Walter Kammerhofer - vom Klassenkasperl zum Kabarettist
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Walter Kammerhofer - vom Klassenkasperl zum Kabarettist

Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 08.10.2018 15:59 Uhr

ST.PETER/AU. Walter Kammerhofer ist als Kabarettist inzwischen weit über die Grenzen des Mostviertels bekannt. Der sympathische Künstler hat Tips-Redakteur Reinhard Leeb einige Fragen beantwortet.
von REINHARD LEEB

Tips: Walter, was macht für Dich ein guter Witz aus?

Walter: Wenn er lustig ist. Hängt aber immer vom Erzähler ab.

Tips: Wann hast Du eigentlich entdeckt, dass in Dir das Talent zum Comedian steckt?

Walter: Unbewusst schon seit der Schulzeit als Klassenkasperl und bewusst mit dem Engagement bei der Theatergruppe St. Peter in der Au.

Tips: Du hast Dich bei Bully Herbig für den Spielfilm „Wickie und die starken Männer“ beworben. Was wäre damals Deine Traumrolle gewesen?

Walter: Auf Grund der körperlichen Statur: der Faxe.

Tips: Gibt es neben Deinen Soloprogrammen Lieblingspartner, mit denen Du auf der Bühne stehst? Und warum spielst Du mit diesen Künstlern besonders gerne?

Walter: Max Mayerhofer, weil er ein Meister des positiven Denkens ist. Michael Kuttnig, weil er ein guter Schauspieler und sehr professionell ist. Michael spielt die Dernière genauso wie die Premiere.

Tips: Bei „Ladies Night“ spielen Du und Max Mayerhofer ungewohnt zurückhaltend, was dem Stück insgesamt aber sehr viel Dynamik verleiht. Wie schwierig ist es für Dich, Dich zurückzunehmen?

Walter: Das war ein Lernprozess. Nämlich von der Rampensau zum Teamplayer.

Tips: Gab es auch Scherze, die nicht funktioniert haben?

Walter: Ja, aber nur einmal. Dann wurden sie aus dem Programm gestrichen.

Tips: Manchmal enthalten Deine Programme auch Gesellschaftskritik. Wie wichtig ist Dir das und glaubst Du, Du kannst damit etwas bewegen?

Walter: Ob ich etwas bewegen kann, weiß ich nicht, versuchen tu ich es. Aber es ist mir sehr wichtig.

Tips: Gab es Momente, wo Dir Deine Bekanntheit unangenehm war?

Walter: Wenn auf Zeltfesten zu späterer Stunde mir von Betrunkenen Witze erzählt werden, „die ich dann in mein Programm einbauen kann“. Viele glauben, jetzt wird es lustig, weil der Kammerhofer kommt, und akzeptieren nicht, dass ich als Privatperson dort bin.

Tips: Hast Du viele Groupies?

Walter: Ja (*lacht*), kann mich nicht mehr erwehren. Ein Schrank ist schon voll mit String-Tangas.

Tips: Du stehst auch für den guten Zweck auf der Bühne wie für die Volkshilfe oder auch für die Spendensammlung am Rosihof. Wie wichtig sind Dir solche Einsätze?

Walter: Ich spiele zwei bis drei Benefizveranstaltungen im Jahr. Die sind mir wichtig und mache ich gern. Es macht mir Freude, mein Talent in den Dienst der guten Sache zu stellen. Aber wenn man davon leben muss, kann man nicht alles Benefiz spielen.

Tips: Gibt es Momente oder Zeiten, wo Dir besonders viele oder besonders gute Gags einfallen?

Walter: Meistens in diesem Dämmerbereich zwischen wach sein und schlafen. Da gab es schon sehr kreative Momente. Mein Diktiergerät liegt deshalb immer auf dem Nachttisch.

Tips: Woher beziehst Du Deine Ideen?

Walter: Die geben das Leben vor, denn ich bin der Meinung, das Leben schreibt Kabarett. Hinsehen und hinhören und dann pointiert wiedergeben.

Tips: Dein schlimmstes Erlebnis auf der Bühne?

Walter: War vor Kurzem, da spielte ich in Burg Schleinitz. Ich war zehn Minuten auf der Bühne. Plötzlich hefiges Umschneiden im Bauch. Na bitte, das kann doch jetzt nicht sein. Aber dann die Erkenntnis:„Oida, des is ka Schas“. Ich musste fluchtartig die Bühne Richtung WC verlassen mit den Worten: „ Ich muss aufs Häusl“. Als ich aus dieser ungewollten Pause zurück kam, war es doch ein eigenartiges Gefühl, weil 400 Leute wussten, wo ich gerade war und was ich gerade getan hatte.

Tips: Dein schönstes Erlebnis auf der Bühne?

Walter: Die Überraschungsfeier zum zehnjährigen Bühnenjubiläum mit der Megaüberraschung: der Überreichung meines VW-Busses.

Die nächsten Vorstellungen von Walter Kammerhofer sind die „Ladies Night“ im Mozart in Amstetten. Das neue Programm „Offline“ hat Premiere am 22. März 2019 in der Johann-Pölz-Halle.

Mehr Infos unter www.kammerhofer.org

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