Trotz massiver Ausfälle im Grünland: Viele Bauern schauen bei Entschädigung durch die Finger

Trotz massiver Ausfälle im Grünland: Viele Bauern schauen bei Entschädigung durch die Finger

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 06.11.2018 08:50 Uhr

BEZIRK ROHRBACH. 20 Millionen Euro an Entschädigung hat die Bundesregierung für die Unterstützung von Landwirten angekündigt, die heuer arg mit der Hitze und Trockenheit zu kämpfen hatten. Allerdings kommt jetzt für so manchen das böse Erwachen. Denn im Bezirk Rohrbach schauen viele bei der Finanzspritze durch die Finger. Grund dafür ist ein fragwürdiges Berechnungsmodell. UPDATE: Die Landesregierung hat mittlerweile die Direkthilfe auf weitere 92 Katastralgemeinden ausgeweitet, 1.500 Landwirte in Oberösterreich kommen zusätzlich in den Genuss der Entschädigungszahlung. Hier geht's zum Bericht.

Um Anspruch auf Unterstützung zu haben, ist es Voraussetzung, in der jeweils richtigen Katastralgemeinde seinen Bauernhof zu haben. Ein Sarleinsbacher Landwirt etwa hat sein Gebiet vergeblich in dieser Liste der Bezirksbauernkammer gesucht. „Ich bekomme nichts, obwohl wir auf unseren Wiesen 50 Prozent Ausfälle hatten - ein Nachbar, der 100 Meter entfernt steht, aber schon“, kann er nicht verstehen, warum es bei ihm mehr geregnet haben soll. Ausschlaggebend für die Förderzusage ist das Niederschlagsdefizit. „Nur ein Drittel der Bauern im Bezirk bekommen Entschädigung, betroffen sind aber alle Bauern in der Region. Wenn es so ungerecht verteilt wird, sollen sie es gleich bleiben lassen“, macht der Sarleinsbacher seinem Ärger Luft.

Ein Härtefall ist auch die Katastralgemeinde Windorf in St. Martin: Diese fällt aus der Förderung  heraus, während alle Katastralgemeinden rundherum drinnen sind.

Vergleich mit Zehnjahresschnitt nicht praxistauglich

Rohrbachs Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker hat schon vor Wochen auf Landesebene deponiert, dass die angewandten Berechnungsmodelle für den Bezirk Rohrbach nicht praxistauglich seien. „Das große Problem ist, dass das jeweils aktuelle Jahr mit dem Zehnjahresschnitt verglichen wird. Deshalb ergeben sich in ohnehin eher trockenen Regionen, wie im Bezirk Rohrbach, oft rechnerische Regendefizite, die für eine Entschädigung zu gering, aber für das Grünland zu hoch sind“, erklärt er. Bei der Berechnung stützt man sich auf die Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Großflächigere Einstufung notwendig

Die NEOS fordern in diesem Zusammenhang transparente und nachvollziehbare Lösungen im Sinne der Betroffenen, denn die Förderung dürfe nicht an der Katastralgrenze Halt machen, betont Regionalkoordinator Martin Leibetseder. Für ihn wäre eine großflächigere Einstufung zielführender gewesen, um hier Ungerechtigkeiten und Willkürlichkeiten im Vorfeld zu vermeiden.

Treffsicherheit erhöhen

Der Unabhängige Bauernverband (UBV) hat schon Ende September einen Antrag an die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer OÖ eingebracht, um die Treffsicherheit zu erhöhen. „Sämtliche Beurteilungskriterien zur Schadenserhebung sind zu ändern, damit die eingesetzten öffentlichen Gelder im Schadensfall höchste Treffsicherheit garantieren“, betont Karl Keplinger. Bei Klimawandel-bedingten Schäden in der Land- und Forstwirtschaft müsse eine vollständige Schadensabgeltung sichergestellt werden. Der Antrag der UBV wurde allerdings abgelehnt.

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Kommentare

  1. Bauer 10.11.2018 10:34 Uhr

    Viele Bauern schauen in die Röhre - Ich bin Bauer habe 20 Milchkühe die Ich leider Verkaufen musste weil ich dank der Ernteausfälle meine Tiere nicht meh ernähren konnte da ich kein Futter machen konnte von meinen Wiesen da ja nix wuchs. Antwort vom Amt: mein Bauernhof ist zu klein ich bekomme keine Entschädigung und wenn ich meine Tiere nicht Ernähren kann soll ich halt Arbeiten gehen!!! Danke An die CDU/CSU , die habe ich zum letzten mal gewählt!!!! Nur die Großen machen ihr Säckchen sich voll und die kleinen Bauern können um ihrer Existenz ringen, na ja Hauptsache den Flüchtlingen geht's gut, diese wo keinen Cent in Deutsche Kassen Zahlen, nur nehmen und der dumme Deutsche soll nur ZAHLEN,ZAHLEN,ZAHLEN, und kannste nix Zahlen musst halt Arbeiten gehen, TOLLLL, super Regierung!!!!!!

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