Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut: Gleich zwei Gasthäuser in Unterweitersdorf schließen noch heuer

Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut: Gleich zwei Gasthäuser in Unterweitersdorf schließen noch heuer

Mag. Susanne  Überegger Mag. Susanne Überegger, Tips Redaktion, 12.06.2018 18:55 Uhr

UNTERWEITERSDORF. Gleich zwei Gasthäuser sperren noch dieses Jahr in Unterweitersdorf zu: Das Pferdebahnstüberl der Familie Söser im Gustental und das Gasthaus Preinfalk im Ort. Die Wirtsleute gehen jeweils in Pension.

Ab 1. September bleibt die Tür zur Jausenstation Pferdebahnstüberl geschlossen. Fast 25 Jahre lang haben Marianne und Josef Söser Seite an Seite in Küche und Gaststube gearbeitet. Doch jetzt ist die Zeit des Abschieds von der Gastronomie gekommen.

Ein Abschied, der Marianne Söser nicht schwer fällt: „Es war eine schöne, aber oft auch sehr stressige Zeit.“

Jausenstation 1994 eröffnet

Die gebürtige Hirschbacherin erinnert sich an ihre Anfänge als Wirtin zurück: „Wir haben ein Wohnhaus gesucht und dieses alte Haus, in dem früher eine Station der Pferdeeisenbahn untergebracht war, gekauft. Als dann immer mehr Wanderer am Pferdeeisenbahnweg an unserem Haus vorbei spaziert sind, hat uns jemand auf den Gedanken gebracht, doch eine Jausenstation zu eröffnen.“

Beliebtes Ausflugsgasthaus

Gesagt, getan: Am 1. April 1994 – Sohn Manuel, heute 27 – war damals noch klein, eröffnete die Jausenstation Pferdebahnstüberl und machte sich bald einen Namen als typisches Ausflugsgasthaus. Aber auch Feiern aller Art – von der Taufe bis zur Pensionsfeier – wurden gerne im Pferdebahnstüberl abgehalten.

60 bis 80 Arbeitsstunden über's Wochenende

60 bis 80 Arbeitsstunden an den Öffnungstagen Freitag bis Montag waren für Marianne und Josef Söser keine Seltenheit, führten sie doch auch sieben Jahre lang parallel das Dorfstüberl in Unterweitersdorf. „Kochen, die Gäste bewirten, putzen – das alles haben wir immer selber gemacht“, sagt Marianne Söser.

Die Familie wird im Haus wohnen bleiben, das Pferdebahnstüberl aber bleibt ab 1. September geschlossen und wird auch nicht verpachtet.

Das Gasthaus Preinfalk schließt Ende des Jahres

Auch das Gasthaus Preinfalk in Unterweitersdorf, das seit fünf Generationen als Familienbetrieb geführt wird, sperrt mit Jahresende zu, da Rudolf Preinfalk nach mehr als 40 Jahren als Gast- und Landwirt in Pension geht.

Sohn Rudolf jun. wird die Landwirtschaft neben seinem Beruf weiterführen, die Gastwirtschaft aber nicht. Diese wird auch nicht verpachtet.

Als noch die Bierkutscher beim Preinfalk ihre Pferde wechselten

Rudolf Preinfalk sen. wurde in dem geschichtsträchtigen Gasthaus – hier wechselten schon die Bierkutscher ihre Pferde, auch eine Bäckerei und eine Poststelle waren hier vor geraumen Zeiten untergebracht – geboren und übernahm die Gast- und Landwirtschaft in den 70er-Jahren von seinen Eltern.

„Meine Schwiegermutter hat mir das Kochen beigebracht“, sagt seine Gattin Helga Preinfalk, die durch die Heirat quasi als Quereinsteigerin zur Gastronomie kam.

Durchhaltevermögen und Zusammenhalt gefragt

„Da wir nebenbei die Landwirtschaft führen, kochen wir im Gasthaus nur auf Bestellung. Unsere Gäste wissen es zu schätzen, dass alles frisch und eigens für sie zubereitet wird. Ich liebe es, zu kochen und die Tische schön zu dekorieren, das ist einfach meins“, sagt die Mutter dreier erwachsener Kinder, die alle in anderen Berufen erfolgreich sind.

Unterstützt von den Eltern bzw. später den Kindern schupften die Preinfalks das Gasthaus stets ohne Personal. „Das funktioniert nur mit Durchhaltevermögen, wenn man zusammenhält und selbst am meisten arbeitet“, weiß Helga Preinfalk.

„Wir haben viel gelacht“

Und auch wenn die Arbeit oft anstrengend war und die Wirtsleute einiges an Schlaf gekostet hat, es ist in der Gaststube auch lustig zugegangen: „Wir haben sehr viel gelacht“, erinnert sich Helga Preinfalk gerne zurück.

Und fügt hinzu: „Es hat einmal jemand gesagt, wenn das Wirtshaus im Dorf zusperrt, muss ein Psychiater aufmachen. Das stimmt in gewisser Weise. Oft haben sich die Gäste bei uns in der Gaststube ihren Kummer von der Seele geredet.“

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