Tipps für die Hobbytierhaltung - der richtige Weidezaun

Steve Lohse, Leserartikel, 03.07.2017 16:43 Uhr

Die Haltung von Pferden, Schafen oder Rindern als Hobby und Ausgleich zum stressigen Büroalltag wird immer beliebter. Viele, die einen großen Garten oder etwas Land zur Verfügung haben, erfüllen sich damit vielleicht auch einen lang gehegten Wunsch. Abgesehen von bestehenden Vorschriften für eine tiergerechte Haltung, die im Burgenland in einem Handbuch festgelegt sind, gibt dabei einiges, womit man sich im Vorfeld beschäftigen muss. Was ist zum Beispiel der richtige Weidezaun? Und was gilt es bei der Anlage von Weidezäunen zu beachten? Hier erhalten Sie einen ersten Überblick.        

Aufbau und Funktion eines elektrischen Weidezauns

Die beste Alternative zur Einzäunung nahezu aller Tierarten sind Elektrozäune. Diese lassen sich relativ leicht installieren und umsetzen. Damit sind Sie im Vergleich zum festen Zaun flexibel. Elektrozäune schützen Ihre Tiere sicher vor einem Ausbruch, sowie auch einem Einbruch von Wildtieren. Die Tiere erhalten beim Kontakt mit dem Elektrozaun einen ungefährlichen, aber unangenehmen Stromschlag, wodurch sie lernen, den Zaun zu respektieren.

Zum Bau eines elektrischen Weidezauns brauchen Sie Zaundraht, Weidezaunpfähle, ein Weidezaungerät, eventuell Isolatoren und Erdstäbe. An den Weidezaunpfählen wird der Zaundraht, das heißt die elektrischen Leiter wie Litzen, Drähte oder Bänder mit (bei Kunststoffpfählen auch ohne) Isolatoren befestigt. Ein Weidezaungerät liefert die elektrische Spannung. Erdstäbe sorgen dafür, dass der Strom wieder zum Weidezaungerät zurückfließt.

Zaunzubehör: Zaundraht, Weidepfähle und Isolatoren

Der Zaundraht bzw. die elektrischen Leiter leiten den Strom durch den Zaun. Das Material sollte umso leitfähiger sein, je länger der Weidezaun ist. Entsprechend der Art des Zaundrahts (Drähte ode Bänder) benötigen Sie Weidepfähle mit den entsprechenden Halterungen bzw. die passenden Isolatoren bei Pfählen aus Metall.

Weidezaunpfähle gibt es in verschiedenen Größen und Materialien. Die Höhe der Pfähle sollte der Größe der Tiere angepasst sein. Bei Weidepfählen aus Metall sorgen Isolatoren dafür, dass der Strom nicht in den Boden abgeleitet wird. Zudem sollten alle Drähte in regelmäßigen Abständen quer mit Verbindungskabeln oder Klemmen untereinander verbunden werden, besonders am Zaunanfang, am Zaunende und an den Ecken.

Welches Weidezaungerät verwenden?

Das Weide- oder Elektrozaungerät ist die Basis für die Stromversorgung Ihres Elektrozauns, daher ist es besonders wichtig, das passende Gerät auszuwählen. Die Auswahl hängt ab von

  • Der Tierart
  • Der Länge des Zauns und Anzahl der Drähte
  • Dem Bewuchs am Zaun
  • Der Stromquelle 

Bei sogenannten „schwer zu hütenden“ Tieren wie Schafen, Ziegen und Geflügel sollten sehr leistungsstarke Geräte mit einer Mindestspannung von 4000 Volt eingesetzt werden. Diese Tiere haben meist dichtes Fell bzw. Federn, weshalb sie eher unempfindlich gegenüber den Impulsen sind und sich auch nicht an den Zaun gewöhnen. Leicht zu hütende Tiere wie Pferde, Rinder oder Schweine spüren den elektrischen Impuls aufgrund des relativ kurzen Fells deutlicher und lernen, den Zaun zu respektieren. Dennoch sollte die Mindesthütespannung 2000 bis 3000 Volt betragen, damit Ihre Tiere auch bei einer Panik nicht ausbrechen.

Steht das Gras bei Ihnen zudem so hoch, dass die Drähte davon berührt werden, benötigen Sie ein Gerät mit hoher Leistung, um den starken Bewuchs am Zaun zu vernichten und trotz dieses Bewuchses eine hohe Zaunspannung aufrecht zu erhalten.

Weidezaungeräte gibt es mit Netzanschluss, 12 Volt- oder 9 Volt-Batterie. In der Produktbeschreibung des Weidezaungerätes ist in der Regel erwähnt, für welche Tierart, Zaunlänge und Bewuchsart es geeignet ist und wie viele Erdstäbe für die Erdung nötig sind.

Welchen Zaun für welche Tierart?

Elektrische Weidezäune für die verschiedenen Tierarten unterscheiden sich hauptsächlich in der Zaunhöhe sowie in der Anzahl der Leitungen.

Bei Pferden und Ponys werden als Zaundraht eher Bänder oder Seile anstelle von Litzen und Drähten verwendet, da diese von Pferden schlecht gesehen werden. Empfohlen werden zwei bis drei Bänder übereinander, bei Großpferden insgesamt 1,30 bis 1,60 Meter hoch, für Kleinpferde und Ponys genügen 1,05 bis 1,30 Meter Höhe.

Für Rinder und Mutterkühe sind auch zwei bis drei Drähte empfohlen, bei Kühen genügen  ein bis zwei Drähte. Hier können Litze verwendet werden. Der Zaun sollte  0,85 bis 1,05 Meter hoch sein. Für Schafe sollten Sie vier bis fünf Drähte oder Litzen übereinander spannen, mit einer Höhe von 0,90 bis 1,05 Metern. Bei Ziegen sogar fünf bis sechs Drähte mit einer Höhe von 1,20 Metern.

Das sind die Empfehlungen für Außenzäune in „normalen“ Lagen. Befindet sich Ihre Weide an einer sehr stark befahrenen Straße oder Autobahn, können zum Beispiel mehrere Zaunlagen notwendig sein. In dem Fall sollten Sie sich sicherheitshalber vorher über die Rechtslage in Ihrer Region genau erkundigen.

Hier ist der ganze Zaunaufbau noch einmal sehr anschaulich und bildlich dargestellt, mit Erfahrungen und Tipps von Profis - damit steht einer sicheren Weidehaltung nichts mehr im Wege!

 

 

 

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