Foodsharing: Junge Sierningerin bekämpft Essensverschwendung

Foodsharing: Junge Sierningerin bekämpft Essensverschwendung

Angelika Mitterhauser Angelika Mitterhauser, Tips Redaktion, 05.12.2017 20:29 Uhr

STEYR/SIERNING. Mehr als ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel landen im Müll. Allein in Österreich sind es jährlich 760.000 Tonnen. Eine 19-jährige Sierningerin sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an.

Ob es nun das abgelaufene Mindesthaltbarkeitsdatum ist, falsches Einkaufsverhalten oder die hohen Ansprüche des Marktes an die Optik von Obst und Gemüse – das Problem der Lebensmittelverschwendung ist enorm, weiß Viktoria Bramberger. Sie studiert seit Herbst Ernährungswissenschaften in Wien und hat dort eine Initiative entdeckt, die sie ermutigt hat, etwas gegen einwandfreies Essen im Müll zu tun: das Foodsharing. „Über eine online-Plattform kooperieren engagierte Menschen und Betriebe, um z.B. Lebensmittel mit überschrittener Mindesthaltbarkeit oder aus dem Sortiment genommene Produkte dorthin zu bringen, wo sie genutzt werden“, so Bramberger.

Gute Lebensmittel weitergeben

Beim Foodsharing geht es darum, ein Zuviel an Essen zu teilen. Private Haushalte geben z.B. tadellose Lebensmittel ab wegen eines bevorstehenden Urlaubs oder weil beim Fest viel übriggeblieben ist – andere können dieses Schenk-Angebot nutzen.

Weiters können über Foodsharing aber auch Händler, Märkte, Restaurants, Kindergärten oder Hotels ungenutzte Lebensmittel bei sich abholen lassen. Das übernehmen sogenannte freiwillige „Foodsaver“ (engl. Essensretter), die die überschüssigen Lebensmittel selbst verwerten oder weitergeben – etwa an Bekannte und gemeinnützige Organisationen.

Wichtig: Alles läuft geldfrei ab. „In größeren Städten wie Linz, Graz oder Wien gibt es schon eine große, gut vernetzte Gemeinschaft und es werden täglich mehrere hundert Kilo Lebensmittel gerettet“, erklärt Bramberger.

Essensretter gesucht

Sie möchte dieses Konzept jetzt auch in ihre Heimatregion bringen. Selbst nutzt sie Foodsharing seit ihrem Umzug nach Wien. Das dortige Netzwerk umfasst ihrzufolge bereits über 400 Betriebe. Die ersten Abholungen waren für die junge Sierningerin insofern ein erschütterndes Erlebnis, als sie ihr gleich das enorme Ausmaß der Lebensmittelverschwendung vor Augen führten. „Zurzeit gehe ich meist zwei Mal wöchentlich Lebensmittel retten. Spannend ist dabei die Vielfalt an Betrieben. Einmal gibt's Bio-Obst und -Gemüse, ein andermal Brot und Gebäck oder fertige, warme Backhenderl. Da man immer was anderes bekommt, darf man beim Kochen immer sehr kreativ sein – das gefällt mir“, so die Studenten-WG-Bewohnerin.

Kooperationen mit regionalen Betrieben

Für die Umsetzung des Konzeptes in der Region hofft sie auf Interessierte, die sich auf der Plattform foodsharing.at anmelden. Ist das Team groß genug, um lückenlose, zuverlässige und pünktliche Abholungen zu gewährleisten, könnten Kooperationen zu Lebensmittelbetrieben aufgebaut werden.

Alle Teilnehmenden müssen die Ziele und Regeln von Foodsharing kennen: So ist es natürlich verboten, gerettete Lebensmittel zu verkaufen. „Bei den Betrieben werden in erster Linie kleine, inhabergeführte Geschäfte ausgewählt, da hier die Abwicklung einfacher ist. Es gibt aber auch Kooperationen mit größeren Lebensmittelketten“, so Bramberger. Das dabei oft noch anfallende Trennen des Genießbaren vom Biomüll übernimmt übrigens der Foodsaver. „Eine Arbeitserleichterung für den kooperierenden Betrieb“, so Bramberger.

Mehr auf www.foodsharing.at

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