitzungen als Zuhörer besuchen. Vielen ist vermutlich nicht bekannt, dass Gemeinderatssitzungen öffentlich sind und die Protokolle am Gemeindeamt zur Verfügung stehen. Und was würde Gott nun dazu sagen? Sagen würde er wohl nichts. Vielleicht schmunzelt er ein wenig über dieses Kabarett?

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