Thomas Stipsits: Ich muss dem Josef Hader Danke sagen, dass er älter geworden ist

Thomas Stipsits: „Ich muss dem Josef Hader Danke sagen, dass er älter geworden ist“

Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 24.01.2018 15:21 Uhr

ST. PÖLTEN. Diese Woche wird der Film „Geschenkt“ nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Glattauer in der St. Pöltner Innenstadt gedreht. Tips wechselte einige Worte mit dem Hauptdarsteller Thomas Stipsits, der in der Komödie von Regisseur Daniel Prochaska einen unmotivierten und dem Alkohol nicht abgeneigten Redakteur einer Gratiszeitung spielt.

Tips: Wie gefällt Ihnen St. Pölten als Drehort?

Thomas Stipsits: Gut. Ich mag diese nicht zu großen Städte, in denen man noch die Chance hat, die ganze Stadt zu Fuß abzugehen. Vor allem die Altstadt finde ich schön. Ich mag auch diese kleinen, engen Gasserln. Ich war noch nicht so oft in St. Pölten, aber ich habe schon das Gefühl, dass sich die Stadt ein bisschen verändert hat die letzten Jahre. Das kann natürlich ein subjektiver Eindruck sein, aber ich habe zumindest das Gefühl.

Tips: Haben Sie schon einmal in St. Pölten gedreht?

Stipsits: Noch nie. Ich bin ein paar Mal hier aufgetreten in der Bühne im Hof, das wie ich finde ein super Theater ist. Gedreht habe ich hier aber noch nie.

Tips: Was ist das Besondere an Ihrer Rolle als Gerold Plassek?

Stipsits: Er ist jemand, der plötzlich den Sinn im Leben verliert und feststeckt im Leben, und dann durch eine Schicksalswendung merkt, dass er sein Leben ändern muss. Ich finde es interessant, solche Wandlungen zu spielen. Ich habe in letzter Zeit öfter Figuren gespielt, die keine Entwicklung während eines Films durchmachen, was ja auch okay ist. In „Geschenkt“ finde ich spannend, dass Plassek eine Entwicklung durchmacht und er am Ende des Films grundsätzlich der Gleiche ist, sich aber wesentliche Charakterzüge ändern.

Tips: Sind Sie eigentlich lieber Schauspieler oder Kabarettist?

Stipsits: Beides. Ich habe halt momentan – das kann sich aber auch schnell wieder ändern – das Glück, dass ich beides machen kann. Natürlich bin ich einer, der ursprünglich von der Bühne kommt. Unmittelbar das Feedback vom Publikum zu erhalten ist natürlich schön, das hat man beim Film ja nicht so. Der Film wird ja erst ein Jahr später gezeigt. Ich finde aber, dass beides machen zu können, beides frischer hält. Es ist ja doch ein Beruf, der viel mit Berufung zu tun hat, aber es kann in unserem Beruf eine Alltäglichkeit entstehen, die nicht so gut ist. Deswegen ist es gut, wenn man auf vielen Kirtagen tanzt.

Tips: Lesen Sie Glattauer auch privat?

Stipsits: Ja freilich. Ich habe Daniel Glattauer kennengelernt, da war er gerade kurz vor dem Durchbruch und ich habe einen meiner ersten Auftritte gehabt. Da hat Glattauer noch Kolumnen gelesen. Seitdem habe ich alles von ihm gelesen und mich sehr gefreut, dass ich jetzt in einer seiner Geschichten mitspielen kann.

Tips: Ist Mona Film auf Sie zugekommen?

Stipsits: Ja. Das Projekt gibt es schon sehr sehr lang. Ursprünglich hätte es vor Jahren Josef Hader spielen sollen. Jetzt war er aber schon Mitte 50 und für die Figur schon ein bisschen zu alt. Deswegen haben sie mich gefragt, ob ich das machen will. Ich muss dem Josef Hader Danke sagen, dass er älter geworden ist (lacht).

 

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