Fliegenfischen: Köderfliegen selber binden – das ist der Weg von der Natur zur Kunst

Fliegenfischen: Köderfliegen selber binden – das ist der Weg von der Natur zur Kunst

Wolfgang Macherhammer Wolfgang Macherhammer, Tips Redaktion, 29.01.2013 09:53 Uhr

SCHÖRFLING. Die Angelsaison hat zwar noch nicht begonnen, dennoch laufen bei manchen Petrijüngern die Vorbereitungen bereits jetzt auf Hochtouren. Michael Bierbaumer (21) etwa hat sich dem Fliegenfischen verschrieben. Das Besondere daran ist, dass er die Fliegen dazu selber bindet. Tips nahm Einblick in sein ausgefallenes, interessantes Hobby.
 

Seit zehn Jahren ist Bierbaumer Fischer, seit acht Jahren beschäftigt er sich mit dem Fliegenbinden. Zum Fischen kam er durch seinen Vater, dessen Freund sich mit dem Fliegenfischen beschäftigte. Dieser schenkte ihm zu Weihnachten eine Basisausstattung und zeigte dem jungen Bierbaumer die ersten Wicklungen. „Nach den ersten Fangerfolgen mit selbst erstellten Imitationen verfällt man dem Fliegenbinden“, sagt der Student der Wirtschaftswissenschaften. Beim Fliegenfischen in Fließgewässern zieht der Angler Schnur von der Rolle und gewinnt damit Weite. Der Fisch soll durch das gekonnte Schwingen der Schnur auf die Fliege aufmerksam werden. Dabei kommt es darauf an, die Strömung richtig einzuschätzen und damit die Fliege richtig zu präsentieren. Michael Bierbaumer fischt lieber von seinem Fischerboot aus, das er im Schörflinger Hafen liegen hat. Das Binden ist unabhängig vom Fliegenfischen zu sehen, wobei es aber hilfreich ist, als Fliegenfischer selbst zu binden. Man unterscheidet prinzipiell zwischen Trockenfliegen und Nymphen. Die Trockenfliege schwimmt auf der Wasseroberfläche, sie ist quasi das fertige Insekt, das sich hier entfaltet und dann in die Lüfte erhebt. Anders bei den Nymphen. Dabei handelt es sich um die Larven der Fliegen. Diese werden mittels Bleikopf auf Tauchstation gebracht und am Grund des Gewässers präsentiert.   Ganz nahe an der Natur Michael Bierbaumer: „Beim Fliegenbinden geht es darum, so nahe wie möglich an der Natur zu sein, diese also bestmöglich zu imitieren und damit dem Fisch schmackhaft zu machen. Dazu werden dem Köder Reize hinzugefügt, wie etwa eine Glitzerrippung oder bewegt Elemente, wie Federn oder Fellteile.“ Dementsprechend vielfältig ist Bierbaumers „Baukasten“. Hier finden sich Hahnenbälge, Reh- und Dachshaare, Kaninchenfell sowie Pfauen- und Fasanenfedern. Auch künstliche Materialen werden verbaut. Dazu wird der Haken im sogenannten Bindestock eingespannt. Dann werden mit Bindegarn die „Zutaten“ befestigt. Das Objekt der Begierde, der zu fangende Fisch, bestimmt das Aussehen der zu bauenden Fliege, des Köders. Zum Einsatz kommen „Nachbauten“ von Eintagsfliege, Köcherfliege und Steinfliege. Der Fischer muss wissen, welche „Fliegen“ er einsetzt. Je nach Jahreszeit, Mondkonstellation und Witterung schlüpfen gewisse Arten vermehrt oder weniger stark. Die Fische gehen instinkthaft auf diese Nahrungsquellen. Der Fischer muss also ein Auge für die Natur haben, um zum Biss zu kommen. Er muss genau überlegen, welchen Fisch er wann und womit ködern will. Michael Bierbaumer ist seit 1. Jänner gewerblicher Fischereigeräteerzeuger. Das heißt, er kann offiziell Fliegen aller Art verkaufen und auch Streamer. Das sind Köder, die Koppen imitieren, kleine Fische, die gut getarnt unter Steinen leben und Raubfischen als Nahrung dienen. Bierbaumers Imitationen sind für Fischer, die das Besondere suchen. Zu seinen absoluten Spezialitäten zählen Forellennymphen für den Stausee in Klaus und Renkennymphen, die er auch als fertige Hegenen anbietet. Er selbst bevorzugt das Renkenfischen (Rein- anke) am Attersee mit Zuckmückenimitaten. Dabei werden an einer Schnur fünf Nymphen befestigt – das nennt man Hegene –, die das Aufsteigen der Zuckmückenlarven zum fertigen Insekt imitieren. „Es ist das schönste Gefühl mit der selbstgemachten Imitation der Natur, einen Fisch zu fangen“, so Bierbaumer.   Möglicher Termin für Interessierte: Samstag, 2. Februar, Hotel Weinberg, Regau, 8.30 bis 17 Uhr: Kurs im Fliegenbinden mit M. Bierbaumer, Infos/Anmeldung: 0650/8892728    
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