Pfarrkirchner Erfindung für die Formel-1-Strecke

Pfarrkirchner Erfindung für die Formel-1-Strecke

Robert Hofer Robert Hofer, Tips Redaktion, 05.02.2018 09:37 Uhr

PFARRKIRCHEN. Gerald Iraschek hat für den Red-Bull-Ring in der Steiermark eine spezielle Umzäunung für den Hubschrauberlandeplatz ausgetüftelt.

„Es macht mich stolz, dass ein Milliardenunternehmen wie Red Bull auf eine Entwicklung eines kleinen Unternehmens aus Oberösterreich setzt“, erzählt Gerald Iraschek. Zum Auftrag für den Hubschrauberlandeplatz auf der Formel-1-Strecke in Spielberg ist der 49-Jährige zufällig gekommen. Eigentlich hatte er 2016 dem Energy-Drink-Hersteller seine Steinkorbsysteme präsentiert.

Knifflige Aufgabenstellung

Dabei ist der Motorsportfan mit Verantwortlichen ins Gespräch gekommen. Der Weltautomobilverband FIA schreibt vor, dass der Hubschrauberlandeplatz auf Formel-1-Strecken in einer Höhe von zwei Metern nicht einsehbar sein darf. Hauptsächlich als Schutz vor Paparazzi. Eine herkömmliche Mauer konnte nicht gebaut werden, da der Helikopter in Turbulenzen geraten würde.

350 Klappen

„Bei mir war rasch die Idee von klappbaren Elementen da“, erzählt Iraschek. Die Umsetzung war allerdings schwieriger als gedacht. Von der Idee bis zur Installation hat es acht Monate gedauert. Der erste Prototyp konnte den enormen Kräften nicht standhalten. „Als die Teile flogen, habe ich beinahe einen Herzinfarkt bekommen“, so Iraschek. Der Fehler in der Konstruktion war bald gefunden und so konnte im Mai 2017 das Projekt abgeschlossen werden. Vier Mann bauten in zwei Tagen die insgesamt 350 Klappen auf. „Als der Probeflug funktionierte, hatte ich Tränen in den Augen“, erzählt Iraschek.

Kosten gedeckt

Mit dem großen Auftrag ist die kleine Pfarrkirchner Firma mit fünf Mitarbeitern keinesfalls reich geworden. „Die Kosten sind gedeckt. Hätte das Projekt nicht geklappt, wäre es existenzbedrohend gewesen“, so Iraschek, der sich 2009 selbstständig gemacht hat. Nun hofft der 49-Jährige auf Folgeaufträge für andere Formel1-Strecken.

Reifen von Ayrton Senna

Der Pfarrkirchner ist großer Motorsportfan und konnte durch den Auftrag hinter die Kulissen blicken und eine Runde mit dem Firmen-Lkw am Red-Bull-Ring drehen. „Es war schon cool, mit dem Lkw aus der Boxengasse zu fahren“,lächelt Iraschek, der in seinem Büro einen Orginal-Reifen von Ayrton Sennas Williams stehen hat.

 

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