Gemeinden der Region Steyr stehen mit 145 Millionen Euro in der Kreide

Robert Hofer Robert Hofer, Tips Redaktion, 10.01.2018 11:55 Uhr

REGION STEYR. Auf der Seite www.gemeindefinanzen.at legen die Kommunen ihre Finanzdaten offen. Punkto Schuldenstand zeigt sich in der Region Steyr ein deutliches Nord-Süd-Gefälle.

Die aktuellsten Daten stammen aus den Rechnungsabschlüssen 2016. Wenig überraschend weisen die Gemeinden im strukturschwachen Süden des Bezirks, also im Ennstal, die höchste Pro-Kopf-Verschuldung auf. In Großraming liegt diese bei 3559 Euro, damit führt man diese Negativ-Statistik vor Reichraming, Ternberg und Weyer an. Steyr liegt mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1567 Euro im Mittelfeld, in Pfarrkirchen ist sie mit 272 Euro am niedrigsten.

Schulden sinken

Insgesamt weisen die 23 Gemeinden im Tips-Steyr-Verbreitungsgebiet einen Schuldenstand von 144,75 Millionen Euro auf (2016). Gegenüber 2015 konnte dieser Wert gedrückt werden (149,43 Millionen Euro). Das sei laut Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl bemerkenswert. „Wir machen Management mit Hausverstand. Dauerhaft kann niemand mehr ausgeben, als er einnimmt. Solidarisch unterstützen die Gemeinden in Gunstlagen jene in strukturschwachen Regionen über die Bedarfszuweisungsmittel.“

Weniger Freiraum

Ein überaus wichtiger Indikator für die Investitionsmöglichkeiten der Gemeinden ist die sogenannte „freie Finanzspitze“. Das ist jener Wert, der durch Abzug der Tilgung von Finanzschulden vom Saldo der laufenden Gebarung errechnet wird. Je höher die freie Finanzspitze ist, desto mehr können die Gemeinden außerhalb ihrer laufenden Pflichtausgaben investieren. In den 20 Gemeinden des Bezirks Steyr-Land ist dieser Wert von 3,73 Millionen Euro (2015) auf 2,75 Millionen Euro deutlich gesunken.

Vergleiche möglich

Die Zeitreihe auf der Seite www.gemeindefinanzen.at reicht über fünf Jahre zurück und ermöglicht damit auch einen Blick auf die Entwicklung in einem längeren Zeitraum. „Mit der Vergleichsfunktion kann jeder Bürger seine eigene Gemeinde mit jeder anderen in Österreich vergleichen“, erklärt Riedl. Auch Vergleiche mit den Durchschnittsausgaben der Gemeinden im Bezirk, auf Landesebene oder im Bundesdurchschnitt sind möglich.

Tatsächliche Ausgaben

Die Ausgaben und Einnahmen für die jeweiligen Bereiche sind übersichtlich in einer interaktiven Darstellung aufbereitet. Per Klick auf die jeweilige Kostenstelle kann man auf mehreren Ebenen tiefer Einsicht nehmen. Alle verwendeten Daten spiegeln keine Voranschläge, sondern Rechnungsabschlüsse, also die tatsächlichen Ausgaben, wider. „Für uns ist das ein weiterer Meilenstein in Richtung vollständiger Transparenz“, so Riedl.

 

Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinden (2016)

Großraming: 3559 Euro

Reichraming: 3095 Euro

Ternberg: 2382 Euro

Weyer: 2038 Euro

Waldneukirchen: 1741 Euro

Adlwang: 1598 Euro

Steyr: 1567 Euro

Maria Neustift: 1557 Euro

Aschach: 1507 Euro

Haidershofen: 1454 Euro

Losenstein: 1441 Euro

Sierning: 1366 Euro

Schiedlberg: 1115 Euro

Wolfern: 1044 Euro

Rohr: 968 Euro

Behamberg: 877 Euro

St. Ulrich: 720 Euro

Gaflenz: 654 Euro

Bad Hall: 589 Euro

Laussa: 567 Euro

Garsten: 526 Euro

Dietach: 396 Euro

Pfarrkirchen: 272 Euro

Quelle: www.gemeindefinanzen.at

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