Grenzgeschichten: Die Böhmerwaldkirche in Schöneben

Grenzgeschichten: Die Böhmerwaldkirche in Schöneben

Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 14.10.2015 10:30 Uhr

Im Mühlviertler Böhmerwald liegen die beiden Orte Sonnenwald und Schöneben, für deren Bewohner die Pfarre Glöckelberg eine wichtige Rolle spielte.

Sonnenwald wurde 1750, Schöneben etwa hundert Jahre später gegründet. Der erste gehört pfarrlich zu Aigen, der andere zu Ulrichsberg. Wegen der weiten Entfernung zu den Pfarrorten waren die Bewohner dieser beiden Orte zu dem im nahe gelegenen Glöckelberg orientiert. Sie besuchten dort die Gottesdienste und nahmen auch sonst am Pfarrleben teil.

Das änderte sich, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Grenze zur Tschechoslowakei geschlossen wurde. Die Sorge um die seelsorgliche Betreuung beider Orte bewog den damaligen Pfarrer von Ulrichsberg, Herrn Evermod Groß, zu den Sonn- und Feiertagen in einem Klassenzimmer der Volksschule Gottesdienst zu halten. Sein Nachfolger als Pfarrer von Ulrichsberg, Dechant Josef Lorenz, fasste den Entschluss, dort eine Kirche zu errichten. Damals lebten dort ca. zweihundert Einwohner. Im Jahr 1961 wurde mit dem Bau einer Kirche begonnen. 1963 wurde die Kirche fertig gestellt und geweiht. Den Bau dieser Kirche haben viele aus ihrer Heimat vertriebenen Glöckelberger und andere Böhmerwäldler aus dem angrenzenden südböhmischen Raum durch Spenden mitfinanziert. Sie errichteten auch eine Gedenkstätte für ihre Toten. Diese liegt zwischen Kirche und Straße. Eine Tafel, überragt von einem großen Kreuz aus Eisen und einer Inschrift informiert den Betrachter.

Die wirtschaftlichen Veränderungen in den vergangenen Jahren des Eisernen Vorhanges hatten zur Folge, dass die Bewohner abwanderten. Die Gottesdienste wurden eingestellt, weil kaum mehr jemand seinen ständigen Wohnsitz in diesen beiden Orten hat. Die einklassige Schule wurde 1973 geschlossen.

Verfasser: Fritz Winkler

 

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