Der Traum vom eigenen Haus und einem Ferrari treibt ihn an

Der Traum vom eigenen Haus und einem Ferrari treibt ihn an

Robert Hofer Robert Hofer, Tips Redaktion, 24.01.2018 07:32 Uhr

STEYR. Dass ihn viele für verrückt halten, ist Günter Schachermayr egal. Der 40-jährige Stuntman aus Steyr bereitet sich für seinen großen Coup vor. Die Mission TropEx soll im Herbst in New Mexico (USA) stattfinden.

Seit einigen Jahren sorgt Schachermayr mit Vespa-Stunts für Aufsehen. Das Durchbrechen von Glas- und Feuerwänden, ein Tauchgang mit der Vespa oder das Hinauffahren der Anlaufspur auf der Bergisel-Schanze war nur das Aufwärmprogramm. Im Tips-Interview spricht der Steyrer über sein großes Ziel, Unterstützer, Neider und Geld.

Tips: Du willst mit der Mission TropEx den verrücktesten Motorrad-Stunt aller Zeiten machen. Was hast du genau vor?

Günter Schachermayr: Ein Black-Hawk-Hubschrauber wird mich und mein Motorrad an einem 1250 Kilo schweren Stahlseil aus einem speziellen Startpult herausheben. Dann geht es hoch in eine Sicherheitszone. Der Helikopter wird auf 4000 Meter stehen, mein Start ist auf 1000 Meter Höhe. Dann muss ich es senkrecht 3000 Meter nach oben schaffen.

Wo lauern die Gefahren?

Günter Schachermayr: Das Seil ist durch das Motorrad durchgeführt. Gefährlich sind die enormen Kräfte, die auf das Motorrad wirken. Ab 3000 Meter Höhe kommen richtige Probleme auf uns zu, zum Beispiel was die Motorleistung betrifft. Auch die Wettereinflüsse darf man nicht unterschätzen. Das Spezialseil wurde von der Firma Teufelberger entwickelt und hat eine Stärke von zehn Millimetern. Man muss sich das Ganze wie ein großes Pendel vorstellen, deshalb muss der Hubschrauber immer in Bewegung sein.

Wie laufen die Vorbereitungen?

Günter Schachermayr: Ich arbeite systematisch auf den Tag X hin, ich will der Welt meinen Stempel aufdrücken. Seit über dreieinhalb Jahren trinke ich keinen Tropfen Alkohol mehr. Scheitern gibt es für mich nicht. Momentan testen wir alles am Leistungsprüfstand. Unter anderem werden wir auch von der Technischen Universität Graz unterstützt. Ich selbst muss jedenfalls körperlich und geistig total fit sein, dafür trainiere ich täglich mit Sven Decker in seinem Fitnessstudio.

Wie lange wirst du für die 3000 Meter brauchen?

Günter Schachermayr: Der Steigflug mit dem Hubschrauber dauert eine Dreiviertelstunde. Die Fahrt selbst dann nur drei Minuten.

Wie geht„s zurück auf die Erde?

Günter Schachermayr: Per Fallschirm. Dafür habe ich extra eine zweimonatige Ausbildung bei der Union Linz gemacht. Sie haben mich speziell für den Stunt trainiert. Gefährlich wird beim Absprung das Seil, weil ich es nicht sehen werde. Da darf ich keinen Fehler machen.

Hast du Höhenangst?

Günter Schachermayr: Ja. Fallschirmspringen ist für mich alles andere als geil. Beim ersten Mal habe ich Panik bekommen und konnte nicht springen. Mittlerweile habe ich diese Probleme im Griff und schon 150 Sprünge gemacht.

Fährt die Angst mit?

Günter Schachermayr: Ich bewege mich immer auf Messers Schneide, trotz aller Sicherheitsmaßnahmen. Du kannst bei jedem Stunt sterben. Vor kurzem bin ich 40 geworden, zum Sterben bin ich zu jung. Ich fühle mich ja wie 25. Nach der Mission TropEx höre ich auf.

So ein Projekt ist sicher mit hohen Kosten verbunden, wie finanzierst du das?

Günter Schachermayr: Alle Kosten decken meine Sponsoren ab. Letztlich geht es beim Stunt um viel Geld durch exklusive Filmrechte, die ich an große Fernsehsender verkaufen werde. Momentan sind wir in den Verhandlungen mitten drin. Felix Baumgartner hat mir von Anfang an gesagt, dass ich in die Medien muss und etwas finden muss, das ordentlich einfährt.

Was treibt dich an?

Günter Schachermayr: Vor sieben Jahren habe ich begonnen und habe damals schon eine große Vision gehabt. Ich möchte mein eigenes Haus und einen Ferrari. Einen Ferrari deshalb, weil den musst du bar zahlen, den kannst du nicht leasen. Das zu erreichen wäre für mich eine große Bestätigung. Vor allem auch für meine Neider, die mich bis jetzt am weitesten gebracht haben.

 

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Kommentare

  1. Gastuser 25.01.2018 08:58 Uhr

    I.G.S.V. Linz lässt grüßen - Hallo Günter! Zum Thema Neid: Neid ist die höchste Form der Anerkennug, Zitat Reinhard Fendrich. Du weißt selbst gut genug, wie es in bestimmten Szenen oft zugeht. Es sind Individualisten, Enthusiasten und Träumer. Natürlich entstehen da positive und negative Emotionen. Lebe deinen Traum, verfolge deine Ziele und sei stolz auf die, die dich dabei unterstützen. Alles andere hake ab. Auf jeden Fall alles Gute für den nächstes Vorhaben, zeigen wir der Welt, was wir Österreicher können! Scoot on, Dan

    0   0 Antworten
  2. Gastuser 24.01.2018 17:20 Uhr

    Besten Dank, lg Team Schachermayr - Besten Dank , Team Schachermayr Infos: www.guenter-Schachermayr.at

    0   0 Antworten
  3. Gastuser 24.01.2018 10:56 Uhr

    Du schaffst es! - Ich bin kein Neider, sondern ein Bewunderer. Es ist zwar verrückt was Du machst, aber auch bewundernswert. Ich wünsche Dir mit Deinem Vorhaben Hals und Beinbruch in positivem Sinne und dass all Deine Wünsche und Träume in Erfüllung gehen! Also too, toi, toi Dein Freund und Bewunderer Peter ????????????????????

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