Andrea Podczeck-Schweighofer: Kardiologin mit Herz

Andrea Podczeck-Schweighofer: Kardiologin mit Herz

Ariane Zeilinger Ariane Zeilinger, Tips Redaktion, 08.03.2018 09:10 Uhr

STEINAKIRCHEN/WIEN. Anlässlich des Weltfrauentages sprach TIPS mit der aus der Gemeinde Steinakirchen stammenden Universitätsprofessorin Doktor Andrea Podczeck - Schweighofer. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die häufigste Todesursache in Österreich – bei Männern und bei Frauen. Frauenherzen schlagen anders und das Risiko eines Herzinfarktes wird noch immer unterschätzt. Deshalb hat sich die Universitätsprofessorin Doktor Andrea Podczeck - Schweighofer auf diese Thematik spezialisiert.

Für die anerkannte Kardiologin beginnt die Herz-Kreislauf-Erkrankung nicht erst im Alter, sondern das Problem beginnt bereits in den Kindertagen: „Durch mangelnde Bewegung, falsche Ernährung wachsen die Kinder mit Risikofaktoren auf. Dabei wäre es ein Leichtes, dies zu verhindern oder einzudämmen. Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig. Gesunde Ernährung und eine halbe Stunde am Tag Bewegung, ob auf dem Spielplatz, am Schulweg, den man zu Fuß zurücklegt, wäre ein kleiner Schritt im Kampf gegen die Herz-Kreislauf-Erkrankung. Es ist wichtig in den Köpfen der Menschen das nötige Bewusstsein zu schaffen.“TraditionDie Leiterin der kardiologischen Abteilung im Sozialmedizinischen Zentrum Süd (Kaiser Franz Josef Spital) in Wien ist eine „waschechte Steinakirchnerin“. Die Medizin hat in ihrer Familie Tradition. Schon der Großvater war in Steinakirchen ein praktischer Mediziner. Ihre Mutter war Zahnärztin und Vater Rudolf war jahrzehntelang Arzt in der Erlauftalgemeinde.

Studium

„Eigentlich wollte ich gar nicht Medizin studieren. Ich war eher auf eine journalistische Tätigkeit eingestellt. Ich wollte schreiben und Erfahrungen sammeln und daher begann ich nach meinem Schulabschluss mit dem Studium der Philosophie und Sozialwissenschaften. Das Philosophiestudium war aber keineswegs umsonst, denn das Interesse ist bis heute geblieben und es ermöglicht mir eine weitere Perspektive auf den Menschen selbst.“

Für die Kardiologin reicht es nicht, ihre Patienten als lediglich naturwissenschaftliche Objekte anzusehen, sondern auch die Geschichte, die hinter ihnen liegt, ist für die Ärztin von besonderer Bedeutung. Aus diesem Grund ist ihr der persönliche Kontakt wichtig.

Die ärztliche Karriere

Nach einem Jahr begann sie aber in Wien und Bonn Medizin zu studieren. Schon während ihrer Studienzeit begann die anerkannte Herzspezialistin mit offenen Augen durch das Leben zu gehen und verschiedene Erfahrungen zu sammeln. So hat sie in der Ferienzeit immer ihre Chancen genützt, um in verschiedenen Krankenhäusern zu praktizieren. Sie profitierte bei ihrer Ausbildung besonders von den Auslandsaufenthalten. „Ich kann nur jedem jungen Arzt empfehlen, einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Auch wenn heute die moderne Technik in der Medizin sich in vielen Ländern nicht unterscheidet, gibt es immer wieder neue Behandlungsmethoden und daraus kann man nur lernen“, so die Medizinerin. „Zu meiner Studienzeit hatte man mehr Zeit zum Reisen. Ich erweiterte mein Wissen in der Kardiologie in England und Deutschland.“

Informationsflut

„Im heutigen Internetzeitalter genügt ein Knopfdruck und man hat die neuesten Informationen geballt auf dem Bildschirm. Der Vorteil dabei ist, dass man immer am neuesten Stand in der Medizin ist. Aber es hat auch Nachteile, denn die Informationsflut ist kaum mehr zu bewältigten. Daher bleibt für den persönlichen Kontakt mit den Patienten im Krankenhaus kaum Zeit. Ich freue mich immer auf den Tag in meiner Ordination. Dort nehme ich mir viel Zeit für den Patienten und kann nach intensiven Gesprächen bereits die Ursachen der gesundheitlichen Probleme einschränken.“

Die Präsidentin der Österreich-Kardiologischen Gesellschaft hat aber nicht nur gegenüber ihren Patienten die Verantwortung zu tragen, sondern auch für ihre Mitarbeiter: „Mir ist es wichtig, dass jeder meiner Kollegen in seiner Arbeit zufrieden ist. Vor allem in der Nacht oder an Wochenenden ist es nicht einfach, für alles eine Lösung zu finden“. Daher ist ihr die Motivation ihrer Mitarbeiter ein wichtiges Anliegen. Sie sieht das als eines der wichtigsten Aufgabengebiete in ihrer Funktion als Abteilungsvorstand. Im 21. Jahrhundert, wo alles schneller und noch besser funktionieren muss, wo durch Stress und Druck Herz- und Kreislauf-Erkrankungen Hochbetrieb haben, ist gut zu wissen, dass es Menschen wie Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer gibt.

Zur Person

Nach der Promotion absolvierte sie ihre turnus- und fachärztliche Ausbildung für Innere Medizin im Wilhelminen Spital in Wien. 1988 erwarb sie den Facharzttitel für Innere Medizin. In den Folgejahren die Additiv-Facharzttitel in Kardiologie und internistischer Intensivmedizin. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit führte sie zu mehreren Auslandsaufenthalten. 1984 zu einem längeren Aufenthalt an das St. Bartholomew´s Hospital nach London. 1986 erfolgte ein zweijähriger Aufenthalt an der Kardiologischen Universitätsklinik in Düsseldorf. 1995 wurde sie Universitätsdozentin, mit Schwerpunkt ihrer klinischen Tätigkeit in der Kardiologie, im Besonderen die Behandlung des akuten koronaren Syndroms, die Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen. 2004 übernahm sie als Primaria die Leitung der Kardiologischen Stadion im SMZ Süd. 2016 wurde sie Universitätsprofessorin an der Sigmund Freud Universität in Wien und seit Juni 2017 ist sie Präsidentin der Österreich-Kardiologischen Gesellschaft.

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