68 verwahrloste Hunde aus Haus in Peuerbach gerettet
 

68 verwahrloste Hunde aus Haus in Peuerbach gerettet

Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 09.04.2019 13:06 Uhr

PEUERBACH. Verwahrlost, unterernährt, dehydriert und krank, zwischen Müll und Hundekot, zum Teil übereinander gestapelt  - so fanden Tierschützer vor zwei Wochen mehr als 70 Hunde in einem Haus in Peuerbach (Bezirk Grieskirchen) vor. 68 wurden aus dem Haus ins Gut Aiderbichl nach Maria Schmolln (Bezirk Braunau) gebracht. Ein Hund verstarb. Fünf Tiere durften bis auf weiteres bei der Familie bleiben. 

Mehr als 70 Hunde sollen in einem Haus in Peuerbach mit einer Familie gehaust haben, bis die Zustände ein Amtstierarzt zur Anzeige brachte. Erstmal ging man von 30 Hunden in dem Haus in Peuerbach aus, die im Gut Aiderbichl in Maria Schmolln untergebracht werden sollten. „Letzten Endes entdeckte man in dem Haus über 70 Hunde“, erklärt Ulrike Ulmann vom Gut Aiderbichl. „Das ist ein klassischer Fall von Animal Hoarding“, erklärt Ulmann. Animal Hoarding ist eine psychische Krankheit, die die Betroffenen statt Gegenständen Tiere sammeln lässt. „Dass diese Menschen unheimliches Tierleid produzieren, sehen sie nicht“, so die Gut Aiderbichl-Sprecherin. Es handelt sich um Chihuahua- und Shih-Tzu-Mischlinge, auch Dackel wurden gefunden und Malteser. Es seien vorwiegend kleine Hunderassen gewesen.

Familie besaß seit 15 Jahren Hunde

Seit 15 Jahren soll die Familie Hunde besessen haben, wann dies zu einem Horten der Tiere ausgeartet sei, könne man laut Ulmann nicht genau sagen. „Die Tiere hielten sich über Jahre in dem Haus auf, es war sehr zugemüllt und verkotet. Die Hunde haben sich auf ungehindert vermehrt. Über die Jahre sind sicher einige Tiere gestorben, vor allem Welpen“, meint Ulmann. Beim Besuch der Tierschützer hat die Familie die Hunde freiwillig übergeben. „Es war keine Beschlagnahmung sondern die Tierbesitzer hatten auf Druck des Veterinäramtes die Tiere freiwillig übergeben“, meint die Sprecherin von Gut Aiderbichl.

 

Fünf Hunde weiterhin bei Familie

68 Hunde, unterernährt, teils nur mit einem Auge, Entzündungen, Lungengeräuschen und fehlender Muskulatur, weil die Tiere nie gelaufen sind, wurden aus dem Haus gerettet. Ein Hund verstarb wenig später. Die restlichen Tiere erholten sich auf Gut Aiderbichl innerhalb weniger Tage. „Heute tollen die Hunde auf der Wiese herum und genießen es richtig. Sie haben wieder Lebenswillen. Die Entzündungen und Lungenkrankheiten bei den Tieren sind zurückgegangen“, freut sich Ulmann. 

Fünf Hunde durften bis auf weiteres bei der Familie bleiben. „Wir bleiben aber dran“, erklärt Ulmann, denn die Rückfallquote bei Animal Hoarding betrage 100 Prozent.

 

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Kommentare

  1. Sarah 16.04.2019 11:08 Uhr

    Hilfe? - In dem Fall wäre es sinnvoll gewesen alle Tiere von dort wegzubringen und den Leuten Hilfe zu schicken, das ist immerhin eine psychische Erkrankung

    0   0 Antworten
  2. Patchouli 15.04.2019 11:09 Uhr

    - Warum man weiterhin Hunde bei diesen Menschen lässt, ist mir wirklich ein Rätsel... Wer Lebewesen so verkommen lässt, hat jegliches Recht verspielt, weiter Tiere zu besitzen!

    0   0 Antworten
  3. Marija ps 10.04.2019 07:34 Uhr

    wer hilft den "psychisch erkrankten besitzern"? - Ok, den tieren geht es gut, und den menschen? Jeder redet über welpen und die menschen besitzer werden in gleicher situation gelassen! :/

    0   0 Antworten
    • Günther 10.04.2019 21:42 Uhr

      Hoffentlich hilft denen keiner - Man kann nur hoffen das diese Menschen auch etwas von der Hundescheiße abbekommen haben.

      0   0 Antworten
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