Annemarie Miesbauer - Der Müll eines Jahres in einem Glas

Annemarie Miesbauer - Der Müll eines Jahres in einem Glas

Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 05.02.2018 16:50 Uhr

SEITENSTETTEN. Das Glas mit dem Abfall eines ganzen Jahres Foto: LeebSeitenstetten. Annemarie Miesbauer hat sich 2016 dazu entschlossen, durch ihren Konsum möglichst wenig Müll zu produzieren. Am Ende konnte sie ihren Müll in ein einziges Glas packen. Tips hat die Vertreterin der Zero-Waste Bewegung einige Fragen beantwortet.

Tips: Nach welchen Kriterien entscheidest Du, was Abfall ist?

Annemarie Miesbauer (AM): Im Grunde kommt es darauf an, ob der Gegenstand recycelt oder kompostiert werden kann. Sollte das der Fall sein, zählt es für mich nicht zu Abfall. Zu sagen ist aber, dass trotzdem alles Verpackungsmaterial und Co. weitgehend vermieden wird, denn nicht alles kann zu 100 Prozent recycelt werden. Plastik zählt für mich immer zu Abfall.

Tips: War das nur Dein Abfall?

AM: Der Abfall in meinem Glas ist jener, den ich produziert habe. Alles was ich eingekauft habe, sei es nun nur für mich oder unseren Haushalt als Familie gewesen zählt dazu – also Wocheneinkäufe für Lebensmittel, sowie jegliche Putz- und Hygieneartikel. Das, was mein Mann kaufte, zähle ich nicht dazu.

Tips: Du hast Deine Aktion 2017 ja fortgesetzt. Wie voll ist das Glas in diesem Jahr geworden?

AM: Ich habe 2017 das größte Glück der Welt erfahren und unser erstes Kind geboren. Ich wollte mich in diesem Jahr mit Geburt, geschwollenen Beinen und Wochenbett nicht übernehmen und habe so am Anfang des Jahres beschlossen, nur den Müll in dem Glas zu sammeln, der aufgrund meiner Schwangerschaft und unseres Babys zustande kommt (was nicht heißt, das ich anders eingekauft habe, es ist also auch so wenig Müll entstanden). Leider habe ich es in diesem Jahr nicht ganz geschafft, nur das eine Glas vollzubekommen, aber ich denke, während Abenteuer Eltern zu werden, muss man nicht nach Perfektion streben. 2018 freue ich mich aber darauf, wieder voll dabei zu sein.

Tips: Wo war die größte Herausforderung, Abfall mit einem Kind zu vermeiden?

AM: Die Unsicherheit, wenn der wunde Po nicht besser wird und man denkt: Vielleicht hat es ja mit der Feuchtigkeit in den Stoffwindeln zu tun (hat es übrigens nicht) und man dann doch eine Packung Wegwerfwindeln kauft (und das sofort bereut). Ansonsten ist es keine größere Herausforderung als sonst. Alles was man wirklich braucht, kann auch müllfrei beschafft werden. Schnuller aus Naturkautschuk, waschbare Windeln, Fruchttücher und Stilleinlagen und gebrauchtes Babygewand.

Tips: Es gibt ja auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die größer sind und nicht in das Glas passen würden. Was, wenn der Fernseher/Waschmaschine/Computer kaputt geht?

AM: Zum Glück kam es bis jetzt noch nicht dazu, sollte es aber passieren, werden diese dann ordnungsgemäß entsorgt und recycelt.

Tips: Was waren Deine negativsten und positivsten Erkenntnisse und Erlebnisse, seit Du Deinen Lebensstil umgestellt hast?

AM: Ich konzentriere mich gerne auf das Positive und denke wenig an die negativen Ereignisse, die wirklich nicht sehr oft vorkommen. Außer dem anfänglichen Misstrauen einiger Leute und dem ein oder anderen ,,Aber dein Handy, Laptop und Co ist doch auch aus Plastik – du machst das ja gar nicht richtig„“ war da auch nicht viel dabei. Die meisten Leute sind durchwegs positiv überrascht wenn auch etwas ungläubig, dass das wirklich funktionieren kann und ich höre regelmäßig ermunternde Worte an den Gemüseständen vom Wochenmarkt, was mich wirklich sehr freut.

Tips: Wenn Du die Möglichkeit hättest, einen Missstand in unserem Konsumleben zu ändern oder zu beenden. Was wäre das?

AM: Dinge, die keine Verpackung brauchen ohne Verpackung anzubieten und das ganze Konkurrenzverhalten der verschiedenen Marken zu beenden, indem es nicht mehr so viel Auswahl gibt. Es steht so viel in den Regalen der Supermärkte, das wir nicht brauchen und verursacht so viel Müll, der nicht notwendig wäre.

 

Der Blog von Annemarie Miesbauer ist unter www.einjahrimglas.at zu finden

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