Fleißige Biber setzen mit Dammbauten Auwälder und Felder unter Wasser

Michaela Primessnig, Leserartikel, 11.05.2012 12:43 Uhr

BEZIRK PERG. Hektarweise stehen im Machland land- und forstwirtschaftliche Flächen unter Wasser. Nicht aber wegen eines Hochwassers. Fleißige Biber sind die Verursacher. Mit ihren Bauten stauen sie kleinste Bäche auf, bis es zur Überflutung der gesamten Umgebung kommt. Die betroffenen Landwirte klagen über die Schäden und fordern verbesserte Entschädigungsmodelle und die erlaubte Entnahme im Ernstfall.

Wir kennen Biber nur von Bildern und aus der Zahnpasta-Werbung. Die Nager sind nachtaktiv, weshalb Menschen sie nur sehr selten zu Gesicht bekommen. Wie fleißig die unter Naturschutz stehenden Vegetarier sind, beklagen seit wenigen Jahren vor allem die Landwirte. Die Population ist vor allem im Bezirk Perg stark angestiegen. Rund 25 Familien sollen alleine in den Machlandgemeinden Saxen, Baumgartenberg, Naarn und Mitterkirchen leben. Im ganzen Bezirk sind es geschätzte 200 Biber. In den Donauauen finden die Nager ihren perfekten Lebensraum vor. Alleine in Baumgartenberg stehen derzeit vier bis fünf Hektar Auwald unter Wasser. „Wir waren schon dreimal mit der Behörde da, woraufhin mit dem Bagger die Bauten entfernt werden konnten. Das Problem ist, wenige Tage später ist alles wieder beim Alten. Der Biber ist wirklich ein sehr fleißiges Tier“, so Bezirksbauernkammernobmann Johann Peterseil beim Lokalaugenschein.Jährliche Entschädigung und kontrollierter Abschuss gefordertDie Pappelwälder des betroffenen Bauern stehen seit Wochen unter Wasser. Sollte ein Baum auf die angrenzende Straße fallen, auf der auch viele Radfahrer unterwegs sind, wird es schwierig, das Holz aus dem Wald zu entfernen, weil die Flächen nicht befahrbar sind. Wenn jemandem etwas passiert, ist auch der Grundeigentümer haftbar. „Wir fordern eine jährliche Entschädigung für diese Waldgebiete. Das ist aber nicht alles, auch das erlaubte Entnehmen wäre hier angebracht“, ist Peterseil überzeugt, dass ein kontrollierter Abschuss dem Problem entgegenwirken würde. Bisher scheiterten diese Forderungen immer am Naturschutz. Doch auch dort weiß man nun, dass in den nächsten Jahren die gezielte Entnahme auch in Oberösterreich erforderlich sein wird, obwohl die Population noch nicht so hoch ist wie in den angrenzenden Bundesländern Niederösterreich und Bayern. Während in unserem Land etwa 500 bis 550 Biber leben, sind es in Niederösterreich 2700 bis 3000 und in Bayern sogar 15.000 bis 20.000 fleißige Nager. „Wir sind immer froh, wenn die Grundeigentümer zu uns kommen, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können“, versichert Gerald Neubacher von der Naturschutz-Abteilung des Landes. Vorerst spricht man sich am Land für vorbeugende Maßnahmen aus wie etwa Elektrozäune oder bissfeste Zäune. Bei großen Flächen ist aber fraglich, wer dafür die Kosten auch auch die Arbeiten übernehmen wird.    

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