Vollautomatische Regelung macht Eisenbahnkreuzungen auf der Mariazellerbahn sicherer und günstiger

Vollautomatische Regelung macht Eisenbahnkreuzungen auf der Mariazellerbahn sicherer und günstiger

Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 30.11.2017 15:56 Uhr

ST. PÖLTEN. Verkehrslandesrat Karl Wilfing (ÖVP) und NÖVOG-Geschäftsführer Gerhard Stindl stellten heute im Landhaus die neuen vollautomatischen RTMS-Kreuzungen der Mariazellerbahn vor. Die bedarfsabhängigen Funkanlagen steuern die Eisenbahnübergänge vollautomatisch, sollen weniger störanfällig, mehr als die Hälfte günstiger als vergleichbare regionale Eisenbahnübergänge der ÖBB und schneller als bisherige Systeme sein.

233 Eisenbahnkreuzungen gibt es an der Mariazellerbahn, 101 davon sind öffentliche. „Nähert sich der Zug einer Eisenbahnkreuzung, passiert er eine passive Balise, die keine Stromversorgung benötigt und somit auch ohne Kabel auskommt. Der Zug erhält das Signal und funkt diese Information an die Sicherungsanlage weiter, die Lichtzeichen und gegebenenfalls Schranken aktiviert und überwacht. Passiert der Zug die Kreuzung, melden Ausschaltsensoren die vollständige Durchfahrt des Zuges und die Anlage schaltet sich wieder ab“, erklärt NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl die neuen Sicherungsanlagen.

NÖVOG und Gemeinden machen fifty-fifty

Das Eisenbahnsystem ist direkt mit dem Zugleitsystem und dem Lokführer gekoppelt. Weil Technikkomponenten wie die Längsverkabelung wegfallen, würden bei einer Eisenbahnkreuzung laut Wilfing 20.000 Euro eingespart werden. Außerdem seien sie weniger störungsanfällig. Eine Eisenbahnkreuzung kostet rund 160.000 Euro. Mit den Gemeinden wurde die Regelung getroffen, dass 50 Prozent die Gemeinde und 50 Prozent die NÖVOG bezahlt, wenn eine neue Eisenbahnkreuzung im betroffenen Gemeindegebiet hergestellt wird. Löst eine Gemeinde eine Kreuzung auf, erhält sie 30.000 Euro Förderung. Mit den Gemeinden werden nun Verträge auf 25 Jahre abgeschlossen. So wurde bereits mit Rabenstein ein Vertrag unterzeichnet. Ober-Grafendorf, Weinburg, Kirchberg an der Pielach und Frankenfels folgen noch dieses Jahr.

Neue Anlagen auch bei Wachau- und Waldviertelbahn

60 Anlagen wurden bisher gebaut, 15 davon bereits mit dem RTMS (Rail Traffic Management System) ausgerüstet. 2014 begann man mit drei Testkreuzungen, seit 2015 kamen noch zwölf weitere hinzu. Heuer wurden vier Kreuzungen in Frankenfels und Puchenstuben mit den neuen Anlagen gesichert. 2018 folgen zwölf bis 16 weitere Kreuzungen in Weinburg, Frankenstein, St. Pölten, Annaberg und Mariazell. Bis voraussichtlich 2030 sollen alle Kreuzungen der Mariazellerbahn modernisiert werden. Gespräche gibt es auch schon mit der Wachaubahn und der Waldviertelbahn. Nächstes Jahr bekommt die Waldviertelbahn zwölf, die Wachaubahn fünf neue Anlagen.

 

 

 

 

 

 

 

Artikel weiterempfehlen:

+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen




MEISTGELESEN in St. Pölten



Merkliche Erhöhung der Ärztehonorare in Niederösterreich

Merkliche Erhöhung der Ärztehonorare in Niederösterreich

Die NÖ Gebietskrankenkasse und die NÖ Ärztekammer haben die Honorarverhandlungen für Niederösterreichs Kassenärzte abgeschlossen. Dabei wurde für alle Fachgruppen eine ... weiterlesen »

Digitalisierungsstrategie soll alle Bevölkerungsgruppen digital-fit machen und ländliche Regionen stärken

Digitalisierungsstrategie soll alle Bevölkerungsgruppen digital-fit machen und ländliche Regionen stärken

WIEN/NÖ. Technologielandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) zog heute im Palais Niederösterreich Bilanz über die heuer Anfang des Jahres gestartete niederösterreichische Digitalisierungsstrategie. ... weiterlesen »

Tag der offenen Tür 2018 in der Tourismusschule St. Pölten

Tag der offenen Tür 2018 in der Tourismusschule St. Pölten

ST. PÖLTEN. Mit großem Aufwand und Hingabe präsentierten sich Schüler und Lehrer der Tourismusschule St. Pölten beim Tag der offenen Tür im November für Interessierte. ... weiterlesen »

Regelmäßige Treffen der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen im Hotel Graf

Regelmäßige Treffen der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen im Hotel Graf

ST. PÖLTEN. Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs informiert im Rahmen von regelmäßigen Bezirksgruppen-Treffen über kostenlose Beratungsleistungen für ... weiterlesen »

Energie- und Umweltagentur NÖ bildete neue Kommunale Energie- und Umweltmanager aus

Energie- und Umweltagentur NÖ bildete neue Kommunale Energie- und Umweltmanager aus

REGION. 26 Umweltgemeinderäte, Energiebeauftragte sowie Bürgermeister aus ganz Niederösterreich dürfen sich über den erfolgreichen Abschluss des zweiten Lehrgangs zum Kommunalen ... weiterlesen »

Tauschkreis St. Pölten trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat im Saal der Begegnung

Tauschkreis St. Pölten trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat im Saal der Begegnung

ST. PÖLTEN. Der Tauschkreis St. Pölten hat eine neue Bleibe gefunden. Im Saal der Begegnung (Gewerkschaftsplatz 2; am Bahnhof Nordausgang neben dem Busbahnhof) ist nun viel Platz für den ... weiterlesen »

Neuer Bildband präsentiert St. Pölten in faszinierenden Bildern

Neuer Bildband präsentiert St. Pölten in faszinierenden Bildern

ST. PÖLTEN. Vor kurzem wurde der neue Bildband über die Landeshauptstadt präsentiert. Dieser hat 240 Seiten und ist in monatelanger Arbeit der beiden St. Pöltner Fotografen Josef Bollwein ... weiterlesen »

Verbesserungen auf der Traisentalbahn ab 9. Dezember 2018

Verbesserungen auf der Traisentalbahn ab 9. Dezember 2018

TRAISENTAL. Am 9. Dezember erfolgte der diesjährige europäische Fahrplanwechsel. Das Land Niederösterreich nutzte ihn, um unter anderem auch auf der Traisentalbahn umfassende Verbesserungen ... weiterlesen »


Wir trauern