Fahrzeug-Logistiker Hödlmayr erzielt höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte
 

Fahrzeug-Logistiker Hödlmayr erzielt höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte

Markus Hochgatterer Markus Hochgatterer, Tips Redaktion, 29.03.2017 12:26 Uhr

SCHWERTBERG. Trotz schwierigen Marktumfeldes erwirtschaftete der Schwertberger Fahrzeuglogistik-Spezialist mit  265  Millionen  Euro  im abgelaufenen Geschäftsjahr den höchsten Umsatz in der  63-jährigen Unternehmensgeschichte.

Das Marktumfeld gestaltet sich für den Leitbetrieb allerdings nach wie vor äußerst anspruchsvoll  –  der  Konzentrationsprozess  am Automobilmarkt lässt weiteren Preisdruck erwarten.   „Dass  wir  unter  solch  anspruchsvollen  Rahmenbedingungen unseren  Umsatz gegenüber dem  Vorjahr  nochmals  um  acht Prozent  steigern  konnten,  macht  uns  schon  stolz.  Hier  haben unsere  Mitarbeiter  einfach  Großartiges  geleistet“,  zeigt  sich Vorstand  Johannes  Hödlmayr  beeindruckt.  Mit  innovativen Logistik-Konzepten konnten auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Aufträge von renommierten Automobilherstellern abgeschlossen werden.

Zukunft steckt voller anspruchsvoller Herausforderungen

Die  Herausforderungen  werden  freilich  auch  in  Zukunft  nicht weniger  anspruchsvoll  –  ganz  im  Gegenteil.  So  wird  etwa  die Übernahme von Opel durch die PSA-Group – beides Hödlmayr-Kunden  –  erfahrungsgemäß  zur  „Kostenoptimierung“  für  die Hersteller genutzt. Im Bereich der Logistik geraten dadurch die ohnehin schon niedrigen Margen für den reinen Transport weiter unter Druck.  „Wir erhalten derzeit für jedes von uns abgewickelte Fahrzeug (Transport plus Dienstleistung) im Schnitt 150 Euro. In Relation zu den Herstellungs- und Anschaffungskosten bewegen wir uns hier wirklich im Bagatell-Bereich“, so der CEO.   

Umbruch in der Automobil-Branche als Chance

Noch  gravierender  als  der  derzeitige  Konzentrationsprozess beschäftigten  die  Branche  die  vier  großen  Zukunftsthemen: Connectivity,  autonomes  Fahren,  Shared  und  Service  sowie Elektroantrieb, kurz CASE.   Themen  wie  E-Mobilität,  autonomes  Fahren  und  Carsharing  –  so sind sich alle einig – werden den Automotive-Markt nachhaltig verändern.  Dies  hat  natürlich  auch  Auswirkungen  auf  die Hödlmayr International AG. „Natürlich beschäftigen wir uns mit diesen Szenarien. Wir sehen sie aber weniger als Bedrohung, sondern  viel  mehr  als  Chance  für  neue  Geschäftsfelder.  Um diese konsequent nutzen zu können, bereiten wir uns sorgfältig vor“, betont Hödlmayr. 

Investitionen sichern Wettbewerbsvorteile

 „Mit  fünf  neuen  Ganzzügen  steigern  wir  hier  unser Transportpotential  um  mehr  als  30  Prozent.  Mit  den  neuen Waggons  –  mit  stufenloser  Höhenverstellung  der  oberen Ladeflächen – erfüllen wir dabei alle Marktbedürfnisse, die auch den  problemlosen  Transport  von  SUV  erlauben“,  erklärt Hödlmayr. Mit jedem Ganzzug-System können bis zu 240 Pkw transportiert werden, dies entspricht einer Kapazität von rund 30 Lkws.  Insgesamt  betreibt  Hödlmayr  bis  zu  20  Ganzzüge  mit insgesamt 370 Waggons – dies entspricht einem Ladevolumen von rund 4.800 Fahrzeugen.  Begleitend  zu  den  infrastrukturellen  Voraussetzungen  werden bei Hödlmayr auch die personellen Ressourcen im Bereich der Rail  Logistics  ausgebaut.  „Wir  arbeiten  mit  Nachdruck  an der Entwicklung von neuen Bahn-Rundlauf-Konzepten. Rund 20 Prozent aller Transport-Kilometer werden bei Hödlmayr schon jetzt auf Schiene abgewickelt. Als Best-Practice Beispiele dienen  dabei  der  Transport  von  Scania-Lkw  von  Neuss (Deutschland) nach Ennsdorf sowie ein wöchentlicher Ganzzug von  Schwertberg  nach  Tekirdag  (Türkei).  “Wo  immer  eine trimodale  Lösung  und  damit  eine  sinnvolle  Kombination  von Ökologie und Ökonomie möglich ist, bieten wir dies auch aktiv an. Ich denke wir leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum schonenden Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, dem wir uns auch als Unternehmen verpflichtet fühlen.„ 

Gravierender Nachholbedarf seitens der Politik

Voraussetzung für eine verstärkte Verlagerung von der Straße auf  die  Schiene  ist  freilich  eine  leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur.  Hier  sieht  Hödlmayr  noch  gravierenden Nachholbedarf seitens der Politik. “Wenn  wir  nur  das  leidige  Thema  des  Ausbaus  der  Pyhrn-Schober-Achse  heranziehen.  Nach  jahrzehntelangen Diskussionen steht derzeit noch nicht einmal fest, wann mit der Planung  begonnen  wird.  Das  ist  aus  unserer  Sicht  mehr  als enttäuschend.„  

Problem auch vor der “Haustüre„

Aber auch in unmittelbarer Nähe sieht sich Hödlmayr mit großen Herausforderungen  konfrontiert  –  Stichwort  Donaubrücke: “Aufgrund  der  geplanten  Totalsperren  verschärfen  sich  die Rahmenbedingungen  für  uns  dramatisch.  Ein  großräumiges Ausweichen  mit  Umwegfahrten  über  Linz  bzw.  Grein  sind  die notwendige Konsequenz. Bei einer dreimonatigen Totalsperre – wie  im  Sommer  2018  geplant  –  ist  mit  einer  finanziellen Mehrbelastung im hohen sechsstelligen Bereich zu rechnen„, so der Unternehmer abschließend.

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