Hund nach zehn Monaten wieder bei seiner Familie in Spital am Pyhrn

Hund nach zehn Monaten wieder bei seiner Familie in Spital am Pyhrn

Laura Voggeneder Laura Voggeneder, Tips Redaktion, 13.06.2018 16:23 Uhr

SPITAL AM PYHRN/ANSFELDEN. Lisa Reinberger hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Ihr Minichihuahua Samy war seit zehn Monaten verschwunden - bis Reinberger am Dienstag einen Anruf von der Tierrettung Oberösterreich bekam. Das Hündchen wurde in Ansfelden gefunden.

Am 15. August 2017 ist Samy nahe der Autobahnabfahrt Spital am Pyhrn verschwunden. Besitzerin Lisa Reinberger  wohnt mit ihrer Familie gegenüber der A9-Abfahrt Spital am Pyhrn, zwischen ihrem Haus und der Abfahrt ist eine Wiese. „Samy durfte sich immer frei bewegen. Die Abfahrt liegt ja nicht direkt neben unserem Haus, da ist die Wiese dazwischen. Samy ist nie weg- oder zur Abfahrt gelaufen“, sagt Reinberger im Gespräch mit Tips.

Am besagten 15. August hat eine Frau aus Linz Samy in der Wiese zwischen Abfahrt und Wohnhaus sitzen gesehen und den Hund mitgenommen. Familie Reinberger hat eine große Suchaktion gestartet, mit Behörden kommuniziert. Die Suche verlief erfolglos.

Elisabeth Eigl aus Leonding hat Samy am Dienstag, zehn Monate später, auf ihrem Weg zum Golfen in Ansfelden entdeckt. In einem Waldstück hat sie den kleinen Hund im Rückspiegel gesehen. „Er war gleich zutraulich“, sagt Eigl. Samy hatte ein Halsband um, doch die Anrainer nahe dem Fundort kannten den Hund nicht. Auf einen Hinweis ihres Mannes hin entschied Eigl, Samy zur Tierrettung OÖ in Linz Ebelsberg zu bringen. „Die Mitarbeiter dort waren sehr nett und kompetent. Ich bin begeistert von der Arbeit, die dort gemacht wird“, sagt Eigl.

Gesucht, gefunden, vereint

Da Samy gechipt ist und die Besitzer ihn registriert haben, konnte das Team der Tierrettung ihn sofort zuordnen und Familie Reinberger kontaktieren. „Sie haben mich gefragt, ob ich meinen Hund vermissen würde. Ich habe gesagt, dass der doch neben mir liegt“, erzählt Lisa Reinberger. Im Oktober 2017 hat die Familie Mira zu sich genommen, eine Chihuahua-Dame. Lisa konnte kaum glauben, dass es sich bei dem gefundenen Hund um Samy handelt, immerhin war der Hund seit zehn Monaten abgängig.

Lisa Reinbergers Lebensgefährte holte Samy in Linz ab, der Hund erkannte sein Herrchen sofort wieder. „Es waren viele Bussis im Spiel beim Wiedersehen“, schreibt die Tierrettung OÖ in einem Facebook-Kommentar zum Beitrag, in dem sie die Geschichte erzählt.

Das Wiedersehen mit dem Herrchen, Lisa Reinbergers Lebensgefährte, war besonders emotional, da Samy im April 2015 zur Familie kam, als die Familie selbst Nachwuchs bekommen hat. Mit nur 1,5 Jahren ist Lisa Reinbergers Tochter bei einem Unfall gestorben. Der Verlust von Samy schmerzte umso mehr. „Manche hielten mich für verrückt, ich habe es mit Tierkommunikation versucht, aber wir wussten immer, dass er lebt. Nach zehn Monaten haben wir die Hoffnung aber schon langsam aufgegeben“, sagt Reinberger. Samy und Mira, die jetzt beide bei der Familie leben, verstehen sich blendend, Samy habe sich wieder wunderbar eingelebt.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Die Dame, die Samy vor zehn Monaten mitgenommen hat, soll nicht gewusst haben, dass sie den Hund melden sollte. Sie war während dieser Zeit auch nicht beim Tierarzt mit ihm. „Ich will der Dame keine Böswilligkeit unterstellen. Wir sehen auch von einer Anzeige ab, auch wenn es eine Straftat ist“, erklärt Lisa Reinberger.

Die Tochter der Dame soll unter dem Verlust Samys leiden. „Die Tochter tut mir schon sehr leid. Die Mutter hätte es melden sollen. Samy hat damals ein Halsband getragen, wenn auch ohne Hundemarke - die ist ja fast so groß wie er selbst“, sagt Reinberger. Samy soll der zwischenzeitlichen Halterin beim Müllsammeln zwischen Ebelsberg und Ansfelden entwischt sein.

Die Tierrettung mahnt ihrem Facebook-Post, Fundtiere immer und ausnahmslos zu melden. Auch wenn die Dame das nicht gewusst haben soll, handelt es sich um eine Straftat. Das gilt auch für Tiere, die kein Halsband tragen, diese müssen nicht herrenlos sein. Den Tieren ist nicht anzusehen, ob sie gechipt sind oder nicht, dazu ist ein Lesegerät nötig. Tierheime, Tierärzte oder eben die Tierrettung haben solche Geräte. Samys Geschichte zeigt auch, wie wichtig es ist, dass ein Chip durch den Besitzer registriert wird.

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