Schulpaket soll Leistungsorientierung der „neuen“ Mittelschulen erhöhen
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Schulpaket soll Leistungsorientierung der „neuen“ Mittelschulen erhöhen

Omer Tarabic Omer Tarabic, Tips Redaktion, 11.10.2018 08:03 Uhr

BEZIRK. Die Bundesregierung hat vergangene Woche ein neues Schulpaket in Begutachtung geschickt. Demnach sollen ab kommendem Schuljahr die Leistungsklassen an der „neuen“ Mittelschule eingeführt werden.
 

Eines muss man der Regierung um Bundeskanzler Sebastian Kurz lassen: Sie haben bei ihrem Amtsantritt versprochen, vieles ändern zu wollen. Und das wird auch in die Tat umgesetzt. Ob die Veränderungen alle sinnvoll sind, wird die Zeit zeigen. So auch im Falle des neuen Schulpaketes, welches ab kommendem Schuljahr in die Tat umgesetzt werden soll. Dieses beinhaltet unter anderem die Beurteilungsform in der Volksschule und zum anderen die Wahl über die Gruppenbildung ab der sechsten Klasse der „neuen“ Mittelschule. Weiters sollen Tests in der dritten Schulstufe den Pädagogen und den Eltern die Möglichkeit geben, den Leistungsstand und die Leistungsmöglichkeiten des Kindes genauer zu analysieren.

Umfrage: Eltern pro Ziffernnoten in den Volksschulen

Besonders die Wiedereinführung der Ziffernnoten ab der zweiten Klasse der Volksschule wurde seitens der Opposition scharf kritisiert. Eva Panholzer, Pflichtschulinspektorin des Bezirks Schärding hat diesbezüglich bereits vor einem Jahr eine Umfrage unter den Volksschulen durchgeführt. „Es kam ganz klar heraus, dass ein Großteil der Eltern sich für eine Ziffernnote, und dies bereits in der ersten Klasse entschieden hat. Deshalb wird dies für die meisten Eltern wahrscheinlich keine Umstellung bedeuten, sondern eher ihren Wünschen entsprechen“, informiert Eva Panholzer, die hinzufügt: „Momentan haben die Eltern die Möglichkeit, im Klassen- beziehungsweise Schulforum von der ersten bis zur dritten Klasse über die Benotungsart der Kinder zu entscheiden. Sie können entweder zwischen einer alternativen Beurteilung oder einer Ziffernnote wählen. Im Schuljahr 2018/19 ist dies nur mehr bis zum Semester der zweiten Klasse möglich.“ Gewünscht hätte sich Panholzer noch eine weitere Änderung. „Aus meiner Sicht wäre eine Doppelbesetzung an Lehrkräften in den ersten Klasse der Volksschulen überaus sinnvoll und hilfreich. Aus wissenschaftlichen Studien weiß man, dass der Leistungsunterschied bei Schulanfängern bei bis zu drei Lernjahren beträgt“, meint Panholzer.

Neue Mittelschule ist bald Geschichte

Einige Änderungen des neuen Schulpakets betreffen auch die neue Mittelschule. Aus der alten „Neuen Mittelschule“ wird in Zukunft eine leistungsorientierte Schule. So sollen die Schüler ab der sechsten Klasse in Deutsch, Mathematik und einer lebenden Fremdsprache in dauerhafte Gruppen unterteilt werden. „Ob diese eingeführt werden, können die Mittelschulen ab dem Schuljahr 2018/19 direkt am Standort entscheiden“, berichtet Panholzer. Die Möglichkeit, die Gruppen während des Jahres zu wechseln, soll aber gegeben werden. Das Projekt „Neue Mittelschule“ sieht Eva Panholzer aber nicht als gescheitert. „In Oberösterreich besucht jeder zweite Mittelschüler im Anschluss eine höhere Schule. Die Attraktivität und die Leistungsorientierung der Mittelschule sollen durch die bereits erwähnten Maßnahmen erhöht werden“, meint die Schul-inspektorin. Die Wiedereinführung der Leistungsklassen sieht Brigitte Reisinger, Direktorin des Gymnasiums Schärdings, positiv. „Zwei Drittel der Schüler in unserem BORG kommen aus den Neuen Mittelschulen des Bezirkes. Tendenziell ist in den letzten Jahren festzustellen, dass für sie die Umstellung größer ist als für Schüler der einstigen ersten Leistungsgruppe. Ich denke, dass die Schüler in leistungshomogeneren Gruppen mehr gefordert und gefördert werden“, berichtet Brigitte Reisinger.

Freiwilliges Schuljahr

Eine weitere Maßnahme soll auch die Polytechnischen Schulen betreffen. Demnach sollen Schüler wieder die Möglichkeit eines freiwilligen zehnten Schuljahres an solch einer Schule bekommen.

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