Zwei Männer, ein Auto und das wohl größte Abenteuer ihres Lebens

Zwei Männer, ein Auto und das wohl größte Abenteuer ihres Lebens

Carina Panholzer, Leserartikel, 24.10.2017 18:06 Uhr

PERG/TRAGWEIN. Als die „Dakarnators“ treten die beiden Cousins Michael (25, aus Perg) und Dominik Aumayr (28, aus Tragwein) im November mit ihrem gebrauchten Golf III – liebevoll Brunhilde genannt – ihr wohl bislang größtes gemeinsames Abenteuer an: Innerhalb von drei Wochen wollen sie im Zuge der Rallye Dresden–Dakar–Banjul rund 7200 Kilometer zurücklegen und dabei neun Länder durchqueren – um anschließend ihre Brunhilde für den guten Zweck zu versteigern. Mit Tips-Redakteurin Carina Panholzer sprach Dominik Aumayr exklusiv über ihre bevorstehende Reise.

Tips: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, an dieser außergewöhnlichen Rallye teilzunehmen?

Dominik: Ich habe bereits vor drei Jahren mit zwei Schulkollegen an der Mongol-Rallye teilgenommen. Damals ging es von Osten nach Westen und als wir wieder zurück waren, wollte ich am nächsten Tag gleich wieder losfahren. Mein Cousin Michael ist genauso abenteuerlustig wie ich, also haben wir vor etwa einem dreiviertel Jahr beschlossen, bei der Dresden–Dakar–Banjul- Rallye mitzufahren – also von Norden nach Süden dieses Mal.

 

Tips: Um euer Team zu komplettieren, fehlte euch nur noch ein Auto – was hat es mit Brunhilde auf sich?

Dominik: Brunhilde ist ein Golf III mit 54 PS und gehörte meinem Onkel. Sie ist bereits 25 jahre alt, wurde aber immer gepflegt und repariert. Für die Rallye mussten wir aber noch einiges umbauen. Zum Beispiel haben wir das Fahrwerk erneuert, Dachträger mit Beleuchtung angebracht, Zusatzlüfter installiert, die Stoßdämpfer getauscht und eine vorgeschriebene Bodenplatte angebracht – nur damit kann das Auto die rauen Straßen und Wege überstehen. Eine der größten Herausforderungen bei der Rallye wird sein, dass das Auto überlebt.

 

Tips: Die Strecke führt euch zuerst nach Dresden und von dort Richtung Gambia – habt ihr da noch Zeit für Sightseeing?

Dominik: Bereits am 10. November treffen sich alle 35 Teams in Dresden – am 11. November geht es dann endlich los. Die Strecke führt uns quer durch Deutschland, Frankreich und Spanien. In Gibraltar gibt es eine gemeinsame Fährüberfahrt. Ab da ist jedes Team dann wieder auf sich alleine gestellt. Wir werden noch Marokko, die Westsahara, Mauretanien und den Senegal durchqueren, bevor wir unser Ziel Banjul (Gambia) erreichen. Wir müssen schauen, dass wir jeden Tag so viele Kilometer wie möglich machen, da wird für Sightseeing wenig Zeit bleiben. Größere Städte möchten wir uns aber auf jeden Fall anschauen und auf Marokko freuen wir uns ganz besonders.

 

Tips: Was passiert in Banjul mit Brunhilde?

Dominik: Am Ende jeder Rallye werden die Autos an Einheimische für den guten Zweck versteigert. Ich schätze, Brunhilde wird uns zirka 2000 bis 3000 Euro einbringen. Die gesamten Einnahmen der Versteigerung werden für den Bau von Schulen verwendet. Anschließend geht es am 6. Dezember mit dem Flieger für uns wieder zurück nach Hause.

 

Tips: Wie stehen eure Familie und Freunde zu dem Abenteuer?

Dominik: Die Daheimgebliebenen sehen das recht entspannt und versuchen uns zu unterstützen und zu helfen, wo sie nur können. Mit dabei auf der Rallye haben wir ein GPS-Gerät. Das zeigt an, wo wir gerade unterwegs sind. Es hat aber auch eine SMS-Funktion – so können wir mit der Familie zu Hause in Kontakt bleiben. Zusätzlich versuchen wir, auf unserem Blog www.dakarnators.at – so oft es das Internet erlaubt – Updates zu posten. Am 8. November feiern wir im Kulturtreff Bad in Tragwein ab 18.30 Uhr noch eine öffentliche Abschiedsfeier und wenn wir wieder zurück sind, wird es sicher einen Vortrag mit allen Bildern und Geschichten geben.

Wo Michael und Dominik gerade unterwegs sind und wie es ihnen geht, kann auf www.dakarnators.at mitverfolgt werden.

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