Bürgerinitiative setzt weitere Zeichen und formiert sich zu Bürgerliste

Bürgerinitiative setzt weitere Zeichen und formiert sich zu Bürgerliste

Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 11.12.2014 09:00 Uhr

Sigmundsherberg/Pulkautal. Kritik am Umweltbericht für die geplanten Windparkanlagen übten die Mitglieder der beiden Gruppierungen: Bürgerinitiative (BI) „Windpark-frei“ und BI „Lebenswertes Sigmundsherberg“ und stellten im Zuge dessen die neu gegründete Bürgerliste vor.

In einer Pressekonferenz gaben die Mitglieder Einblick in ihre Recherchen und verurteilten in erster Linie die fragwürdige Vorgehensweise bei den Strategischen Umweltprüfungen (SUP), die dem Zweck dienen, ein Projekt auf seine Umweltverträglichkeit zu überprüfen und etwaige Verfahrenswiderstände aufzuzeigen. Ausgangslage Im Oberen Pulkautal zwischen Hötzelsdorf und Pulkau sind zwei große Windparks mit dreizehn 200 Meter hohen Windkraftanlagen (WKA) geplant. Dabei handelt es sich um die Projekte „Windpark Sigmundsherberg“ mit sechs WKA und „Windpark Meiseldorf Nord“ mit sieben WKA.Für beide Projekte wurde eine SUP durchgeführt. Als Fachexperte kritisiert Biologe Wolfgang Lechthaler die Qualität dieser vorgelegten Fachgutachten der Windkraftfirmen Simonsfeld, WEB und EVN. So seien immer die gleichen Gutachter zu geplanten Windkraftprojekten beauftragt worden, die wiederum in einem  Naheverhältnis zur Windkraft-Lobby stünden. Etwaige Hindernisse würden verschwiegen und die Daten so manipuliert beziehungsweise die Ergebnisse und Schlussfolgerungen so formuliert, dass Auswirkungen auf die Schutzgüter Vögel, Fledermäuse und den Menschen, sowie auf das Landschaftsbild nicht oder nur in vernachlässigbarem Ausmaß zu erwarten seien.  „Die Errichtung dieser Anlagen in Wäldern zerstört den Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tierarten und ist mit den Zielen eines modernen Natur- und Landschaftsschutzes nicht vereinbar.“   Zitat, Wolfgang Lechthaler  Laut Bürgerinitiative ist aber bekannt, dass der Schwarzstorch im Oberen Pulkautal brütet und der Windpark Meiseldorf aus Artenschutzgründen deshalb gar nicht errichtet werden darf. Der Nachweis des Schwarzstorchs als Brutvogel hätte eigentlich vom Naturschutz-Gutachter erbracht werden müssen. Da dies jedoch das Aus für den Windpark bedeutet hätte, wurde der Horst im Gutachten nicht erwähnt und die beobachteten Schwarzstörche lediglich als Nahrungsgäste oder Durchzügler eingestuft.Selbiges geschieht auch bei den Fledermäusen: Im Oberen Pulkautal zählt die Mopsfledermaus, eine vom Aussterben bedrohte und streng geschützte Art zu den häufigsten Fledermäusen. Diese Art ist durch Windräder in Wäldern akut gefährdet, weshalb die Errichtung der Windparks im Oberen Pulkautal aus Gründen des Artenschutzes untersagt werden müsste.Die Vorgehensweise, seltene Tierarten zu verschweigen, Wildtierkorridore abzuändern und die Umweltauswirkungen der Projekte in den Waldstandorten als vernachlässigbar darzustellen, wurde laut BI bisher bei allen strategischen Umweltprüfungen für Windparkprojekte im Waldviertel ausgeübt.Die Bürgerinitiativen im Horner Bezirk haben daher unabhängige Gutachter beauftragt, juristische und ökologische Fachgutachten zu erstellen. Diese bestätigen den hohen ökologischen Wert der Standorte im Pulkautal und widersprechen den Ausführungen der Gutachter der SUP. Konkurrenz bei Gemeinderatswahl Im Zuge dessen stellt sich die neu formierte überparteiliche „Bürgerliste Sigmundsherberg“ (BLS) bei der kommenden Gemeinderatswahl am 25. Jänner 2015 zur Verfügung. Die Beweggründe zur Kandidatur sind laut Aussage der BLS-Vertreter der Unmut über das Verhalten der Gemeinderäte und des Bürgermeisters von Sigmundsherberg in Bezug auf das Abschließen der Verträge mit den Windkraftbetreibern ohne Information und Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung. Parteiunabhängige Gruppen als Zukunft in der Politik Spitzenkandidat Peter Hasenberger aus Sigmundsherberg dazu: „Eine so schwerwiegende Entscheidung über die Zerstörung großer Teile der Waldgebiete beider Gemeinden durch die Errichtung von dreizehn 200 Meter hohen Windradgiganten kann aus unserer Sicht nicht von 19 beziehungsweise 15 Gemeinderäten getroffen werden.“  Als Zweiter auf der Wahlliste meint Franz Radaschütz aus Walkenstein: „Mit unserer Kandidatur wollen wir aber nicht nur ein klares Zeichen gegen die Errichtung von Windkraftanlagen und den damit empfindlichen Eingriff in unsere Wälder setzen, sondern auch auf weitere, für uns wichtige Themen aufmerksam machen.“  Themen des Parteiprogramms der Bürgerliste* Keine Windkraftmonster im Nahbereich von Wohnhäusern* Erhaltung des Waldes und des Lebensraumes* Information an die Bevölkerung vor wichtigen Entscheidungen seitens der Gemeinde* Maßnahmen gegen den Durchzugsschwerverkehr in Sigmundsherberg und Rodingersdorf
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