Abriss der Donauuferbahn: Zerstörung und Widerstand

Abriss der Donauuferbahn: Zerstörung und Widerstand

Stefan Hinterdorfer Stefan Hinterdorfer, Tips Redaktion, 30.05.2018 08:09 Uhr

Weins. Der Abriss der Donauuferbahn schreitet weiter voran. Vor kurzem wurde eine Brücke in der Nähe von Persenbeug abgetragen. Tips war als einziges Regionalmedium dabei und hat gemeinsam mit Gegnern des Abrisses die Baustelle besichtigt.

Cirka einen Kilometer westlich von Persenbeug wird neben der B3 eine unscheinbare Brücke abgerissen. Eine Brücke, die ursprünglich Teil einer Bahnstrecke war, die Sankt Valentin mit Krems verband. Josef Baum von der Verkehswende NÖ ist schon vor Ort und erklärt, warum er hier ist: „Weil es in Niederösterreich nicht nur Leute gibt, die die Bahn zusammenhauen, sondern auch welche, die an die Zukunft denken.“ Josef Baum erzählt vom nahe gelegenen Schotterwerk, das Bahnschotter transportiert und seine Kapazitäten erweitern will. „Bis vor zehn Jahren wurde der Schotter, der für den Gleisbau verwendet wird, auf der Donauuferbahn transportiert. Jetzt fahren täglich 70 LKW durch Pesenbeug und Ybbs“, führt der Gegner des Brückenabrisses aus. Nach und nach stoßen mehr Menschen zur Besichtigung der Baustelle. Im Laufe des Vormittags werden es mehr als 20 Personen sein, die sich nicht einfach mit dem Abriss abfinden, sondern ein Zeichen ihres Unmutes setzen wollen. „Das ist ein mittlerer Skandal“, sagt Herr Pachner, ein Lokführer aus der Gegend. Franz Eder (SPÖ), Eisenbahner aus Weins und Gemeinderat in Hofamt Priel schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Schon mein Großvater hat in Weins bei der Bahn gearbeitet. Es ist traurig, dass das, was von den vorherigen Generationen geschaffen wurde, nicht erhalten werden kann.“ Karl Weinauer aus Marbach, ehemaliger Mitarbeiter der Österreichischen Bundesbahnen wird etwas konkreter: „Das ist die Zerstörung eines Kulturgutes“. Schließlich trifft auch eine laut eigenen Angaben zufällig vorbeifahrende Polizeistreife ein und nimmt die Daten von Josef Baum auf. Damit löst sich die Besichtigung auf.

Verständnis

„Die Donauuferbahn ist eingleisig, daher waren dort Streckensperren zeitweise unumgänglich. Da bedanke ich mich bei unseren Fahrgästen für das entgegengebrachte Verständnis“, sagte Andreas Niedermair, ÖBB Regionalleiter, nach der Streckensanierung der Donauuferbahn zwischen Sankt Valentin und Sarmingstein. Verständnis, das sich im Nibelungengau nicht mehr aufbringen lassen kann.

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