Acht Kinder, ein Schicksal: Ein Schiff voller Hoffnung sticht in See

Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 19.09.2017 16:43 Uhr

SCHARTEN/KROATIEN. Wenn die Friedensflotte, das größte sozialpädagogischen Segelprojekt Europas, in See sticht ist, vor allem eines mit an Bord: unglaubliche Freude. Vorurteile werden über Bord geworfen, mit Toleranz und Miteinander die Segel gesetzt. Heuer zum zweiten Mal dabei ist auch ein Schiff mit Kindern, die unter der Krankheit Mukopolysaccharidose (MPS) leiden. Anna Prähofer aus Scharten begleitet von 16. bis 23. September als Projektleiterin die Crew für eine Woche an die kroatische Küste.

Von gesunden Eltern an ihre Kinder weitervererbt, verursacht bei der seltenen Stoffwechselkrankheit MPS ein Gendefekt schwerste Behinderungen und stellt das Leben einer ganzen Familie auf den Kopf. Um betroffenen Kindern und auch ihren Geschwistern wieder Hoffnung zu geben, sticht heuer die MPS-Crew im Rahmen der „Mirno More“-Friedensflotte an der kroatischen Adriaküste in See.

 

Seit 1994 für mehr Toleranz und Integration

Das größte sozialpädagogische Segelprojekt Europas wurde 1994 gegründet, um Toleranz und Integration zu fördern. Beeinträchtigte sowie sozial benachteiligte Kinder sollten auf dieser Reise etwas erleben, eine Woche ihren Alltag und ihre Krankheit zurückstellen und ihr Leben in den Vordergrund rücken. 97 Schiffe mit Crewmitgliedern aus Österreich, Deutschland, Serbien und Kroatien brachen am vergangenen Samstag auf, um gemeinsam ein Zeichen für Frieden, Toleranz und Gemeinschaft zu setzen. Das MPS-Schiff ist im heurigen Jahr zum zweiten Mal dabei, wird von der 27-jährigen Anna Prähofer aus Scharten begleitet.

 

Durchschnittliche Lebenserwartung von 15 Jahren

Acht Kinder und junge Erwachsene zwischen 12 und 24 Jahren sind mit an Bord, erleben eine Woche nur für sich, ohne Eltern. Für die 27-jährige Schartenerin ist die Friedensflotte etwas ganz besonderes. „Das Projekt ist einfach toll, speziell das MPS-Schiff, weil ich sehe wie es den Kindern gut tut. Wenn man das Leuchten in den Augen der Kinder sieht, ist das etwas ganz Wundervolles“, meint die 27-Jährige. Für sie ist wichtig, dass neben Kindern mit MPS nach Möglichkeit auch die Geschwister mitfahren. „Denn die ganze Familie kämpft mit dieser Krankheit. Auch die Geschwister. Es ist ein schlimmes Gefühl, weil man nie weiß, wie lange man sein Geschwisterchen bei sich hat, denn die durchschnittliche Lebenserwartung von MPS-Patien­ten liegt bei 15 Jahren“, erklärt Prähofer, die aus eigener Erfahrung weiß, wie es ist, wenn die Schwester an einer unheilbaren Stoffwechsel­erkrankung leidet. „Man weiß nie, wie lange man sie an seiner Seite haben wird, bevor die Krankheit sie einem entreißt“.

 

Auf der „Hope“

Das Segelschiff „Hope“ startet im Hafen Primosten und wird in der Woche 100 Seemeilen zurücklegen. Die Skipper und Betreuer arbeiten ehrenamtlich auf dem Schiff und ermöglichen den Kindern, die Sorgen des Alltags für kurze Zeit beiseite schieben zu können. Workshops, ein Hindernisparcours, eine Segelrallye und viele weitere gemeinsame Aktivitäten, auch mit den anderen Crew-Mitgliedern von anderen Schiffen der Flotte prägen die Segelfahrt auf der Adria. Die 97 Schiffe der Friedensflotte starten zudem am Donnerstag zur großen Formationsfahrt. Im Minutentakt legen die Boote vom Hafen ab und setzen gleichzeitig die Segel als Zeichen für Gemeinschaft, Toleranz und Integration.

 

 

Spendenkonto

Die Kinder und das Projekt Friedensflotte kann unter folgendem Spendenkonto unterstützt werden:

AT07 1860 0000 1700 5000

Verwendungszweck: MPS Schiff Mirno More

 

Live Stream

Auf der Facebook-Seite „Gesellschaft-für-MukoPolySaccharidosen“ gibt es laufend Up-Dates über die Reise sowie Live-Streams.

 

 

 

 

Artikel weiterempfehlen:

+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






Kunst traf Humor bei der Jahresausstellung der Künstlergilde Eferding

Kunst traf Humor bei der Jahresausstellung der Künstlergilde Eferding

EFERDING. Die große Vielfalt mit sehr unterschiedlichen Zugängen, Ideen und künstlerischen Ausdrucksweisen zeichnet die Künstlergilde Eferding aus. So konnte man auch bei der heurigen Jahresausstellung ... weiterlesen »

Alkovener Badmintonspieler erkämpften den ersten Punkt

Alkovener Badmintonspieler erkämpften den ersten Punkt

ALKOVEN. In den beiden Spielen der Doppelrunde am Wochenende war bei den Alkovener Badmintonspielern eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar. Zu einem vollen Erfolg hat es aber leider wieder nicht ... weiterlesen »

Sieg für Helmut Dallinger beim Tarockcup des OÖ Seniorenbundes

Sieg für Helmut Dallinger beim Tarockcup des OÖ Seniorenbundes

EFERDING. Beim Tarockcup des OÖ Seniorenbundes kamen drei Eferdinger unter die besten 15. Sieger wurde Helmut Dallinger, die Ränge 14 und 15 belegten Elisabeth Dallinger und Karl Hemmelmayr. weiterlesen »

Thomas Edinger ist neuer Obmann der Sportunion Prambachkirchen

Thomas Edinger ist neuer Obmann der Sportunion Prambachkirchen

PRAMBACHKIRCHEN. Thomas Edinger wurde einstimmig zum neuen Obmann der Sportunion Raiffeisen Prambachkirchen gewählt. Als Stellvertreter wurden Bürgermeister Johann Schweitzer und Herbert Egger in ihrem ... weiterlesen »

Großartige Leistungen beim stark besetzten Schüler Austria Cup

Großartige Leistungen beim stark besetzten Schüler Austria Cup

HINZENBACH/BISCHOFSHOFEN. Großartige Leistungen wurden von den LSVOÖ-Athleten beim stark besetzten Schüler Austria Cup auf der K 65 Schanze und beim Geländelauf der Nordischen Kombination geboten. weiterlesen »

Blutspenden rettet Leben

Blutspenden rettet Leben

EFERDING. Am Montag, 6. November, von 15.30 bis 20.30 Uhr, kann man im Rot-Kreuz-Haus, im ersten Stock seine Ärmel hochkrempeln und Blut spenden. weiterlesen »

Gold und Bronze bei Judo Colop-Masters

Gold und Bronze bei Judo Colop-Masters

ALKOVEN/WELS. Insgesamt 316 Judokas aus fünf Nationen gingen beim Colop-Masters in Wels an den Start. Matthias Haim vom Judozentrum Rapso mit Sitz in Alkoven bot dabei eine erstklassige Vorstellung und ... weiterlesen »

LKW-Fahrer mit 1,92 Promille aus dem Verkehr gezogen

LKW-Fahrer mit 1,92 Promille aus dem Verkehr gezogen

ASCHACH. Zeugen zeigten am 17. Oktober bei der Polizei in Aschach die verdächtige Fahrweise eines rumänischen Lkw an. Ein Alkoholtest ergab bei dem 49-jährigen 1,92 Promille. weiterlesen »


Wir trauern