Eine Region im Schnee-Ausnahmezustand: St. Leonhard auf dem Verkehrsweg nicht mehr erreichbar, schulfrei für Buskinder

Eine Region im Schnee-Ausnahmezustand: St. Leonhard auf dem Verkehrsweg nicht mehr erreichbar, schulfrei für Buskinder

Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 09.01.2019 21:35 Uhr

BEZIRK FREISTADT. Eine Ausnahmesituation, wie man sie sich im immer noch vorwiegend grünen Zentralraum gar nicht vorstellen kann, herrscht derzeit im unteren Mühlviertel: Bis zu einem Meter hoch liegen die Schneemassen, zahlreiche Bäume halten dem Schneedruck  nicht mehr stand, knicken um und blockieren Verkehrswege. Besonders auf der Mühlviertler Alm sind viele Straßen bereits gesperrt. Der Markt St. Leonhard ist derzeit auf dem Straßenweg überhaupt nicht zu erreichen. 

„Straßensperren gibt es schon überall in der Region, alle Feuerwehren sind permanent unterwegs, um blockierte Straßen freizuräumen. Wenn es für die Kameraden zu gefährlich ist, müssen die Sperren allerdings aufrecht bleiben“, weiß Markus Diesenreither, Kommandant des Feuerwehrabschnitts Unterweißenbach. „Die Lage ist angespannt und sehr gefährlich“, fügt er hinzu. Diesenreithers Rat: Daheim bleiben undTee trinken. 

Notbetrieb in Schulen

Keineswegs Erfreulicheres hat Bürgermeister Josef Langthaler aus St. Leonhard bei Freistadt zu berichten: „Wir sind komplett vom Verkehr abgeschnitten, über allen Verkehrswegen hängen die Bäume tief herein und sind zum Teil schon umgestürzt“, weiß Langthaler. Er empfiehlt den Gemeindebewohnern, zu Hause zu bleiben. Am Dienstag und Mittwoch herrschte in den Schulen nur noch Notbetrieb, der Schülertransport war eingestellt. „Der Direktor der Neuen Mittelschule war sogar alleine, weil fast alle Lehrer von auswärts kommen“, berichtet das Ortsoberhaupt. Auch am Donnerstag und Freitag wird es aus Sicherheitsgründen keinen Bustransport geben.

Immer wieder Stromausfälle

Obwohl die Reparaturtrupps der Stromversorger sehr fleißig unterwegs sind, kommt es in der Region auch immer wieder zu Stromausfällen. „Rund 30 Helfer von Gemeinde und Feuerwehr sowie Privatpersonen waren am Donnerstag schon unterwegs, um so viele Straßen wie möglich befahrbar zu machen. Unsere Feuerwehren können aber längst nicht mehr wegen jedem umgestürzten Baum ausfahren. Wenn es zu Notfällen kommt, muss die Rettung natürlich irgendwie durchkommen. Da fahren dann Feuerwehr und Schneepflug voraus, um den Einsatz zu gewährleisten“, so Langthaler. 

Risikante Ausfahrten für Räumdienst

Im Dauereinsatz stehen die Räumfahrzeuge der Straßenmeisterei Unterweißenbach. Jeder Mitarbeiter hat eine Motorsäge mit, um Äste und kleinere Bäume aus dem Weg räumen zu können. Zum Teil ist aus Sicherheitsgründen und zum Helfen sogar ein zweiter Mann mit, heißt es bei der Straßenmeisterei Unterweißenbach. Ist ein Baum zu groß, um vom Räumdienst beseitigt zu werden, wird gewendet und anderswo weiter Schnee geräumt. 

„Großräumaktion“ am Freitag und Samstag

Für Freitag und Samstag, da sollte Wetterberuhigung angesagt sein, haben Gemeinden, Straßenmeisterei und private Helfer eine „Großräumaktion“ für die blockierten Straßenzüge angesagt. Bis dahin gilt weiter die Empfehlung, zu Hause zu bleiben und nicht dringend nötige Autofahrten auf später zu verschieben.

Kein Bustransport auch in Schönau

Nicht nur in St. Leonhard, auch in Schönau bleiben die Kindergarten- und Schulbusse am Donnerstag und Freitag aus Sicherheitsgründen aufgrund der zahlreichen Straßensperren und der gefährlichen Schneelast auf den Bäumen in den Garagen. „Die Buskinder dürfen zu Hause bleiben, wenn die Eltern nicht die Möglichkeit haben oder das Risiko eingehen wollen, ihre Kinder selbst in die Schule zu bringen“, sagt Maria Atteneder, Leiterin der Volksschule Schönau.

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