Krätzenalarm im Bezirk - Schulen und Kindergärten betroffen
 

Krätzenalarm im Bezirk - Schulen und Kindergärten betroffen

Wolfgang Macherhammer Wolfgang Macherhammer, Tips Redaktion, 07.02.2019 11:37 Uhr

BEZIRK. Die Krätze (Skabies) geht um. Die ärgerliche und oft sehr hartnäckige Hauterkrankung ist derzeit in mindestens fünf Schulen und zahlreichen Kindergärten im Bezirk ein Thema. Kinder werden zu Attesten zu Hautärzten geschickt.

Emil Andonov, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Haut&Venen Zentrum Attersee in Schörfling hat Informationen zum Thema Krätze. 

Was ist Krätze?

Skabies oder Krätze ist eine übertragbare Hauterkrankung die von der Milbe Sarcoptes scabiei verursacht wird.

Wie bekommt man Krätze?

Durch engen Kontakt mit einer Person, welche die Erkrankung hat, z.B. Mitglieder einer Familie oder Wohngemeinschaft, Paare, Sexualpartner, eng vertraut auftretende Geschwister, Eltern mit Kleinkindern, pflegebedürftige Personen und deren Betreuer. Indirekte Übertragung kommt über gemeinsam benützte Bettwäsche oder Kleidung vor. Auch, wenn man Skabies schon hatte, kann man sich wieder anstecken.

Wie erkennt man Krätze?

Nach Ansteckung kann es bis zu sechs Wochen dauern, bis Symptome auftreten. Hauptsymptom ist der Juckreiz, vor allem nachts unter der warmen Bettdecke. An der Haut treten vor allem an typischen Stellen (z.B. Zwischenfingerräume, Handgelenke, Leistenregion, Ellenbogen, Umgebung der Brustwarzen, Genitalbereich, bei Kleinkindern Handflächen und Fußsohlen) rote, juckende „Pünktchen und Wimmerl“ auf, auch Krusten können entstehen. Schwere Verlaufsformen (sog. Skabies crustosa) können bei immunsupprimierten Personen vorkommen. Sind Untersuchungen nötig? Der quälende nächtliche Juckreiz, die charakteristischen Erscheinungen an der Haut und dermikroskopische Nachweis einer Krätzmilbe oder ihrer Eier führen zur eindeutigen Diagnose. Wenn Sie vermuten, sich im Rahmen eines sexuellen Kontaktes angesteckt zu haben, sollten Sie sich auch auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen testen lassen.

Kontaktpersonen informieren?

Wenn Ihr Arzt/Ihre Ärztin bei Ihnen Skabies festgestellt hat, müssen alle Personen, mit denen Sie innerhalb der letzten sechs Wochen engen Kontakt hatten, informiert und untersucht werden.

Wie wird Krätze behandelt?

Ihr Arzt/Ihre Ärztin verschreibt eine Creme. Nach dem Duschen und Kürzen der Nägel wird diese gleichmäßig auf den ganzen Körper außer auf den Kopf (gilt für Personen ab vier Jahren)aufgetragen. Nach dem Auftragen nicht mehr die Hände waschen. Die Creme muss mindestens acht Stunden einwirken, z.B. über Nacht. Danach die Creme mit Seife abwaschen. Frische Kleideranziehen. Eine Wiederholung der Behandlung nach einer Woche kann nötig sein.Es ist wichtig, dass alle in einem gemeinsamen Haushalt lebenden Personen zugleich behandelt werden, um Wiederansteckungen zu verhindern.In bestimmten Fällen wird eine Tablettentherapie verordnet. Nehmen Sie die Tabletten auf nüchternen Magen und zwei Stunden vor der nächsten Nahrungsaufnahme ein.Für Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder gelten spezielle Behandlungsvorschriften. Bitte fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin.Der Therapieerfolg sollte vom Arzt/Ärztin überprüft werden. Auch nach erfolgreicher Skabies-Behandlung können Juckreiz oder Ekzeme für einige Wochen bestehen bleiben. Pflegende Cremen oder milde Cortisoncremen können hier Abhilfe schaffen.

Allgemeine hygienische Maßnahmen

Kleider, Bettwäsche, Handtücher oder andere Gegenstände mit längerem Körperkontakt(Blutdruckmanschette, Hausschuhe, Stofftiere, etc.) bei mindestens 60°C für wenigstens 10Minuten waschen oder mit Hilfe eines Heißdampfgeräts reinigen. Wenn eine Reinigung mit hoher Temperatur nicht möglich ist, Textilien in Plastiksäcke einpacken und für 72 Stunden bei 21°C lagern oder alternativ für zwei Stunden bei minus 25°C lagern(Tiefkühler). Bett- und Leibwäsche wechseln, täglich Kleidung wechseln. Matratzen, Polstermöbel, Sofakissen oder textile Fußbodenbeläge mit einem Staubsauger absaugen (Filter nach Absaugen entsorgen) oder mindestens 48 Stunden lang nicht benutzen.

Quelle: Österreichische Gesellschaft für STD und dermatologische Mikrobiologie

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