Tipps gegen Brandverletzungen: So schützen Sie Ihr Kind

Tipps gegen Brandverletzungen: So schützen Sie Ihr Kind

Online Redaktion, 06.12.2017 13:32 Uhr

OÖ. Verbrennungen und Verbrühungen zählen zu den häufigsten und schwersten Verletzungen von Kindern. Anlässlich des „Tag des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember erinnert das KFV an die Gefahren von thermischen Verletzungen bei Kindern.

Mit der Vorweihnachtszeit hat leider auch die Zeit der Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle von Kindern begonnen. Die ersten schweren Unfälle in den letzten Wochen zeigen deutlich, wie schwer die Auswirkungen von Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen vor allem bei Kindern sind. Jährlich müssen rund 2.700 Kinder wegen Verbrennungen oder Verbrühungen im Krankenhaus behandelt werden, besonders gefährdet sind Kleinkinder unter vier Jahren. Die kalten Wintermonate sind dabei eine Hochrisikozeit: Bis Ende Jänner sind täglich bis zu 10 Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle bei Kindern zu erwarten.

Tag des brandverletzten Kindes

Kinderhände weg von heißen Flächen Herdplatten, Backofentüren, Bügeleisen – in den eigenen vier Wänden lauern zahlreiche heiße Flächen, die für Kinder rasch brandgefährlich werden können. Aus diesem Grund steht der diesjährige „Tag des brandverletzten Kindes“ unter dem Motto „Kinderhände weg von heißen Flächen“. „Die meisten Unfälle mit heißen Flächen könnten ganz einfach vermieden werden, etwa durch den Einsatz moderner Küchengeräte mit Inbetriebnahme-Sperren und Verriegelungsfunktionen“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. Im Umgang mit dem Herd empfiehlt das KFV, diesen durch ein Herdschutzgitter abzuschirmen und vorzugsweise die hinteren Kochfelder zu benützen. Während dem Kochen sollten die Griffe von Töpfen und Pfannen zur Wand gedreht werden, so dass sie für Kinder nicht erreichbar sind.

Achtung, Tee!

Kinderhaut ist deutlich dünner als die Haut von Erwachsenen, weshalb Verbrühungen und Verbrennungen oft schwerwiegende Folgen haben. Trifft eine heiße Flüssigkeit mit 65 Grad Celsius nur eine halbe Sekunde auf die Haut eines Kindes, kann sie sogar Verbrennungen dritten Grades verursachen. „Besonders die Gefahr von heißen Flüssigkeiten wird häufig unterschätzt – obwohl etwa 50 Prozent der thermischen Verletzungen Verbrühungen sind“, erklärt Brandverletzungsexperte Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz.

„Besonders gefährdet sind Kleinkinder: Der Inhalt einer einzelnen Tasse Tee reicht aus, um eine Verbrühung von rund 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verursachen. Dazu muss bedacht werden, dass für Kleinkinder bereits Verbrennungen im Ausmaß von 10 Prozent tödlich enden können.“ Insgesamt werden rund 32 Prozent aller thermischen Verletzungen von Kleinkindern durch heiße Flüssigkeiten verursacht.

Schnelle Hilfe ist entscheidend

Falls es trotz aller getroffenen Sicherheitsvorkehrungen dennoch einmal zu einem Unfall kommt, ist rasche Hilfe erforderlich. Denn: Über die zerstörte Haut geht viel Flüssigkeit verloren, wodurch bei Kleinkindern rasch die Gefahr eines Schocks besteht. Daher muss umgehend die Rettung alarmiert oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. Eine ärztliche Versorgung ist immer dann erforderlich, wenn die thermische Verletzung größer als die Handfläche des Kindes ist.

Initiative gegen Kinderunfälle

VISION ZERO 2020: Kinderunfälle sind vermeidbar! Kein durch einen Unfall getötetes Kind bis zum Jahr 2020! So lautet das ehrgeizige Ziel der KFV-Initiative Vision Zero 2020. Gemäß dem Motto „Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle!“ wird Österreich zur kindersicheren Zone erklärt. Gezielte Informationen und spannende Aktionen sollen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten in Österreich steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindert werden.

Sicherheitstipps gegen Verbrennungen/Verbrühungen:

• Den Herd durch ein Herdschutzgitter abschirmen, vorzugsweise die hinteren Kochfelder verwenden und die Griffe von Töpfen und Pfannen zur Wand drehen.

• Gefäße mit heißen Flüssigkeiten (Tassen, Becher, Suppenteller, Suppentöpfe, Inhalier-Geräte) so auf Anrichte oder Tisch stellen, dass kleine Kinder sie nicht erreichen oder herunterziehen können.

• Herabhängende Tischdecken vermeiden.

• Besondere Vorsicht beim Tragen von Gefäßen mit heißen Flüssigkeiten, wenn kleine Kinder in der Wohnung herumtollen.

• Die Kabel von Elektrowasserkochern, Fritteusen, Kaffeemaschinen und Bügeleisen nicht herunterhängen lassen, sondern in den hinteren Bereich der Arbeitsfläche verlegen oder aufrollen.

• Kinder nicht alleine in der Küche lassen – Missgeschicke passieren schneller als man denkt

. • Temperatur des Badewassers mit Thermometer kontrollieren (maximal 37 Grad Celsius). Temperatur-Begrenzer (Thermostat) einbauen, damit Kinder den Heißwasserhahn nicht allein betätigen können. Kinder beim Baden immer beaufsichtigen.

• In Wärmeflaschen keine Flüssigkeiten über 45 Grad Celsius füllen, und die heiße Wärmeflasche nie in direkten Kontakt mit der Haut bringen.

• LED-Lichter statt Kerzen verwenden. Auch diese gibt es bereits in Form von Teelichtern.

Artikel weiterempfehlen:

+ Jetzt verfassen

Kommentar verfassen






Monika Ballwein singt Beatles in der Wilheringer Stiftsscheune

Monika Ballwein singt Beatles in der Wilheringer Stiftsscheune

WILHERING. Am 25. August um 20 Uhr singt die international gefeierte Solistin Monika Ballwein ihr Soloprogramm Ballwein celebrates The Beatles in der Wilheringer Stiftsscheune. weiterlesen »

ÖAAB besuchte Postverteiler-Zentrum in Allhaming

ÖAAB besuchte Postverteiler-Zentrum in Allhaming

ALLHAMING/OÖ. Mit Eis überraschten Landesrätin Christine Haberlander und ÖVP-Klubobmann August Wöginger die Mitarbeiter im Postverteilzentrum Allhaming. Die Spitzenfunktionäre ... weiterlesen »

Alkolenker stürzte in Allhaming über 30-Meter-Böschung

Alkolenker stürzte in Allhaming über 30-Meter-Böschung

ALLHAMING/WELS-LAND. Ein 42-Jähriger aus dem Bezirk Wels-Land fuhr am 15. August kurz nach 10 Uhr am Vormittag mit seinem Pkw in Allhaming auf der Eggendorfer Landesstraße (L1240) Richtung Eggendorf. ... weiterlesen »

Rosenbauer verzeichnet in Halbjahresbilanz weniger Umsatz, aber mehr Gewinn

Rosenbauer verzeichnet in Halbjahresbilanz weniger Umsatz, aber mehr Gewinn

LEONDING/WIEN. Der Feuerwehrausstatter Rosenbauer präsentierte am Freitag in Wien seine Halbjahresergebnisse 2018. Während der Umsatz gesunken ist, steigerte Rosenbauer den Gewinn deutlich. weiterlesen »

Fischen-Ferienpassaktion in Kematen

Fischen-Ferienpassaktion in Kematen

KEMATEN AN DER KREMS. Bei der diesjährigen Ferienaktion in Kematen veranstaltete die FPÖ-Gemeinderatsfraktion mit Kindern aus Kematen und Piberbach einen Fischerausflug. weiterlesen »

Kino am Martinshof in Kematen war voller Erfolg

Kino am Martinshof in Kematen war voller Erfolg

KEMATEN AN DER KREMS. Am 6. August hat das Sommerkino am Martinshof stattgefunden. Jugendliche aus Kematen haben die Organisation übernommen. Rund 100 Besucher haben die Stimmung, den lauen Sommerabend ... weiterlesen »

Mehr Flüge von Linz nach Düsseldorf

Mehr Flüge von Linz nach Düsseldorf

HÖRSCHING/LINZ. Ab 12. September 2018 erhöht Austrian Airlines jeden Mittwoch und Donnerstag die Frequenzen nach Düsseldorf um eine Nachmittagsverbindung. weiterlesen »

FAIR-teil-Aktion im Trauner Rathaus

"FAIR-teil-Aktion" im Trauner Rathaus

TRAUN. Die heißen Temperaturen nimmt die Fairtrade-Stadt Traun zum Anlass, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, und veranstaltete eine FAIR-teil-Aktion. Am 14. August gab es im Trauner Rathausfoyer ... weiterlesen »


Wir trauern