J. J. Preyers rothaarige Spürnasen

J. J. Preyers rothaarige Spürnasen

Angelika Mitterhauser Angelika Mitterhauser, Tips Redaktion, 16.04.2013 10:00 Uhr

STEYR. Der Welttag des Buches steht vor der Tür und Rosmarie Weichsler streckt schon die Hand zum Anklopfen aus: In wenigen Tagen erscheint J. J. Preyers erster Krimi rund um die vife Hobby-Detektivin. „Rosmarie Weichsler und das Lächeln des Teufels“ lautet der Titel, Steyr ist Schauplatz des Verbrechens.

Ganz früh morgens, wenn sich die Nachbarschaft mehrheitlich noch einmal im Bett umdreht und sich am fernen Horizont zart das Licht des neuen Tages ankündigt, sitzt J. J. Preyer längst vor dem Schreibtisch und tippt. Mal lächelt er, mal runzelt er die Stirn. Um ihn herum streift Robert, ein rothaariger Großpudel. Herrchens Zeilen bleiben von ihm nicht unbeeindruckt. Auch Rosmarie Weichsler, Protagonistin seines brandneuen Krimis, hat einen Pudel – er heißt Herbert. „Ich kann mich mit intuitiven Detektivinnen, wie auch Miss Marple eine ist, sehr gut identifizieren“, erklärt der Steyrer Schriftsteller und Oerindur-Verlag-Gründer, warum seine Rosmarie wie er nicht ohne Vierbeiner auf Spurensuche geht. Seinen neuesten literarischen Streich hat J. J. Preyer in der Heimatstadt angesiedelt. Neben Sherlock Holmes, Butler und Jerry Cotton ist Preyers neue Titelheldin eine Frau, die alte Eisenstadt der Schauplatz ihres detektivischen Spürsinns. Anschlag auf Intendant Ein Mord ist geschehen, das Opfer: der Intendant der Sommerfestspiele im Schlossgraben. „Jedwede Ähnlichkeit mit lebenden und toten Steyrern ist nicht beabsichtigt“, betont Preyer. Obgleich er für seine Figuren durchaus reale Inspirationsquellen hat. Aber eben andere. „Ich wollte in erster Linie ein Buch schreiben, bei dem sich der Leser wohlfühlt, nicht eine Satire. Ich habe aber schon Gefühle, die ich mit der Stadt verbinde, in die Geschichte hineingelegt.“ Seit er 14 Jahre alt ist, kann die interessierte Leserschaft an den Erzählungen J. J. Preyers, heute 65, teilhaben. Erich Grandy, Deutschlehrer in Steyr, war ein wichtiger Förderer; Friedrich Steinbock druckte die frühen Texte des Talents regelmäßig in der Steyrer Zeitung ab. Dann wurde Preyer selbst Deutsch- und Englischprofessor, damals geriet das Niederschreiben von Eigenem ins Stocken. Mit 50 Jahren ließ Preyer sich ans Linzer Abend-Gymnasium versetzen, um wieder mehr Zeit für seine Leidenschaft zu finden. Vier Seiten am Tag Seit etwa acht Jahren widmet er sich nur noch dem Verfassen von Romanen. Jeden Tag sind das etwa vier Seiten, wenns läuft auch mehr. Und er ist eine richtige Arbeitsbiene. In gerade einmal zweieinhalb Monaten schafft er ein Buch. Beinahe laufend ist Neues im Entstehen. Am Anfang steht ein detaillierter Plan und die Charakterisierung der Figuren. Wenn das Eigenleben letzterer es will, ändert sich die Route im Schreibprozess aber oft einmal. Bei Rosmarie Weichsler, die, wenn der Leser es will, auch zur Buchreihe werden könnte, war zumindest schnell klar, an welche Plätze in Steyr es gehen würde. ZB. in den Schlüsselhof, wo Preyer selbst in seiner Kindheit herrlich abenteuerliche Sommer erlebte. Oder das Schloss Engelsegg und der nahe Teufelsbach. Der floss angesichts des Titels quasi obligatorisch in die Story ein. Humor inklusive Neben Heimatgefühl und Spannung kommt beim Roman aber auch die Erheiterung nicht zu kurz. Da kommt dann auch Hund Robert bzw. Herbert ins Spiel. „Wegen ihrer Namensgleichheit passieren Verwechslungen mit der Figur des Inspektors Herbert Frühauf.“ Der wiederum hat so sein Problem mit dem Pudel seiner cleveren Gefährtin Rosmarie, weil das Tier auf den ersten Blick so gar nichts von einem Polizeihund hat. „Er erweist sich allerdings als große Hilfe beim Lösen des Falles“, verrät Preyer. Und auch Frauchens Doppelleben sorgt für amüsante Verstrickungen. Am Dienstag, 7. Mai findet die Präsentation von „Rosmarie Weichsler und das Lächeln des Teufels“ im Akku Kulturzentrum Steyr um 20 Uhr statt. Das Buch erscheint im Verlag Ennsthaler.  ZUM AUTOR Josef J. Preyer, geboren 1948 in Steyr, studierte Deutsch und Englisch in Wien und war in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. 1982 initiierte er den Marlen-Haushofer-Gedenkabend, der dank Mitwirkung des Wiener Kulturjournalisten Hans Weigel den Anstoß zur Wiederentdeckung der Autorin gab. Preyer schreibt unter anderem für die Romanserie Jerry Cotton (Bastei Verlag) und für die Butler- und Sherlock Holmes-Serie des Blitz Verlages.  
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