Studium und Beruf: „Ich habe zwei Jahre lang reingebissen“

Studium und Beruf: „Ich habe zwei Jahre lang reingebissen“

Robert Hofer Robert Hofer, Tips Redaktion, 19.01.2018 09:15 Uhr

KOPFING/STEYR. Erst Studium, dann Job. Dann Studium und Job. Stefan Hafner hat es gewagt. Welche Erfahrungen der FH OÖ-Absolvent bei seinem berufsbegleitenden Studium gesammelt hat und was er künftigen berufsbegleitend Studierenden rät - das erzählt der Marketingexperte im Interview.

Tips: Sie haben eine Handelsakademie mit Schwerpunkt IT besucht und dann?

Stefan Hafner: Ja, bereits während meiner schulischen Laufbahn wurde mein Interesse an den heute berufsrelevanten Themengebieten Internet/IT sowie BWL/Marketing geweckt. Nach meinem Präsenzdienst bei der Militärakademie OÖ begann ich mein Bachelorstudium „Marketing & E-Business“ am Campus Steyr der Fachhochschule Oberösterreich.Im Laufe dieser 3 Jahre verbrachte ich ein Semester im finnischen Lahti, das mir natürlich besonders wertvolle Erfahrungen, auch über fachliche Aspekte hinaus, brachte. Mit dem Berufspraktikum im letzten Semester zog es mich wieder heimwärts und ich öffnete mir sprichwörtlich die Tür bei Josko, dem größten Arbeitgeber in meiner Heimatregion und gleichzeitig ein spannendes Unternehmen im Bereich Marketing. Nach meinem Bachelorabschluss wurde ich übernommen.

Ein fixer Job, mit dem Sie zufrieden waren – warum haben Sie sich für ein weiterführendes Studium entschieden?

Das Masterstudium Digital Business Management war in meinem Fall das logische Folgestudium am Campus Steyr. Dieser Masterstudiengang wurde ausschließlich berufsbegleitend angeboten, so ergab sich diese spannende Doppelherausforderung fast automatisch.

Organisatorisch sicher eine Herausforderung…

Digital Business Management war beziehungsweise ist ein gemeinsames Studium von FH OÖ und JKU. Die Challenge lag deshalb – neben den fachlichen Herausforderungen – darin, sich in den beiden unterschiedlichen Systemen zurecht zu finden. Vor allem an der FH OÖ war die Organisation der Lehrveranstaltungen besonders berufsfreundlich ausgerichtet: Diese fanden überwiegend Freitagnachmittag sowie samstags statt. Viele Aufgaben und Projekte konnten außerdem dank Internet auch ideal von zuhause aus erledigt werden. Dadurch waren wir Studierende in Gruppen auch untereinander eng vernetzt.

Was würden Sie anderen raten, die über ein berufsbegleitendes Studium nachdenken?

Rückblickend erfüllt es einen mit Stolz, zwei Jahre lang „reingebissen“ und trotz Vollzeitjob alles unter einen Hut gebracht zu haben. Alleine deshalb kann ich ein berufsbegleitendes FH-Studium nur empfehlen. Eine gesunde Portion Ehrgeiz, Selbstdisziplin, Geduld, Durchhaltevermögen und Motivation sind dafür aber zwingend nötig. Und natürlich sollte die private Lebenssituation passen.Es gilt in dieser Zeit, private Interessen zurückzuschrauben, der Urlaub wird zu großen Teilen für Blockwochen & Co. eingesetzt. Man lernt dafür relativ schnell, effizient mit der verfügbaren Zeit umzugehen. Es ist aus meiner Sicht durchaus machbar, sich ein gewisses Ausmaß an Freizeit „freizuschaufeln“ und für wichtige private Angelegenheiten Zeit zu haben. Wesentliche Voraussetzung ist auch das Verständnis von Familien und Freunden.Natürlich sollte man sich auch mit dem Arbeitgeber absprechen. Ich persönlich nahm im letzten Semester für meine Masterarbeit das Angebot der Bildungsteilzeit für einige Wochen in Anspruch. Das war auch hilfreich. Besonders wichtig ist aber auch die Rücksprache mit dem Arbeitgeber bezüglich flexibler Arbeitszeiten und Urlaubsplanungen. Eine Klausur hier, eine Blockwoche da – diese freie Zeiteinteilung ist meiner Meinung nach eine der Grundvoraussetzungen für ein berufsbegleitendes Studium. Für mich war die Flexibilität wahrscheinlich größte Unterstützung seitens des Arbeitgebers, wofür ich rückblickend auch immer noch sehr dankbar bin.Über finanzielle Angelegenheiten sollte man sich natürlich auch im Vorhinein Gedanken machen.

Wie konnten Sie beruflich von Ihrem Studium profitieren?

Es ist natürlich nie von Nachteil, wenn man als junger, frischer Master-Absolvent auch bereits Berufserfahrung vorweisen kann. Wenn die Studienrichtung und die Aufgaben im Beruf dann auch noch thematisch zusammenpassen, dann profitiert sowohl das Unternehmen als auch der Student in beiderlei Hinsicht durch das berühmte Learning-by-Doing-Prinzip. Ich würde außerdem behaupten, dass ich mir in diesen 2 Jahren auch andere Skills angeeignet habe wie beispielsweise sich nicht in zeitraubende Details zu verzetteln, sondern sich auf das große Ganze und die wesentlichen Aspekte konzentrieren, die ein Projekt oder eine eigene Aufgabe nach vorne bringen.In meiner heutigen Funktion bei Josko als Online Marketing Manager verantworte ich sämtliche digitale Marken-Touchpoints, die mittlerweile von der umfangreichen, internationalen Website als zentrale Marketing-Drehscheibe über Suchmaschinenwerbung/-optimierung, Social Media, E-Mail-Marketing, Programmatic und Mobile Marketing bis hin zu damit verbundenen Analysen reichen. Weiters darf ich maßgeblich im Bereich CRM mitwirken und verschiedenste komplexe Projekte im digitalen Umfeld leiten. Besondere Herausforderung bei all diesen Aufgaben ist neben der wachsenden internationalen Ausrichtung sowie der Integration unseres Vertriebs auch die starke Verzahnung der einzelnen Teilbereiche inklusive des Agenturumfelds.

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