Junger Gemüsebauer wird aktiv: Lebensmittel vor Ort zu produzieren, muss wieder normal werden

Junger Gemüsebauer wird aktiv: „Lebensmittel vor Ort zu produzieren, muss wieder normal werden“

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 12.06.2018 16:05 Uhr

ULRICHSBERG. Weil ihm das Herumgekarre von Lebensmitteln ein Dorn im Auge ist, krempelt Christian Berlinger einfach selbst die Ärmel hoch. Der 30-jährige Ulrichsberger produziert seit dem Frühjahr gemeinsam mit vielen Helfern auf einer Ackerfläche von rund fünf Hektar Gemüse und Getreide. Denn, so ist er überzeugt: „Lebensmittel müssen dort wachsen, wo sie auch gegessen werden.“

„Es liegt eigentlich in der Verantwortung der Landwirte, Lebensmittel für die Leute in der Umgebung zu produzieren. Aber heutzutage ist alles in Schwerpunkte eingeteilt: Im Eferdinger Becken der Gemüsebau, bei uns die Milchwirtschaft – und alles wird dann kreuz und quer transportiert“, kritisiert Christian Berlinger, der nach zehn Jahren in der Forstwirtschaft wieder zurück zur Landwirtschaft gefunden hat. Auf seinem Acker bei der Großen Mühl widmet er sich deshalb mit viel Liebe, Leidenschaft und Idealismus ganz dem naturnahen Gemüsebau. „Mir taugt es einfach, was anzubauen“, sagt der junge Ulrichsberger, „ich ess ja auch selbst gerne biologisch und gesund.“

Gesunde Vielfalt

Und so wachsen und gedeihen jetzt verschiedenste Sorten Erdäpfel auf dem Acker, gleich daneben findet man Kürbisse und den einzigen Exoten, die Yacon-Knolle. Kraut, Kohl, Fisolen, Kohlrabi, Sellerie, Rote Rüben, Mangold, Stangenbohnen, Zwiebel, Porree, Karotten, Rosenkohl, Zuckermais, Zucchini, Paprika, Gurken, Spinat und allein zwölf verschiedene Salate – die Vielfalt ist unerwartet groß. „15.000 Pflanzen haben wir im Frühjahr gesetzt“, verrät Christian Berlinger. Dazu kommen die 35 Walnussbäume, die Hecken und Beerensträucher, die das ganze Grundstück einzäunen und zugleich Lebensraum für Insekten und Vögel sind, und auch Getreide. „Wir haben möglichst gesunde Sorten genommen, die den Boden nicht auslaugen. Sie wachsen zwar langsamer, als so manche Hybridsorte, dafür hat unser Gemüse viel mehr Geschmack“, betont der junge Landwirt.

Viele Helfer am Acker

Wenn er von „wir“ redet, meint er damit seine vielen Helfer, die ihm tatkräftig zur Seite stehen. Denn alleine könnte er den arbeitsintensiven Gemüsebau nicht bewältigen. Eltern, Freunde, Verwandte, Woofer (Worker on organic farms) oder einfach Interessierte werken am Acker mit. Hauptaufgabe ist gerade das Unkraut jäten. Wobei Berlinger aber Versuche laufen hat, wie man am besten produzieren kann. Da werden etwa die Karotten mit Heu zugedeckt, das Unkraut unterdrücken soll. Beim Rosenkohl soll die Klee-Untersaat den Boden feucht und Schädlinge fern halten. Auf chemische Dünger wird selbstverständlich verzichtet. Stattdessen sollen das Prinzip der Mischkultur und Bodengesundheit für robuste, gesunde Pflanzen sorgen.

Heute gibt's frische Salate

Verkauft wird das erntefrische Gemüse jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag Vormittag im Hofladen am Ulrichsberger Marktplatz (gegenüber der Kirche). Berlinger beliefert aber auch Gastronomiebetriebe und öffentliche Einrichtungen in der Umgebung. Geht es nach seinen Vorstellungen, müsste es viel mehr solcher Gemüsefelder geben. „So wie früher, sollte es wieder normal werden, dass vor Ort für die Leute produziert wird.“

 

Tag des offenen Feldes

Am Sonntag, 24. Juni, findet ganztägig ein Tag des offenen Feldes am Gemüse- und Getreideacker von Christian Berlinger statt. Zu finden ist dieser am Ende des Mitterwegs. Parkmöglichkeiten gibt es bei der Neuen Mittelschule, von dort ist das Feld über den Kinderspielplatz zu Fuß erreichbar. Infos: Tel. 0699/1312 0017

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