Wachstum in Linz-Land weiter ungebrochen

Wachstum in Linz-Land weiter ungebrochen

Redaktion Linz-Land Online Redaktion, 06.03.2018 16:46 Uhr

LINZ-LAND.  In Oberösterreich gibt es viele starke Gemeinden und Regionen. Doch auch hier macht die Landflucht nicht Halt. Trotz Wachstum der oberösterreichischen Bevölkerung verliert ein Drittel der Gemeinden ihre Einwohner. Als Regionalmedium greift Tips das Thema Landflucht im März auf und gibt einen Überblick über die – etwas andere – Situation im Bezirk Linz-Land.

von ELISABETH ZEILINGER

Während andere Bezirke in Oberösterreich teils starke Abgänge zu verzeichnen haben, nimmt die Bevölkerungszahl in Linz-Land kontinuierlich zu. In den letzten zehn Jahren verzeichnete der Bezirk Linz-Land einen starken Bevölkerungszuwachs von 7,1 Prozent und die Prognosen für die Zukunft zeigen weiterhin Zugänge.

Neben einer steigenden Lebenserwartung und einer niedrigeren Fertilität hat auch die zunehmende Migration einen wesentlichen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung. Das Wachstum der Bevölkerung österreichweit ist hauptsächlich auf einen positiven Wanderungssaldo zurückzuführen (siehe Grafik).

Wanderungssaldo

Der Wanderungssaldo ist die Differenz aus Zuzügen minus Wegzügen der jeweils betrachteten Gebietseinheit (ohne Einbeziehung der Geburts- und Sterberate sowie Nebenwohnsitzen). Ein positiver Wanderungssaldo wird auch als Wanderungsgewinn, Zuzugs- oder Zuwanderungsüberschuss bezeichnet, ein negativer Wanderungssaldo auch als Wanderungsverlust, Wegzugs- oder Abwanderungsüberschuss.

Situation im Bezirk

Der Wanderungssaldo (lt. Land OÖ/Statistik Austria) zeigt klar: Der Bezirk Linz-Land ist mit einem Zuwanderungsüberschuss (+303 Einwohner im Erhebungszeitraum 2010 bis 2016, kumuliert) von Wachstum geprägt. In der Stadt Leonding explodierte der Wanderungssaldo (+2676) nahezu, gefolgt von den Gemeinden Pasching (+803), Neuhofen (+626), Enns (+528) und Traun (+297). Ein leichter Wanderungsverlust war in den Gemeinden St. Marien (-44), Ansfelden (-40) und Piberbach (-35).

Idealer Wirtschaftsraum

Für das stetige Wachstum gibt es vor allem wirtschaftliche Gründe: „Der Wirtschaftsraum Linz-Land steht für wirtschaftliches Wachstum, ein lebenswertes Umfeld und gesellschaftliche Stabilität. Das Erfolgsgeheimnis des Bezirks ist der gesunde Mix unserer Unternehmerlandschaft vom Einpersonenunternehmen bis zum Weltmarktführer, qualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter und das Ganze eingebettet in ein lebenswertes Umfeld“, weiß Manfred Benischko, Obmann der WKO Linz-Land, was die Dynamik des Bezirkes seit Jahren ausmacht.

Schwächen und Risiken

Die Wirtschaftsregion Linz-Land birgt laut WKOÖ jedoch auch einige Schwächen bzw. Risiken. Beispielsweise könnte es trotz großem Arbeitsangebot im Bezirk mehr Aus- als Einpendler geben. Weiters besteht die Gefahr, dass unkoordinierte Raumordnung Ortszentren schwächt und Zersiedelung fördert. In den Ortszentren kann es zu einer Abnahme an Handelsdichte kommen und durch den steten Zuwachs sind die Gemeinden weiter gefordert, für die nötige Infrastruktur wie Straßen, Kinderbetreuungsplätze und Wohnraum zu sorgen.

Das sagen die Bürgermeister

Einige Gemeinden des Bezirks Linz-Land verzeichneten laut Wanderungssaldo zwischen 2010 und 2016 ein übermäßiges Wachstum (siehe Tabelle), einige verzeichneten einen leichten Rückgang. Tips hat bei den Bürgermeistern nachgefragt:

» Für mich als Bürgermeister sind die Zahlen nicht negativ, da das Wanderungssaldo ja nicht die Einwohnersituation widerspiegelt. Einwohnertechnisch wachsen wir, wird durften kürzlich erst den 5000. Bewohner begrüßen. Wir sind weiterhin eine Zuzugsgemeinde. Wir haben innerorts viele Jungfamilien und der Bau der Einfamilienhäuser steigt an. Wir wissen, dass auch viele Menschen von außerhalb nach St. Marien ziehen. Wir wollen langsam wachsen, sodass die Infrastruktur immer gewährleistet ist. Diese muss so ausgerichtet sein, dass immer Kindergartenplätze vorhanden sind. Durch zu schnelles Wachstum würde es Einschnitte in die Lebensqualität geben.«

Helmut Templ, St. Marien

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»Grundsätzlich ist Ansfelden mit einem Prozent Wachstum einwohnertechnisch nicht von Abwanderung betroffen. Von rund 1000 Personen zieht etwa die Hälfte weg, 500 ziehen innerhalb der Stadtgemeinde um. Wir schaffen stets Kinderbetreuungsplätze, Wohnraum und viele Vereine fördern das Zusammenleben in Ansfelden. Unbedingt gehört der öffentliche Verkehr bei uns weiter ausgebaut.«

Manfred Baumberger, Ansfelden

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»Laut dieser Studie sind 35 Personen innerhalb von sechs Jahren von Piberbach abgewandert. Entgegen dieser Statistik kann sich Piberbach über ein stetiges Wachstum erfreuen. Die Nachfrage an freien Baugründen ist jedenfalls größer als das zur Verfügung stehende Angebot. Auch das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen muss laufend erweitert werden, woraus sich eine gute Entwicklung ableiten lässt. Als ich das Bürgermeisteramt 1997 übernehmen durfte, hatten wir 1511 Einwohner. Heute sind es aktuell 1891 Bürger, die ihren Hauptwohnsitz in Piberbach haben.«

Florian Kranawetter, Piberbach

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» Uns ist wichtig, auf kontrollierten Zuzug zu schauen, noch heute haben wir mit Altlasten durch gewidmete Flächen zu kämpfen. Es gibt viele Gründe, die in Neuhofen zum Wachstum führen: Wir haben eine top Nahversorgung, eine tolle öffentliche Anbindung und sind fast mit die günstigsten landesweit was die Pflichtabgaben betrifft. Als reine Wohngemeinde mit Klein- und Mittelbetrieben möchten wir auch schauen, dass die gute Qualität so bleibt.«

Günter Engertsberger, Neuhofen an der Krems

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»Pasching hat im nahen Umfeld der Landeshauptstadt Linz, hat neben betrieblichen Ansiedlungen und Nachfragen auch als Wohngemeinde einen hohen Stellenwert, was sich auch dazu am Wachstum zeigt. Die Entwicklung von Pasching geht neben einem Anteil von Einfamilienhäusern, in eine flächenschonende Entwicklung mit verdichtetem Flachbau und mehrgeschossigen Wohnbauten für Miet- und Eigentumswohnungen. Die Qualitätsanhebung dabei zeigt auch, dass Projekte einen hohen Zuspruch finden und eine Anlage (Lewog, Apfel- und Birnenweg) auch mit dem Wohnbaupreis prämiert wurde. Auch das sehr gute Angebot an öffentlichem Verkehr, Infrastruktureinrichtungen der Gemeinde und Angebot an Arbeitsplätzen verstärkt das Interesse beim Zuzug. Die ca. 10 Prozent Steigerung der Bevölkerung von 2010 bis 2016 auf unter 8000 Einwohner, bedeutet im Durchschnitt pro Jahr 1,7 Prozent. Das Wachstum ist von den zur Verfügung stehenden Grundstücken und den möglichen Widmungen abhängig. Aus den genannten Gründen soll es für die Gemeinde Pasching aus meiner Sicht ein überschaubares aber nicht zu schnelles Wachstum geben. «

Peter Mair, Pasching

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»Angefangen von bester Infrastruktur bis hin zu einem wertvollen Naherholungsgebiet hat Leonding vieles zu bieten. Es ist eine beliebte Stadt zum Leben. Das ist eine wichtige Bestätigung für unsere Arbeit. Wir legen großen Wert darauf, Grünzonen zu erhalten und dennoch qualitativen Wohnraum zu schaffen. Die Bevölkerungszahl wird jedoch nicht immer in diesem Ausmaß steigen können.„«

Walter Brunner, Leonding

 

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