Wenn der Böhmerwald brennt: 600 Einsatzkräfte aus drei Nationen üben im Dreiländereck

Wenn der Böhmerwald brennt: 600 Einsatzkräfte aus drei Nationen üben im Dreiländereck

Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 14.06.2017 22:40 Uhr

SCHWARZENBERG. Hubschrauber werden über die Wälder des Dreiländerecks donnern, Flugzeuge ihre Wasserteppiche über den Bäumen abwerfen und hunderte Feuerwehrleute aus drei Nationen gemeinsam gegen einen Feind kämpfen: Das Feuer. Bei der länderübergreifenden Waldbrandübung von 30. Juni bis 2. Juli bündeln Feuerwehr und Militär aus Österreich, Deutschland und Tschechien ihre Kräfte.

Es ist heiß. Seit vielen Tagen hat es nicht mehr geregnet. Das Gras im Böhmerwald ist dürr geworden. Ein Wanderer zieht noch ein letztes Mal genüsslich an seiner Zigarette und wirft die Kippe davon – und der Wald fängt Feuer. Ein solches Szenario könnte jederzeit Realität werden.

„Unser Ziel: Lernen“

Um dann rasch und effektiv eingreifen zu können, müssen Abläufe geprobt und die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften abgestimmt werden. „Unser Ziel ist es zu lernen“, fasst Schwarzenbergs Bürgermeister Michael Leitner zusammen, der als behördlicher Einsatzleiter einen wichtigen Part in der Übung übernehmen wird.

Bundesheer stößt dazu

Diese wird am Freitag, 30. Juni, am frühen Nachmittag mit der Alarmierung lokaler Einsatzkräfte zu einem zunächst noch kleineren Brand auf deutschem Staatsgebiet starten. Hier werden deutsche und österreichische Feuerwehren zusammenarbeiten. bei der Nachalarmierung wird das österreichische Bundesheer auf den Plan gerufen, das die Löscharbeiten unterstützen wird.

Katastrophenfall

Am Samstag weitet sich das Szenario aus: Vormittags wird das Feuer durch Aufwinde weitergetragen, der Katastrophenfall wird im Landkreis Freyung-Grafenau ausgerufen, am Nachmittag weitet sich der fiktive Brand auf das österreichische Staatsgebiet aus. Dann werden insgesamt 600 Mann von Feuerwehr und Militär, Polizei und Rotem Kreuz, Bergrettung und Behörden aller drei Länder zusammenarbeiten. Das beübte Gebiet erstreckt sich über mehr als 100 Hektar. Dafür werden insgesamt zehn Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge mobilisiert. Das Österreichische Bundesheer wird sieben Luftfahrzeuge dafür zur Verfügung stellen. Oberst Georg Klecatsky: „Wir kennen keine Details der Übung und das ist auch gut so, denn nur so können auch wir so realitätsnah wie möglich arbeiten.“

Große Herausforderung

Auch die Feuerwehren stehen vor großen Herausforderungen, wie Günther Gierlinger vom Abschnittskommando Aigen weiß, der die Idee zur Übung hatte und zwei Jahre an der Planung arbeitete: „Das Gebiet bietet wenig natürliche Wasserversorgung für die Löschwasserentnahme. Außerdem haben die Feuerwehren in allen drei Ländern unterschiedliche Funksysteme. Das heißt, wir können nicht per Funk kommunizieren.“

Alle Beteiligten sind sich einig: Die Übung ist nicht nur eine große Herausforderung, sondern eine große Chance, sich für den Ernstfall zu rüsten.

Zuschauer willkommen

Die Bevölkerung ist eingeladen, sich bei der Übung von der Arbeit der Einsatzkräfte ein Bild zu machen. Dafür werden zwei Zuschauerpunkte eingerichtet:

  • In Oberschwarzenberg beim Gasthaus Dreiländereck wird es einen Parkplatz sowie die Möglichkeit zur Beobachtung geben.
  • Beim Feuerwehrhaus in Schwarzenberg werden die Hubschrauber ihren Stützpunkt haben und dort auch starten, landen und tanken.

Die Zonen für Zuschauer werden beschildert und markiert. Die Organisatoren bitten darum, am 30. Juni und 1. Juli das beübte Gebiet nicht zu betreten.

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